Anonyma: Das Inzest-Tagebuch

  • ISBN/EAN: 978-3-60896-188-1
  • Originaltitel: The Incest Diary
    Übersetzt von: Christa Schuenke
    Umfang: 142 S.
    Einband: Gebunden
    Format (T/L/B): 1.7 x 19.5 x 12 cm
    Gewicht: 213 g
    Erscheinungsdatum: 05.08.2017

  • Lieferzeit: 6 bis 10 Tage
  • Preis: 17,00 €
  • inkl. 7% USt., zzgl. Versand
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Beschreibung

"In den Märchen über Inzest zwischen Vater und Tochter - 'Das Mädchen ohne Hände', 'Allerleirauh', in der Originalversion von 'Aschenputtel' und den Geschichten der Heiligen Dymphna, der Patronin aller Inzest-Opfer - verhalten sich die Töchter immer genauso, wie man es von ihnen erwarten würde: Sie sind entsetzt über die sexuellen Annäherungen ihrer Väter. Sie tun alles, was in ihrer Macht steht, um zu entkommen. Ich nicht. Ein Kleinkind kann nicht entkommen. Und später, als ich es konnte, war es zu spät."

Eine junge Frau wird mehr als zwanzig Jahre lang von ihrem Vater sexuell missbraucht. Tiefsitzende Ängste prägen ihr Sein, ihr Weltbild, ihr Verständnis von Familie. Unter dem Deckmantel einer intakten Familie wächst das Kleinkind zum Mädchen und schließlich zur Frau heran. Doch selbst im Erwachsenenalter lässt sie sich auf immer wieder neue Spielformen der Abhängigkeit, der Unterwerfung und der Gewalt ein. In diesem Memoir ruft die Erzählerin ihre Kindheitstraumata und deren Folgen wieder auf. Sie spürt der Frage nach, wie die jahrzehntelangen Vergewaltigungen durch ihren Vater sie geprägt haben und inwiefern sie den erlernten Abhängigkeiten immer noch unterworfen ist. Ihr Tatsachenbericht legt offen, dass ein Leben, welches als Sexualobjekt statt als Kind begonnen wird, kein Leben ist. Die körperlichen und psychischen Zwänge, denen die Erzählerin jahrelang ausgesetzt war, münden in eine Abwärtsspirale, aus der es kein Entkommen gibt.

Rezension

Rezension von Mira Sigel auf dem Blog Die Störenfriedas:

In den vergangenen Wochen seit dem Erscheinen von "Anonyma - das Inzesttagebuch" gab es so gut wie keine Büchergruppe, in der das Buch nicht heftig diskutiert wurde. Eins steht fest: Es rüttelt auf, es schockiert. Und das ist, liest man die Sprache, auch eine seiner Absichten. Viele Sätze sind dazu gemacht, der Leserin/dem Leser mit voller Wucht eine Wahrheit in das Gesicht zu schleudern, die ihnen den Atem nimmt. Da ist ein kleines Mädchen, eines, wie viele kleine Mädchen, aus einer ganz normalen Familie, und dieses Mädchen hat ein schreckliches Geheimnis: Es wird vom eigenen Vater missbraucht, seit es im Kindergartenalter war. Um die heftigen Übergriffe des Vaters, bei dem es nicht nur beim Berühren bleibt, sondern regelmäßig zu Penetration und sogar Verstümmelungen kommt, zu überleben, beginnt die anonyme Schreiberin, Lust zu entwickeln, die sich bis in wahnsinnige Orgasmen steigert, schon als Kind. Lust ist ihr Überlebensmechanismus, für den sie sich schämt, den sie aber auch nicht leugnet und der am Ende ihr ganzes weiteres Leben überschatten wird.

Die Sprache hat manchmal etwas sehr Kindliches, vermutlich, um den Kontrast zum Erzählten noch zu erhöhen, und das gelingt auch, aber eben auf Kosten von ein wenig Tiefgang. Viele Absätze bleiben bruchstückhaft, allerdings schreibt sie selbst, dass sie sich an viele Dinge nicht mehr erinnert. Das anonyme Mädchen wird irgendwann erwachsen, geht weg vom Vater und zum College, heiratet. Aber der Mann in der Ehe kann ihre einmal "genormte" Lust nicht befriedigen, weil er ihr keine Gewalt antut. Also sucht sie immer wieder die Reinszenierung des Erlebten, mit älteren Männern und schließlich mit einem, der sich an der von ihr erlebten sexuellen Gewalt zusätzlich erregt, und die Szenen, die der Vater ihr angetan hat, nachspielt. Als sie ihm ein Kinderfoto von ihm zeigt, erklärt er ihr, dass er sie gern gef*** hätte.

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