Andreas Hechler, Olaf Stuve (Hrsg.): Geschlechterreflektierte Pädagogik gegen Rechts

Artikelnummer: 978-3-8474-0695-2

Wer sich mit Neonazismusprävention beschäftigt, muss die Kategorie Geschlecht berücksichtigen, denn Geschlecht ist ein Kernaspekt der neonazistischen Ideologie und Lebenswelt. In den Beiträgen werden dieser Standpunkt sowie die pädagogischen und theoretischen Praxen der Trias Geschlecht - Pädagogik - Neonazismus untersucht.

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Wer sich mit Neonazismusprävention beschäftigt, muss die Kategorie Geschlecht berücksichtigen, denn Geschlecht ist ein Kernaspekt der neonazistischen Ideologie und Lebenswelt. In den Beiträgen werden dieser Standpunkt sowie die pädagogischen und theoretischen Praxen der Trias Geschlecht - Pädagogik - Neonazismus untersucht. Die Autor_innen verdeutlichen dabei, dass Neonazismusprävention ebenso gemainstreamt werden muss wie eine geschlechterreflektierte Pädagogik.

Die (häufigsten) Reaktionen auf das Stichwort "Geschlechterreflektierte Neonazismusprävention" lassen sich in zwei Annahmen zusammenfassen:
1. Wer nichts mit Neonazis oder rechten Jugendlichen zu tun hat, muss sich nicht mit Neonazismusprävention beschäftigen.
2. Geschlechterreflektierte Neonazismusprävention ist ein Nischenthema für Spezialist_innen.

Die vorliegende Publikation räumt mit diesen beiden Ansichten auf: Neonazismusprävention richtet sich sinnvollerweise an alle - sonst wäre es keine Prävention. Und eine Auseinandersetzung mit Neonazismus ohne Berücksichtigung der Kategorie Geschlecht ist eine unvollständige, da Geschlecht ein Kernbestandteil (nicht nur) neonazistischer Ideologie und Lebenswelt ist. Daher gehört Neonazismusprävention gemainstreamt, ebenso wie geschlechterreflektierte Pädagogik. Die Verbindung zwischen beiden Feldern wird nicht nur durch den Versuch von extrem rechter Seite deutlich, die Themen Geschlecht und Sexualität zu besetzen, sondern spiegelt auch die Kernthese wider, dass eine kritische Auseinandersetzung mit heteronormativer Zweigeschlechtlichkeit immer auch neonazismuspräventiv ist.

Der Band 'Geschlechterreflektierte Pädagogik gegen Rechts' versammelt 18 Beiträge, die aus transdisziplinärer Perspektive pädagogische und theoretische Praxen der Trias Geschlecht - Pädagogik - Neonazismus reflektieren. Mehrere Methodenbeschreibungen, Farbfotos und ein abschließender Buchkommentar runden die Publikation ab. Sie richtet sich gleichermaßen an Praktiker_innen in pädagogischen Feldern, politisch Aktive, Bildungsreferent_innen, wissenschaftlich Interessierte und alle anderen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten und die ein Interesse an einer offenen, demokratischen und freien Gesellschaft haben.

» Interview mit Olaf Stuve und Andreas Hechler auf neue-wege-fuer-jungs.de
» Interview mit Olaf Stuve und Andreas Hechler auf progress-online.at

Leseprobe


Autor*in / Hrsg.: Olaf Stuve Andreas Hechler
Wissenschaft: postcolonial studies Männlichkeitsforschung
politische Themen: Rechtsextremismus Politik und Demokratie Rassismus & kulturelle Hegemonie
Weitere Informationen: Umfang: 390 S.
Einband: Kartoniert
Format (T/L/B) 2.4 x 21 x 15 cm
Gewicht: 570 g
Erscheinungsdatum: 07.10.2015

~ LESEPROBE ~

Rezension von Lena Hezel auf kritisch-lesen:

Ein längst überfälliger Sammelband zu pädagogischen und theoretischen Praktiken der Trias Geschlecht - Pädagogik - Neonazismus, der aber auch Fragen offen lässt.

Die etablierte Forschung zum Thema Neonazismus/extreme Rechte ignorierte lange Zeit die Bedeutung von Geschlecht und Sexualität in Bezug auf neonazistische Lebenswelten und Ideologien. Und das, obwohl von feministischer Seite seit Beginn der 1990er Jahre auf die Bedeutung von Frauen in der extremen Rechten und deren Weiblichkeitskonstruktionen hingewiesen wird, so etwa durch das Forschungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus. Sogar noch deutlich jünger und noch weniger ausgearbeitet ist eine intensivere Debatte über Männlichkeiten und Neonazismus. Da verwundert es nicht, dass es erst seit wenigen Jahren Arbeiten und praktische Angebote bezüglich geschlechterreflektierter Ansätze der pädagogischen Neonazismusprävention gibt.

Der vorliegende Sammelband stützt sich auf Ergebnisse und Erkenntnisse aus drei Fortbildungs,- Beratungs- und Forschungsprojekten von Dissens - Institut für Bildung und Forschung zum Thema Geschlecht und Neonazismus(prävention). Er liefert insgesamt 18 Beiträge zu pädagogischen und theoretischen Fragestellungen. Teil eins befasst sich mit pädagogischen Praktiken und stellt Ansätze pädagogischer und beratender Arbeit sowie Zielgruppenarbeit in den Mittelpunkt. Teil zwei widmet sich wissenschaftlichen Aspekten und theoretisierenden Überlegungen rund um den Themenkomplex Geschlecht und Neonazismus. Geschlecht und Sexualität werden hierbei unter drei zentralen Aspekten berücksichtigt: erstens als "zentrale Strukturkategorien für eine Analyse extrem rechter Lebenswelten, Verhaltensweisen und Einstellungen" (S.9), zweitens als (geschlechterreflektierte) Ergänzung der Neonazismusprävention und drittens, - mit anderen Herrschaftsverhältnissen und Diskriminierungskategorien verschränkt - zu einer intersektionalen Perspektive zusammengedacht.

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