Alison Bechdel: Wer ist hier die Mutter?

Artikelnummer: 978-3-462-04618-2

Mit ihrer unverwechselbaren Kunst, Bilder und Worte gegeneinander zu setzen, ermöglicht Alison Bechdel einen vollkommen frischen und äußerst ehrlichen Blick auf das Terrain der Mutter-Tochter-Beziehung.

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Eine stürmische literarische Auseinandersetzung mit der eigenen Mutter - in Worten und Bildern.

Nach ihrem internationalen Bestseller »Fun Home«, in dem Alison Bechdel ihrem Vater nachspürte, erscheint nun ihre gewitzte, melancholische Abrechnung mit ihrer Mutter, die das Leben der Tochter bis heute bestimmt. Mit ihrer unverwechselbaren Kunst, Bilder und Worte gegeneinander zu setzen, pflügt Alison Bechdel das oft beackerte Terrain der Mutter-Tochter-Beziehung ganz neu um und ermöglicht einen vollkommen frischen Blick auf die erste Beziehung unseres Lebens. »Ich kann dieses Buch nicht schreiben, wenn ich meine Mutter nicht aus dem Kopf kriege«, erzählt Bechdel ihrer Therapeutin. »Aber ich kriege sie nur aus dem Kopf, wenn ich dieses Buch schreibe.«

Den komplexen Prozess, mit der eigenen Geschichte und den eigenen Eltern klarzukommen, zeichnet Alison Bechdel auf noch nie dagewesene Weise nach und auf. Sie bewegt sich dabei ebenso elegant auf den Spuren Virginia Woolfs wie in den Schriften des Psychoanlytikers Donald Winnicott, den sie gern als Mutter gehabt hätte. Kaum verwunderlich bei einer Mutter, die im echten Leben urplötzlich aufhört, die Tochter zu küssen, und immer auf Abstand bleibt. Fast jede Tochter hat ungeklärte Konflikte mit der eigenen Mutter, aber wenige sind dabei so ehrlich wie Alison Bechdel.


Autor*in / Hrsg.: Alison Bechdel
Perspektiven: lesbisch
Weitere Informationen: Übersetzung: Pletzinger/Schnettler
Umfang: 294 S.
Einbandart: gebunden 
Format: 2.4 x 23.2 x 16.1
Gewicht: 683 g
Erscheinungsdatum: 10.04.2014

~ LESEPROBE ~

Rezension von Bärbel Gerdes auf AVIVA-Berlin:

Im zweiten Band ihrer Familiengeschichte zeichnet Bechdel die Beziehung zu ihrer Mutter auf. Unterstützt von Weltliteratur, lesbischer Liebe und Psychoanalyse versucht sie, sich mit ihr auszusöhnen.

Die Graphic Novel hat es nicht leicht in Deutschland, das so gerne in U- und E-Literatur unterscheidet. Die Autorin von Fun Home jedoch, dem ersten Teil ihrer komplizierten und dramatischen Familiengeschichte, hat selbst hierzulande die Kritiker_innen der Feuilletons überzeugt, als das Buch 2008 in Deutschland erschien: sie waren einhellig begeistert. In ihm spielt der Vater eine wichtige Rolle, der von einem LKW überfahren wurde, als Alison Bechdel 19 Jahre alt war. Ein Unfall? Selbstmord? Nach und nach erfährt die Autorin von der Homosexualität ihres Vaters.

In ihrem zweiten Band, Wer ist hier die Mutter, verarbeitet Bechdel die schwierige Beziehung zu ihrer Mutter. Eine Leitfigur beim Schreiben und Zeichnen des Buches wird ihr Virginia Woolf, die in ihrem Roman Zum Leuchtturm wiederum ihrer Mutter ein Andenken setzte und sie dadurch für sich "zur letzten Ruhe" bettete.

Als Grundlage ihrer Spurensuche dienen der Künstlerin ihre eigenen sowie die Tagebücher ihrer Mutter, Briefe und Gespräche.

Zahlreiche Schwierigkeiten tun sich auf. "Ich kann dieses Buch wohl nicht schreiben, wenn ich sie nicht aus dem Kopf kriege. Aber ich kriege sie nur aus dem Kopf, wenn ich dieses Buch schreibe." Problematisch ist zudem, "...dass die Geschichte mit meiner Mutter weitergeht, während ich schreibe."

Diese Graphic Novel stellt Alison Bechdel selbst noch stärker in den Vordergrund als der erste Teil. Ihr Leben lang kämpft sie um die Anerkennung und Wahrnehmung ihrer Mutter. Als Kind diktiert sie ihr ihr Tagebuch und genießt deren ungeteilte Aufmerksamkeit. Sie liebt es, "Krüppelkind" zu spielen - ein Spiel, bei dem sie eine körperliche Beeinträchtigung vortäuscht und an das ihre Mutter gerne teilnimmt.

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