Liv Strömquist: Der Ursprung der Welt

  • ISBN/EAN: 978-3-945034-56-9
  • Umfang 140 S., 140 farbige Illustr.
    Einband: Kartoniert
    Format (T/L/B): 1.3 x 23.6 x 17.2 cm
    Gewicht: 407 g
    Erscheinungsdatum: 07.03.2017

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Beschreibung

In Der Ursprung der Welt zeichnet die Autorin Liv Strömquist die Kulturgeschichte der Vulva nach - von der Bibel bis Freud, vom unbeholfenen Biologieunterricht bis hin zur aktuellen Tamponwerbung.

Sie bedient sich des Mediums Comic, um in sieben Episoden auf nonchalante und scharfsinnige Art die noch immer geltenden patriarchalen Machtverhältnisse in Frage zu stellen und bestehende Probleme pointiert zu benennen.

Die studierte Politikwissenschaftlerin Liv Strömquist ist nicht nur eine umtriebige Künstlerin, sondern auch eine über die Grenzen der schwedischen Comic-Szene hinaus viel beachtete Stimme, die ihre politische Haltung und das soziologische Interesse zu feministischen und popkulturellen Phänomenen in den Fokus ihres Schaffens stellt. In ihren beliebten TV- und Radioformaten geht sie mit bissigem Humor und vernichtender Kritik gegen bestehende gesellschaftliche Machtstrukturen an.

Rezensionen

Rezension von Elianna Renner auf AVIVA-Berlin:

Ein kompromissloses und aufklärerisches Comic-Buch über die patriarchale Kulturgeschichte der Vulva aus der Feder der schwedischen Politikwissenschaftlerin, Radiomoderatorin und Künstlerin Liv Strömquist. Ein schamloses Vergnügen!

Liv Strömquist zeichnet in ihrem im avant-verlag erschienenen Comic Der Ursprung der Welt die Kulturgeschichte der Vulva nach. Von der Bibel bis Freud, vom unbeholfenen Biologieunterricht bis hin zur aktuellen Tamponwerbung führt uns Strömquist in die von Männer geschriebene Sexualgeschichte über den weiblichen Körper ein.

Die hauptsächlich in Schwarz-Weiß angelegten Zeichnungen sind schlicht, unprätentiös. Auffällig sind die eingesetzten Collage-Elemente nach alter Fanzine Manier, die sehr erfrischend daherkommen.

Das Coverbild des Comic Buches nimmt direkten Bezug auf die von VALIE EXPORT inszenierte Performance "Aktionshose Genitalpanik" von 1968. Valie Export sitzt schussbereit mit zerzauster Frisur auf einer Holzbank. Die Beine hält sie lasziv gespreizt, während sie den fehlenden, im dreieck- ausgeschnittenen Stofffetzen im Schrittbereich präsentiert, wird ihre Vulva frei-luft exponiert. Auch Liv Strömquist sitzt auf der Holzbank, das Maschinengewehr steht auf der Bank und die Hände umfassen ihre Vulva. Nichts ist freigelegt, nur das Haar zerzaust. Keine Aktionshose, dafür einen forschenden und konzentrierten Blick auf ihre im Dreieck gespreizten Finger, die die Vulva umfassen.

Waffenstillstand oder Aufklärung?

Im Buch wird argumentiert parodiert, aufgedeckt und geforscht. Die erste Abhandlung befasst sich mit Männern, die sich zu sehr dafür interessieren, was als ?das weibliche Geschlechtsorgan" bezeichnet wird. Es werden Doktoren, Professoren und Forscher vorgeführt die sich eigenmächtig der Vulva annahmen und durch die absurdesten Methoden versuchten Herr über die ?weibliche" Sexualität zu werden. Die ausgewählten Geschichten sind tragisch komisch und werden so trocken erzählt dass frau vor lauter Lachen verzweifelt aufschreien möchte. Die letzte Geschichte dieser Serie an Männer die sich zu sehr dafür interessieren was als ?das weibliche Geschlechtsorgan" bezeichnet wird, sind drei Männer, die 1965 den Sarkophag von Königin Christina aus Schweden (1626-1689) in der Peterskirche in Rom öffneten. Der Grund war unter anderem: "untypische" physische und psychische Eigenschaften von Christina, die auf eine mögliche Intersexualität hinwies. Die Forscher schienen davon besessen zu sein an dem 400 Jahre alten Skelett männliche Merkmale aufzuzeigen. Die Operation: Königin Christinas sexuelle Konstitution blieb leider erfolglos, Königin Christina Mumifizierungsbalsam konnte die männlichen Merkmale leider nicht konservieren...

» weiterlesen auf AVIVA-Berlin.de


Rezension von Nimue auf dem Blog Störenfriedas:

Als ich zuletzt über Vaginaltraining schrieb, wurde mir der Comic "Vom Ursprung der Welt" der Künstlerin Liv Strömquist wärmstens an das Herz gelegt - Grund genug, sich das Buch gleich zu bestellen - und hier zu rezensieren. Der Titel geht zurück auf das weltberühmte Gemälde "Der Ursprung der Welt" des französischen Künstlers Gustave Courbet von 1866, das eine Vulva zeigt und verspricht nicht zu viel.

Liv Strömquist hat sich einem uralten Thema auf zeitgenössische Weise angenähert - in Form einer Graphic Novel erzählt sie in humorvollen Comics eine kurze Kulturgeschichte der Vulva. Sie berichtet von Unkenntnis und Tabuisierung, von Scham und Schmerzen, von verschüttetem Wissen über weibliche Lust, von Männern wie Freud, die sich im Namen der Wissenschaft wahnhaft mit Frauen und ihren Vulvas beschäftigten und es am Ende besser sein gelassen hätten. Warum wissen so wenige von uns, wie ihre Vulva aussieht und was eine Vagina ist? Warum wird immer noch behauptet, Frauen seien ihre Orgasmen gar nicht so wichtig und warum ist Menstruationsblut etwas, für das wir uns schämen?

Mit viel Augenzwinkern zeigt Liv Strömquist auf, wie sehr wir auch heute noch mit zweierlei Maß messen, wenn es um unsere Geschlechtsteile geht. Die Vulva wird verschämt übergangen, nicht gezeigt, als defizitär präsentiert und so wird unser eigener Umgang mit unserem Geschlechtsteil geprägt. Prähistorische Funde legen nahe, dass es mal ein Zeichen von Stolz und Furchtlosigkeit war, seine Vulva zu zeigen - undenkbar heute.

» weiterlesen auf diestoerenfriedas.de

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