Lenka Hornáková-Civade: Das weiße Feld

  • ISBN/EAN: 978-3-89667-582-8
  • Originaltitel: Giboulées de Soleil
    Übersetzt von: Hanna van Laak
    Umfang: 272 S.
    Einband: Gebunden
    Format (T/L/B): 2.8 x 22.5 x 14 cm
    Gewicht: 472 g
    Erscheinungsdatum: 11.09.2017

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Beschreibung

'Eine raffiniert gewobene Familiensaga' (Libération) - ausgezeichnet mit dem Prix Renaudot des Lycéens 2016.

Sie heißen Magdalena, Libusa und Eva und teilen dasselbe Schicksal: Sie wachsen jeweils ohne ihren leiblichen Vater auf. Aber statt an diesem Schicksal, das in den Augen ihrer Umgebung ein regelrechter Makel ist, zu zerbrechen, entwickeln sie jede auf ihre Art einen unbändigen Freiheitswillen: Magdalena, die mit ihrer Mutter Marie aus dem braun gewordenen Wien flieht. Libusa, die mit ihrer Neugierde auf die Außenseiter der uniformierten Gesellschaft ihre Umgebung in Atem hält. Und Eva, die als Linkshänderin pädagogische Umerziehungsprogramme sabotiert und von fernen Ländern träumt. Alle drei eint die Zuneigung zu ihrer ebenso mürrisch-verschlossenen wie unbeirrbar selbstbewussten, beinahe überlebensgroßen Großmutter 'Maman Maire', die sich als Hebamme im Dorf unentbehrlich zu machen verstand.

In einem Panoptikum unvergesslicher Charaktere - auf männlicher Seite: ein größenwahnsinniger Apparatschik, ein dichtender Tagträumer, ein patriarchalisch-humaner Bauer - entfaltet sich eine Familiengeschichte, deren großes Geheimnis erst auf den letzten Seiten seine Auflösung findet.

Rezension

Rezension von Kristina Tencic auf AVIVA-Berlin:

Wie die politischen Umstände die Geschicke einer Familie über Generationen hinweg bestimmen, das ist der Ausgangspunkt der Frauen-Familiensaga der 1971 in der Tschechoslowakei geborenen und in Südfrankreich lebenden Malerin und Schriftstellerin Lenka Hornáková-Civade. Denn wären all diese Frauen nicht im 20. sondern im 21. Jahrhundert geboren, so wäre ihnen wohl viel Spott und Widrigkeit erspart geblieben - allen Generationen ist nämlich die unfreiwillige Tradition gemein, uneheliche Kinder zur Welt gebracht zu haben.

"Es ist mir egal, dass ich den Mädchennamen meiner Mutter, meiner Großmutter und meiner Urgroßmutter trage. Darauf bin ich sogar stolz. Aber draußen in der Welt, da wiegt ein weißes Feld in der Geburtsurkunde schwer."

Mit Marie nimmt alles seinen Anfang. Sie lebt mit ihrer unehelichen Tochter als Arzthelferin in Wien, doch als die Hauptstadt des bereits 1918 untergegangenen Kaiserreichs zwischen den Weltkriegen braun wird, flieht sie nach Mähren in der Tschechoslowakei. Ihre einzigen Gaben, die ihr Überleben sichern, sind ihre umfassenden Kenntnisse als Geburtshelferin und ihr Sticktalent, die sie dem Unmut der Dörfler_innen über eine alleinerziehende uneheliche Frau als friedliche Waffen entgegensetzt. Ihre Tochter Magdalena verliebt sich in den Sohn des Großgrundbesitzers für den sie als Magd arbeitet und gebiert ohne sein Wissen ein Kind von ihm. Der Sozialismus hält Einzug in die tschechischen Gebiete und vertreibt die Familie der Wohlhabenden. Ihre Tochter Libusa hat es als abermals außereheliches Kind auch nicht einfach in dieser neuen Gesellschaftskonstellation, in der die Gleichheit und die Gemeinschaft das Individuum zu ersticken sucht. Inmitten der politischen Wirren des Prager Frühlings verbindet sie sich mit einem Soldaten, woraus die Tochter Eva hervorgeht. Auch sie erfährt als uneheliches Kind und zudem als Linkshänderin die Grausamkeit der Gesellschaft mit ihren Umerziehungsmaßnahmen.

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