Andrea Löther, Lina Vollmer (Hrsg.): Gleichstellungsarbeit an Hochschulen. Neue Strukturen - neue Kompetenzen

Artikelnummer: 978-3-8474-0151-3

Die Gleichstellungspolitik von Hochschulen sieht sich durch neue Anforderungen und veränderte Governance-Strukturen vor die Aufgabe gestellt, ihre Strukturen und institutionellen Formen neu auszuhandeln.

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Die Gleichstellungspolitik von Hochschulen sieht sich durch neue Anforderungen und veränderte Governance-Strukturen vor die Aufgabe gestellt, ihre Strukturen und institutionellen Formen neu auszuhandeln. Die Publikation präsentiert aktuelle Forschungsergebnisse zu Hochschulentwicklung, Professionalisierung und Geschlechtergerechtigkeit und verknüpft diese mit Praxisberichten zur Gleichstellungsarbeit an Hochschulen.

Strukturen und institutionelle Formen an deutschen Hochschulen, die das Thema der Geschlechtergerechtigkeit und Gleichstellung bearbeiten, befinden sich im Wandel. Neben den gewählten und weisungsunabhängigen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten, die ihr Amt je nach landesrechtlichen Vorgaben als Hauptamt, Neben- oder Ehrenamt ausfüllen, werden Stabsstellen, Pro-Rektorate und Funktionsstellen sowohl in der zentralen Verwaltung als auch in einzelnen Einheiten wie Graduiertenschulen oder Exzellenzclustern eingesetzt.

Parallel wird das Amt der Gleichstellungsbeauftragten neu ausgestaltet, indem über Projektmittel oder hochschulinterne Ressourcen an einigen Hochschulen das Büro der Gleichstellungsbeauftragten personell ausgeweitet wird. Für Themen wie Vereinbarkeit von Familie, Studium und Beruf oder Dual-Career-Couples werden zum Teil spezialisierte Einheiten gebildet; an anderen Hochschulen wird das Thema Geschlechtergleichstellung in einen Diversity-Ansatz eingebunden. Diese Veränderungen stehen zum einen in Zusammenhang mit erhöhten Qualitätsanforderungen an die Gleichstellungsarbeit der Hochschulen durch das Professorinnenprogramm, die forschungsorientierten Gleichstellungsstandards der DFG oder die gleichstellungspolitischen Anforderungen aus der Exzellenzinitiative, welche insgesamt die Strategien und Erfolge gleichstellungspolitischer Arbeit an den Hochschulen in den Blick des Hochschulmanagements rücken. Zum anderen lassen sich diese Entwicklungen auch in die Veränderungen der Governance-Mechanismen und die Professionalisierung des Hochschulmanagements einordnen.

Die Publikation führt aktuelle Forschungsergebnisse zu dem Themenkreis "Hochschulentwicklung, Governance, Professionalisierung und Geschlechtergerechtigkeit" unter dem Fokus der Gleichstellungspolitik an Hochschulen zusammen und verknüpft diese mit reflektierenden Praxisberichten.

Inhalt


Autor*in / Hrsg.: Lina Vollmer Andrea Löther
Weitere Informationen: cews. Frauen in Wissenschaft und Forschung
Umfang: 280 S.
Einband: Kartoniert
Format (T/L/B): 1.5 x 21 x 14.9 cm
Gewicht: 372 g
Erscheinungsdatum: 24.04.2014

~ INHALT ~

Rezension von Claire Horst auf AVIVA-Berlin:

Welche Rolle spielt Gleichstellungspolitik heute an den Hochschulen? Welche Auswirkungen haben die strukturellen Veränderungen der Universitäten auf sie? Diesen Fragen geht die Publikation des Kompetenzzentrums Frauen in Wissenschaft und Forschung (CEWS) nach.

Seit den 1980er Jahren, so stellen die Herausgeberinnen fest, "findet eine Transformation des Wissenschafts- und Hochschulsystems statt". Zum einen geschehe dies aufgrund veränderter gesellschaftlicher Erwartungen an die Hochschule, zum anderen aufgrund veränderter Steuerung: Mittelvergabe und Evaluation der Hochschulen sind die wichtigsten Einflussfaktoren, die auch Auswirkungen auf die Gleichstellungspolitik haben.

Zu ihrer Analyse haben die Herausgeberinnen aktuelle Forschungsberichte und beispielhafte Praxisberichte zur Entwicklung einzelner Hochschulen versammelt. Gewinnbringend ist der Band vor allem aufgrund seiner Vielstimmigkeit. Denn die einzelnen AutorInnen kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen: Während einige betonen, dass die neue Organisationsstruktur den Hochschulen gute Chancen zur Implementierung von Gleichstellungsmaßnahmen biete, kritisieren andere die Ökonomisierung der Hochschulen. Frauen haben zwar vermehrt die Chance zum Beispiel auf eine Stelle in der Verwaltung, die oberen Positionen bleiben ihnen oft jedoch weiterhin verwehrt. Birgit Riegraf und Lena Weber stellen noch eine andere Gefahr heraus: Eine rein ökonomische Argumentation führt dazu, dass gleichstellungspolitische Forderungen, die keinen ökonomischen Vorteil bieten, nicht mehr durchgesetzt werden können.

Besonders betont wird von den Herausgeberinnen die Bedeutung einer Vernetzung aller AkteurInnen ? nur so kann es gelingen, die alten Mechanismen und Rollenmuster zu überwinden.

So zeichnen Andrea Löther und Lina Vollmer anhand einer Online-Befragung aller Hochschulen in Deutschland den Stand und die Erfolge der Gleichstellungsarbeit nach. Ihre Untersuchung zeigt, dass personelle Ressourcen ein wichtiger Faktor sind, um auch eine Reflexivität innerhalb der Hochschule zu ermöglichen. Weiterhin sei für den Erfolg der Umsetzung auf der Aufbau von Gender-Expertise in weiteren Bereichen der Hochschule notwendig. "Damit sie jedoch eine kritische Stimme für die Gleichstellung von Frauen und Männern an Hochschulen sein können, bedürfen sie einer eigenen administrativen Unterstützungsstruktur."

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