Andrea Weisbrod: Madame de Pompadour und die Macht der Inszenierung

Artikelnummer: 978-3-932338-61-8

Die Historikerin Andrea Weisbrod räumt mit den hartnäckigen Klischees "der Pompadour" als intriganter Geliebten eines schwachen französischen Königs auf und zeigt die Mätresse als Politikerin und geschickte Machtstrategin.

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Die Meinungen über Madame de Pompadour (1721-1764) sind geteilt. War sie eine machtgierige, berechnende Frau, die den willensschwachen König beherrschte und mit ihrer Verschwendungssucht den französischen Staat in den Ruin trieb? War sie eine gebildete, aufgeklärte Frau, die geschickt in die europäische Politik eingriff, die französische Wirtschaft ankurbelte und die schönen Künste förderte?

Jeanne-Antoinette de Pompadour war eine der mächtigsten Frauen ihrer Zeit. Von 1745 bis 1764 lebte sie als offizielle Mätresse des französischen Königs Ludwig XV. in Versailles. Die Historikerin Andrea Weisbrod räumt mit den hartnäckigen Klischees "der Pompadour" als intriganter Geliebten eines schwachen französischen Königs auf und zeigt die Mätresse als Politikerin und geschickte Machtstrategin.

Autor*in / Hrsg.: Andrea Weisbrod
Biografien von/über: Adligen/Königinnen Frauen an der Seite berühmter Männer
Zeitepoche: 18. und 19. Jh.
Weitere Informationen: Umfang: 180 S., 9 farbige Illustr.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 1.5 x 22 x 16.5 cm
Gewicht: 522 g
Erscheinungsdatum: 21.03.2014

Rezension von Julia Schlecker bei den Bücherfrauen:

Kontakte zu den richtigen Leuten knüpfen, Fallstricke umgehen, auch mal eine Entwicklung abwarten, um dann im nächsten Moment zu reagieren - Netzwerken war im 18. Jahrhundert eine existenzielle Frage!
Diese spannende Biographie über eine der mächtigsten Frauen am Versailler Königshof lehrt uns, dass auch schon vor 200 Jahren kommunikatives Geschick maßgeblich zum Erfolg beitrug!
Die Autorin, in Paris lebende Historikerin, beschreibt leicht verständlich den Weg der Marquise de Pompadour (1721-1764) und wirft einen gelungenen kultur- und kunsthistorischen Blick auf die wahrscheinlich bekannteste Mätresse der Neuzeit, Jeanne-Antoinette de Pompadour, offizielle Mätresse Ludwigs XV. Die Bürgerliche arbeitete sich mit eisernem Durchhaltewillen an die Macht und behauptete sich dort trotz aller Intrigen ihrer zahlreichen Gegenspieler fast zwei Jahrzehnte lang, wirkte unverdrossen als Mäzenin und Unterstützerin der Aufklärer, und das alles mithilfe ihres untrüglichen Gespürs für die Macht der Inszenierung, wie die Autorin anhand der bekanntesten Portraits über die Frau an der Seite Ludwig XV. zeigt. Auch wenn man mit ihren Mitteln nicht immer einverstanden sein mag - bei der Kunst des Netzwerkens und der eigenen Imagebildung kann man sich bei Madame de Pompadour einiges abgucken!

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Rezension von Gertrud Lehnert auf AVIVA-Berlin:

Schönheit und
Intelligenz, perfekte Selbstinszenierung und politische Strategie: Eine bürgerliche Frau im 18. Jahrhundert schafft es, die Geschicke eines mächtigen Landes zu regieren.

Madame de Pompadour (1721-1764) ist zweifellos - nach Madame de Maintenon im 17. Jahrhundert - die interessanteste, einflussreichste und vielschichtigste Mätresse am französischen Hof. Es gelang der jung Verheirateten, mit Hilfe ausgeklügelter Strategien die Aufmerksamkeit König Ludwig XIV. auf sich zu ziehen und ihn mit ihrer Schönheit und Intelligenz so in ihren Bann zu schlagen, dass er sie - obgleich sie aus dem Bürgertum stammte - rasch zur "maîtresse en titre" ernannte, also zur offiziell anerkannten Mätresse. Das war seit langem eine Institution am Hof, die von der jeweiligen Königin geduldet werden musste. Die fromme Ehefrau Ludwigs des XV. musste sogar hinnehmen, dass die neue Maitresse en titre zu ihrer Hofdame ernannt wurde, d.h. in ihrem engsten Kreis verkehrte. Freilich musste die schöne Favoritin des Königs ihrerseits dulden, dass ihr Gebieter ständig andere erotische Gespielinnen außer ihr hatte.

Sex allein konnte also nicht die Methode sein, mit der sich die hochgebildete Madame de Pompadour als erste Mätresse überhaupt fast 20 Jahre in einflussreicher Position am Hofe halten konnte, lange über die Zeit hinaus, in der sie eine sexuelle Beziehung zum König hatte. Keiner Mätresse außer Madame de Maintenon, die zur heimlichen zweiten Ehefrau des fromm gewordenen Ludwig XIV. avancierte, war das bisher gelungen. Madame de Pompadour wurde zur unersetzlichen Freundin und Ratgeberin des Königs, und selbst die Kirche konnte dagegen nichts ausrichten.

Von Anfang an agierte sie als kluge Strategin, die ihre eigene Zukunft und das Wohl ihrer Familie und FreundInnen im Auge hatte und dies sehr geschickt mit ihrer Sorge um Frankreich und den König zu verbinden vermochte.

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