Das Schweigen brechen – Rezension zu Brandspuren

01.09.2016 13:37 | Rezensionen, lesbisch_queere Bücherwelten

Das Schweigen brechen – ein fesselnder Roman über Verantwortung angesichts rassistischer Gewalt
 

Die Berlinerinnen Anna und Jale sind auf der Suche nach Räumen für ihr neues Modelabel. Annas Großmutter Wilma, androgyn, stark und etwas einsam, bietet den beiden an, die Werkstatt in ihrem eigenen Haus einzurichten. Das Haus steht in einer brandenburgischen Kleinstadt, Anne selbst hat dort die ersten Jahre ihrer Kindheit verbracht. Die beiden müssten keine Miete bezahlen, und Anne könnte ihre Großmutter unterstützen.

Jale aber ist entsetzt: „Niemals!“ Für sie als Deutsch-Türkin sei das ausgeschlossen: zu viele Nazis. Anne verteidigt ihre Idee. Dann aber findet sie heraus, dass in eben jener brandenburgischen Kleinstadt zwanzig Jahre zuvor ein rassistischer Brandanschlag verübt worden ist: auf das Haus der deutsch-türkischen Nachbarsfamilie. Die Familie überlebte. Verhaftet wurde niemand.

Anna war damals fünf, sie erinnert sich nicht. Niemand spricht darüber: nicht ihre Großmutter, nicht die Nachbarin. Zu ihrer Mutter, die Alkoholikerin ist, hat sie keinen Kontakt mehr. Anna beginnt zu recherchieren, stellt Wilma zur Rede, sucht ihre Mutter auf, stellt Fragen: Wer hat den Anschlag verübt? Was weiß Wilma? Und dass ihre Mutter kurz danach zusammen mit ihr die Stadt verließ und den Kontakt zu Wilma abbrach – was hat es damit auf sich?

Malou Berlin ist ein großartiger Roman gelungen: eine überzeugende und originelle Geschichte,  politisch aktuell und durchdacht, zudem gut erzählt und mit vielschichtigen Charakteren. Spannend von der ersten bis zu letzten Seite geht es um Verantwortung angesichts rassistischer Gewalt und um komplexe und sehr diverse Beziehungsgefüge.

Rezension von Julia Roßhart,
erstmalig veröffentlicht bei: L-MAG – Das Magazin für Lesben

Malou Berlin: Brandspuren.
Querverlag. 2016.
208 Seiten.
14,90 €


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