Ursula Rosen, Alina Isensee: Jill ist anders - Ein Kinderbuch zur Intersexualität

  • ISBN/EAN: 978-3-9812206-8-1
  • Umfang: 44 Seiten
    Einband: Kartoniert
    Format: 21 x 21 cm
    Gewicht: 177 g
    Lesalter. 4+
    Erscheinungsdatum: März 2015

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Beschreibung

Mit diesem Bilderbuch kann man bereits Kindern in Kindergarten- und Grundschulalter altersgerecht erklären, dass es mehr als zwei Geschlechter gibt und dass es kein Problem ist, wenn sich ein Kind nicht dem typischen Geschlechterschema zuordnen lässt.

Die Idee zu dem Kinderbuch "Jill ist anders" entstand in einer Vollmondnacht - in solchen Nächten kann ich nicht schlafen. Am Vormittag hatte ich zu meinem Erstaunen festgestellt, dass Jill, das Kind einer Kollegin, kein Junge war - wie ich es angenommen hatte, sondern ein Mädchen. Da ich mich bereits seit vielen Jahren für Aufklärung über Intersexualität einsetze und immer wieder erstaunt bin, wie selten ich auf Menschen treffe, die darüber Bescheid wissen, kam mir plötzlich die Idee, ein Buch für das Kindergarten- und Grundschulalter zu schreiben. Es gibt inzwischen einiges an Literatur zum Thema Intersexualität, aber diese Bücher sind meist für Erwachsene geschrieben. Das Kinderbuch "Lila" des Selbsthilfe-Vereins Intersexuelle Menschen e.V. ist ein Aufklärungsbuch und richtet sich vorwiegend an intersexuelle Kinder. Mein Buch soll den Fokus eigentlich gar nicht auf die Intersexualität des Kindes Jill richten, sondern auf die Tatsache, dass Kinder verschieden sind und dass es gerade die Vielfalt ist, die unser Leben bereichert. In meiner Tätigkeit als Lehrerin erlebe ich es oft, dass Kinder sehr offen sind und mit der Tatsache, dass es Menschen gibt, die nicht eindeutig dem einen oder dem anderen Geschlecht zuzuordnen sind, überhaupt keine Probleme haben. Im Gegenteil. Meist sind sie erstaunt und wollen mehr darüber wissen.

So wie es heute schon Konsens ist, dass kein Kind wegen seiner Hautfarbe, seiner Größe oder seiner Sprache ausgegrenzt werden darf, sollte dies in möglichst naher Zukunft auch für Kinder gelten, die nicht in das Schema der zwei Geschlechter passen. Intersexuelle Kinder, Jugendliche und Erwachsene leben schon immer mitten in unserer Gesellschaft, aber erst seit einigen Jahren bröckelt das "Schweigegebot", unter das sie von Anfang an gestellt wurden. Dieses Buch soll dazu beitragen, dass in naher Zukunft die Mutter eines Kindergartenkindes auf die Frage, ob das Kind denn nun Mädchen oder Junge sei, wie Jills Mutter antworten kann: "Das wissen wir noch nicht. Vielleicht ist es ja beides oder keins von beidem". Dieser Traum kann sich vielleicht schon bald erfüllen. Noch schöner wäre es, wenn wir es schaffen könnten, bei Kindern das Geschlecht und deren Unterschiede nicht mehr so stark in den Vordergrund zu rücken.

Rezension

Rezension auf dem Blog feministbookshelf vom 04.10.2015:

Zur Geschichte
Jill ist neu im Kindergarten. Die anderen Kinder können Jill ob ihrer oder seiner Erscheinung nicht einordnen und fragen sich, ob Jill nun ein Mädchen* oder ein Junge* ist. Die Mutter antwortet: "Das wissen wir noch nicht". Im Laufe der Geschichte nutzen die Kinder verschiedene Ansätze, um Jill einzuordnen. Tims Vater hat nämlich erklärt, dass man das an den Geschlechtsorganen erkennen könnte. Jill erklärt, dass das bei ihr bzw. ihm nicht so sei. Darauf hin erklärt Almire, dass man das an der Kleidung erkennen könnte. Aber auch dieser Ansatz greift nicht. Schließlich stellen die Kinder fest, dass das Geschlecht nicht wichtig ist, Unterschiede und Vielfalt aber sehr wohl wichtig sind, da sie zum Beispiel auch einen bunten Regenbogen ausmachen.

Jill ist anders ist eines der wenigen Kinderbücher, das sich mit dem Thema Intersexualität beschäftigt. Erschienen ist das Buch erst dieses Jahr. Die Autorin, Ursula Rosen, ist Gymnasiallehrerin. Illustriert wurde das Buch von Alina Isensee. Ursula Rosen erklärt, sie habe den Titel 'Jill ist anders' bewusst gewählt, da erst über die Bennenung des 'Andersseins' erkannt werde, dass Jill nicht in das gängige Schema von Geschlecht hineinpasst. Eine Integration setze ja zunächst einmal das Erkennen des 'Andersseins' voraus. Die Idee zu dem Buch kam ihr, als sie "mal wieder vergeblich versucht hatte, Verlage von Biologiebüchern für das Thema Inter* zu interessieren und - wieder einmal - nur Ablehnung erfahren hatte".

In ihr Kinderbuch legt sie die gesellschafts-verändernde Hoffnung, das System der Zweigeschlechtlichkeit zu durchbrechen. Dieser revolutionäre Ansatz spiegelt sich auch in dem Mut, regelmäßig Jills Pronomen zu wechseln.

» zur Rezension auf feministbookshelf.com

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