Andrea Jahn (Hrsg.): IN THE CUT. Der männliche Körper in der Feministischen Kunst

Artikelnummer: 978-3-7356-0514-6

Sexualität als zentrales Thema in der Kunst war bis in die 1970er Jahre vornehmlich vom männlichen Blick auf den weiblichen Körper beherrscht. Auch feministische Künstlerinnen konzentrierten sich auf den eigenen Körper, während der (hetero-)erotische Blick auf den Mann bis heute eine Ausnahme darstellt. Wenn feministische Künstlerinnen ihren begehrlichen Blick auf den männlichen Körper werfen, brechen sie damit gleich mehrere Tabus.

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Sexualität als zentrales Thema in der Kunst war bis in die 1970er Jahre vornehmlich vom männlichen Blick auf den weiblichen Körper beherrscht. Auch feministische Künstlerinnen konzentrierten sich auf den eigenen Körper, während der (hetero-)erotische Blick auf den Mann bis heute eine Ausnahme darstellt. Wenn feministische Künstlerinnen ihren begehrlichen Blick auf den männlichen Körper werfen, brechen sie damit gleich mehrere Tabus. Mit ihren Männerbildern erheben sie Anspruch auf sexuelle Selbstbestimmung und künstlerische Autorität. Gleichzeitig stellen sie klassische Rollenzuschreibungen in Frage. Die begleitende Publikation zur Ausstellung in der Stadtgalerie Saarbrücken gibt spannende Einblicke in diese neue Sichtweise.

Ausgehend von der Tatsache, dass wir in der westlichen Welt von Inszenierungen des unbekleideten weiblichen Körpers umgeben sind, hinterfragt das Handbuch » IN THE CUT - Der männliche Körper in der feministischen Kunst« den Zusammenhang zwischen der Verbindung des Sexuellen mit dem weiblichen Geschlecht. Gerade mit Beginn der Moderne werden Bilder des männlichen Akts immer seltener. Auch feministische Künstlerinnen konzentrierten sich zunächst auf den eigenen Körper, während der (hetero-)erotische Blick auf den Mann bis heute eine Ausnahme darstellt. Künstlerinnen, die ihren begehrlichen Blick auf den männlichen Körper werfen, brechen Tabus und kehren traditionelle Machtverhältnisse um. Mit ihren Darstellungen erheben sie Anspruch auf sexuelle Selbstbestimmung und künstlerische Autorität. Gleichzeitig stellen sie klassische Rollenzuschreibungen in Frage und eröffnen den Diskurs für neue Möglichkeiten sexueller Identität.

Der Katalog »IN THE CUT - Der männliche Körper in der feministischen Kunst«, der anlässlich der gleichnamigen Ausstellung der Stadtgalerie Saarbrücken erscheint, zeigt erstmals gesammelte Werke feministischer Künstlerinnen. Allen voran die erste Generation mit Louise Bourgeois, Eunice Golden, Carolee Schneemann, Joan Semmel und Betty Tompkins, für die sich die Ende der 1960er-Jahre neue Möglichkeiten eröffneten, eine eigene künstlerische Sprache zu entwickeln. Die zweite Generation ist vertreten mit Sophie Calle, Anke Doberauer, Kathleen Gilje, Herlinde Knoebel, ORLAN, Susan Silas und Jana Sterbak, die sich in den 1980er- und 90er-Jahren neben Malerei und Fotografie weitere Medien und Darstellungsformen erschlossen.

Seit der Jahrtausendwende sind feministische Strömungen in der Kunst allerdings rückläufig: Fragen der Gleichberechtigung und sexuellen Selbstbestimmung werden wieder seltener gestellt. Umso höher ist die Leistung von Künstlerinnen wie Tracey Emin, Aude du Pasquier Grall, Alicia Framis, Anna Jermolaewa, Julika Rudelius, Mwangi Hutter und Paula Winkler einzuschätzen: »Wir sind immer dabei, gegen Selbstzensur und prüde Widerstände gegenüber einer Thematik anzukämpfen, die weder als Gesprächsthema noch als künstlerisches Motiv akzeptiert wird«, so Andrea Jahn, Direktorin der Stadtgalerie Saarbrücken. »IN THE CUT - Der männliche Körper in der Feministischen Kunst« sei ein erster Schritt auf dem Weg zu einem veränderten Bewusstsein, in dem weibliche Sexualität als eine eigenständige und kreative Kraft wahrgenommen werde. Das umfangreiche Künstlerbuch mit mehr als 300 Seiten enthält zahlreiche Essays, Künstlerporträts und eine Vielzahl farbiger Abbildungen.

IN THE CUT - Der männliche Körper in der Feministischen Kunst, 18.5.2018 - 13.1.2019, Stadtgalerie Saarbrücken

Autor*in / Hrsg.: Andrea Jahn
Kunst: Fotografie Bildende Kunst
Details: Sprachen: Deutsch, Englisch
Herausgeber*innen: Stadtgalerie Saarbrücken / Andrea Jahn
Texte von: Andrea Jahn, Amelia Jones, Richard Meyer, Rachel Middleman
Einbandart: kartoniert
Umfang: 304 S., 203 farbige Illustr.
Format (T/L/B): 2.3 x 27 x 21.1 cm
Gewicht: 1.071 g
Erscheinungsdatum: 15.06.2019

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