Alice Munro: Liebes Leben

Artikelnummer: 978-3-10-048832-9

Das neue Buch der Nobelpreisträgerin Alice Munro! Niemand erzählt eindringlicher davon, wie es wäre, ein neues Leben zu beginnen, als die große kanadische Autorin Alice Munro.

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Das neue Buch der Nobelpreisträgerin Alice Munro!
Niemand erzählt eindringlicher davon, wie es wäre, ein neues Leben zu beginnen, als die große kanadische Autorin Alice Munro.

'Dir diesen Brief schreiben ist wie einen Zettel in eine Flasche stecken und hoffen, er wird Japan erreichen', schreibt Greta in der ersten Erzählung und schickt diese Zeilen an Harris, den Zeitungsreporter, der sie nach einer Party fast geküsst hätte. Aber eben nur fast.

Auf wenigen Seiten kondensiert Alice Munro die geheimen Träume ihrer Figuren. Vierzehn neue brillante Erzählungen, die mit einem furiosen Finale enden: vier Geschichten, in denen sie so persönlich wie nie ('die ersten und die letzten Dinge, die ich über mein Leben zu sagen habe') von sich selbst erzählt.

'Die Meisterin der zeitgenössischen Kurzgeschichte.'
Nobelpreiskomitee

'Mit Munro kann es auf diesem Planeten allenfalls eine Handvoll Schriftsteller aufnehmen.'
Jonathan Franzen

'Eine wahre Virtuosin ihrer Form.'
Salman Rushdie

'Munro ist die schonungsloseste Autorin, die ich kenne, zugleich die zärtlichste, ehrlichste und aufmerksamste. Ich bin unglaublich glücklich darüber, dass ihr der Nobelpreis zugesprochen wurde.'
Jeffrey Eugenides

'Eine wunderbare Autorin. Was Alice Munro mit ihrem Werk gelingt, ist außerordentlich.'
Joyce Carol Oates


Autor*in / Hrsg.: Alice Munro
Literatur aus: USA/Kanada
Weitere Informationen: 14 Erzählungen
Übersetzt von: Heidi Zerning
Umfang: 366 S.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 3 x 21 x 13.6 cm
Gewicht: 468 g
Erscheinungsdatum: 05.12.2013

~ LESEPROBE ~

weitere Ausgaben: Kartoniert

Rezension von Philippa Schindler auf AVIVA-Berlin:

Mit leisen Tönen und ganz unsentimental führt uns die "Meisterin der Kurzgeschichten" in die Abgründe der menschlichen Existenz. Nun erschien ihr neuester Erzählband. Es sei ihr letzter, sagt Munro.

Im vergangenen Jahr erhielt die kanadische Schriftstellerin Alice Munro die höchste Auszeichnung für Literatur - den Nobelpreis. In der Begründungsrede der schwedischen Akademie hieß es, Munro habe mit ihrem umfassenden erzählerischen Werk die zeitgenössischen Short Stories zur Perfektion gebracht. Im englischsprachigen Raum ist Alice Munro bereits seit vielen Jahren eine Bestseller-Autorin, mehr als 150 Kurzgeschichten hat sie seit ihrer ersten Erzählsammlung "Tanz der seligen Geister" im Jahr 1968 veröffentlicht.

Ein klassischer "Munro"

Ein Mann gibt vor, sein Elternhaus verkauft zu haben, um eine Bekannte daran zu hindern, bei ihm einzuziehen. Eine junge Lehrerin verliebt sich in einen älteren Arzt und ist noch Jahre später von dessen Zurückweisung gekränkt. Eine Mutter entflieht ihrer Ehe, indem sie sich mit einem bekifften Hippie einlässt und macht mit ihm Liebe, während ihre Tochter ertrinkt.
Diese und weitere fiktiven Welten lässt Alice Munro in ihren Kurzgeschichten real werden. Unter dem Originaltitel "Dear Life" erschienen diese bereits 2012 in englischer Sprache, seit wenigen Wochen liegt nun auch ihre deutsche Übersetzung vor. Und obgleich sich im künstlerischen Schaffen der Autorin eine brillante Weiterentwicklung erkennen lässt - "Liebes Leben" ist und bleibt ein klassischer "Munro".

Atmen im Rhythmus der ProtagonistInnen (Leah Hager Cohen)

So sind Alice Munros Geschichten seit jeher in der südöstlichen Provinz Ontario - einem flachen und weitläufigen Landstrich, rund um den Lake Huron ? beheimatet. Eben genau dort, wo auch die Schriftstellerin (bis auf eine kurze Unterbrechung) ihr ganzes Leben verbracht hat. Und auch ihre Hauptrollen besetzt Munro schon immer am liebsten mit Frauen: Protagonistinnen, die der Enge ihrer kleinbürgerlichen Existenz zu entkommen versuchen und dabei doch nur auf der Stelle treten. Schonungslos und realitätsnah leuchtet die Schriftstellerin deren Schicksale aus und entwirft auf diese Weise außergewöhnliche Portraits der Charaktere.
Und besonders in diesem Sinne zeugt Munros Prosa von einer enormen Spannbreite. Einerseits ist die Autorin in ihrer geduldigen und niemals richtenden Draufsicht auf die Geschichte sehr weit von ihren Figuren entfernt. Andererseits gelingt es ihr, die inneren Stimmen, ihre Konflikte, Sehnsüchte und Ängste, so fein aufzuzeichnen, dass wir beim Lesen meinen, wir wüssten mehr über die Beweggründe der Figuren, als sie selbst. Nahezu unmerklich entsteht auf diese Weise ein Sog der Verbundenheit, der uns in die Geschichte hineinzieht und uns bis zur letzten Seite in seinem Bann hält. Unweigerlich kommen wir den ProtagonistInnen beim Lesen so nah, dass wir beginnen in ihrem Rhythmus zu atmen.

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