Jana Hensel: Keinland

  • ISBN/EAN: 978-3-8353-3067-2
  • Umfang: 196 S.
    Einband: Gebunden
    Format (T/L/B): 2 x 20.5 x 12.7 cm
    Gewicht: 293 g
    Erscheinungsdatum: 31.07.2017

    ~ LESEPROBE ~

  • Lieferzeit: 6 bis 10 Tage
  • Preis: 20,00 €
  • inkl. 7% USt., zzgl. Versand
Wird geladen ...
Verlag / Hersteller:
Belletristik:
Autor*in / Hrsg.:

Beschreibung

'Keinland' ist ein Liebesroman, aber auch ein Roman über Schuld, Erinnerung, Herkunft und Grenzen.

Eigentlich hatte Nadja nur ein Interview mit Martin Stern führen wollen, aber von der ersten Sekunde an ist da eine schwer erklärbare Nähe - und eine Fremdheit, die sich auch dann nicht auflöst, als die beiden sich näherkommen. Woher rührt diese Nähe? Und warum ist diese Fremdheit nur so schwer zu überwinden? Nadja sagt ja zu dieser Liebe, an die Martin nicht recht glauben kann. Martin, der als Jude in Frankfurt am Main aufgewachsen ist, Deutschland aber nach der Wiedervereinigung verlassen hat und nach Tel Aviv gezogen ist. Zu vieles liegt zwischen den beiden: biographische Erfahrungen, geographische Entfernung und eine Vergangenheit, die nicht nur mit den eigenen Lebensläufen zu tun hat.

Das falsche Land, das richtige, das neue, das heilige - Jana Hensel lotet in kunstvollen Zeitsprüngen und Erinnerungen an Tage in Berlin und Nächte in Tel Aviv, an tiefe Innigkeit und immer wieder scheiternde Gespräche die Grenzen zwischen zwei Liebenden aus. Dabei umkreist sie mit großer sprachlicher Kraft und Intensität unsere Auffassung von Heimat, Geschichte und Schicksal und stellt mit ihren Charakteren die Frage, wie weit die Vergangenheit unser Leben bestimmt.

Rezension

Rezension von Sharon Adler auf AVIVA-Berlin:

Chronik einer Liebe. In ihrem Debutroman lotet die 1976 in Leipzig geborene Journalistin und Verfasserin von "Neue deutsche Mädchen" und "Zonenkinder", die sich zudem öffentlich gegen Sexismus im Literaturbetrieb ausspricht, in gleichermaßen poetischer wie schnörkelloser Sprache ihr schwieriges Liebesverhältnis zwischen einer Nicht-jüdischen Deutschen und einem deutschen Juden aus.

"KEINLAND", damit bezeichnet die Autorin ein Land einer untergegangenen Welt, ein Land, das nicht mehr existiert. Oder nur mehr in der Phantasie einiger, die sich noch fern an dieses einmal existierende Land erinnern können. Denn Jana Hensel meint damit und erschafft diesen Begriff für die untergegangene Welt der DDR. Kein Land. Aus. Vorbei. Kein Land, keine Gegenwart oder dauerhafte Verbindung geschweige denn Zukunft besteht auch zwischen den beiden Protagonist_innen ihres Debutromans, der untertitelt ist mit "Ein Liebesroman".

"Der Mann mit dem Schnauzbart"

Erst 13 Jahre alt ist die Autorin bis zum Fall der Mauer. Dreizehn Jahre, in denen sie in der DDR zwar mit patriotisch-deutscher Geschichte, nicht aber mit deutsch-jüdischer, oder jüdisch-deutscher Geschichte weder mittel- oder unmittelbar zu tun hatte. Doch dann, sehr viel später, verliebt sie sich in einen jüdischen Mann, in einen, der sich hermetisch abriegelt, für den eben diese Geschichte eine Rolle spielt, eine große Rolle. Der nach der Wiedervereinigung für sich beschlossen hat, das Land der Deutschen und seiner eigenen Geschichte endgültig zu verlassen und in das "Gelobte Land" geht, nach Israel. Er macht Alijah.

Leiden ohne Liebe, Liebe ohne Leiden?

Eine Liebesbeziehung zu einer Deutschen kommt darin nicht vor, denn auch mit dieser Vorstellung hat er abgeschlossen. Er öffnet sich halbherzig, hadert, rudert zurück. Will lieben, doch es will einfach nicht gelingen. Zu sehr ringt er mit sich und der gemeinsamen, unseligen Geschichte, die so viele Nicht-jüdische Deutsche heute am besten wegleugnen, weghaben möchten. Doch die Geliebte, Autorin dieses Buches, die eigentlich nur ein Interview mit Martin Stern hatte führen wollen (ihr Chefredakteur hatte sie damit beauftragt, eine Reportage über Länder zu schreiben, in denen es eine Mauer gibt) gibt nicht auf. Sie begibt sich in eben dieses Land, das ihr fremd ist und wo Martin sie ihr Fremdsein ebenso oft spüren lässt wie auch manches Mal darüber hinweg sieht. Ob in Tel Aviv, in Herzliya, am Kinnereth oder in Jerusalem, in Yad Vashem: Nadja, so der gewählte Name der Protagonistin, des Alter Egos der Autorin, gibt alles, setzt sich aus, hinterfragt. Sie will verstehen. Verstehen, warum es kein Verstehen gibt, kein Verhältnis, keine Zukunft, schon gar keine gemeinsame.

» weiterlesen auf AVIVA-Berlin.de

Bewertungen

    Durchschnittliche Artikelbewertung:

    (es liegen keine Artikelbewertungen vor)

    Teilen Sie Ihre Meinung zu diesem Buch oder Medienprodukt auf FEMBooks.

    Ähnliche Artikel





     

    Versandkostenfreie Erstbestellung innerhalb DE
    (ausgenommen Kalender) Gutscheincode NEU im Bestellprozess eingeben. (Mindestbestellwert 3 €)

     

     % Sonderangebote %

     

    News und Rezensionen

    13/02/2018: 27 neue Rezensionen zu feministischer Literatur

    13/01/2018: 24 neue Rezensionen zu Kinder- und Jugendbüchern

    19/11/2017: Rezension zu "Erbsenzählen" von Gertraud Klemm

    » ältere Beiträge

     

    Abonnieren Sie unseren E-Mail-Newsletter.

     

    Besuchen Sie FEMBooks auf Facebook.