Anke Stelling: Bodentiefe Fenster

Artikelnummer: 978-3-95732-081-0

Von den 68er-Müttern im Aufbruch hat eine Töchtergeneration den Auftrag erhalten, die Welt zu verbessern - das Waldsterben und die Aufrüstung zu stoppen, ein Zimmer für sich allein zu haben, gemeinsam stark zu sein -, und diesen Auftrag kann Sandra nicht vergessen.

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Von den 68er-Müttern im Aufbruch hat eine Töchtergeneration den Auftrag erhalten, die Welt zu verbessern - das Waldsterben und die Aufrüstung zu stoppen, ein Zimmer für sich allein zu haben, gemeinsam stark zu sein -, und diesen Auftrag kann Sandra nicht vergessen.

Mit vierzig Jahren und als Mutter zweier Kinder ist aus ihr eine Art Kassandra vom Prenzlauer Berg geworden.

Sie sieht, dass die Ideale der Elterngeneration im Alltag verloren gehen, auf dem Spielplatz versanden, im Plenum der Hausgemeinschaft ad absurdum geführt werden. Alles auszusprechen, ist offenbar keine Lösung, weggehen kann sie jedoch auch nicht, außerdem genießt sie ihre Privi legien. Sie feiert die Kindergeburtstage wie früher, wie Pippi Langstrumpf, doch der Kern der Utopie ist nicht mehr da. Und die bodentiefen Fenster machen den Alltag allzu durchsichtig. Am Ende von Anke Stellings Roman, der in schöner Sprache Bitterböses erzählt, geht es ins Müttergenesungswerk: 'Damit Mama wieder lacht.' Bodentiefe Fenster - bodenlose Gegenwart.

Leseprobe


Autor*in / Hrsg.: Anke Stelling
Belletristik: zeitgenössischer Roman
Weitere Informationen: Umfang: 248 S.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 2.5 x 20.3 x 13.9 cm
Gewicht: 405 g
Erscheinungsdatum: 09.03.2015

~ LESEPROBE ~

Rezension von Philippa Schindler auf AVIVA-Berlin:

Kein wahres Leben im Falschen: In süffisant-ironischem Ton nimmt Protagonistin Sandra die durch Heuchelei zersetzten Ideale eines linksliberalen Gemeinschaftshauses im Prenzlauer Berg auseinander.

Bodentief sind die Fenster im selbstverwalteten Gemeinschaftshaus. Und dünn die Wände. Fast genauso dünn wie Sandras Nervenkostüm in den letzten Wochen. Die Protagonistin ? sie ist vierzig, freiberufliche Journalistin und hat zwei Kinder ? hat ein Problem. Seit einiger Zeit reift in ihr eine Erkenntnis heran und droht nun jederzeit überzukochen. Sandra hält es hier einfach nicht mehr aus.

Nicht in diesem Haus, das unter den hohen ökologischen Standards und Plena-Ordnungen ebenso ätzt, wie unter den Idealen der 68er Generation. Nicht mit diesen Menschen. Denen in ihrer spießbürgerlichen Genauigkeit und ihrem permanenten Zwang zur Selbstoptimierung kein Gras grün genug ist. Nicht einmal das der Nachbar_innen. Und schließlich hält es Sandra nicht mehr mit den Müttern aus, die ihre Kinder zum Projekt erheben, oder besser: ihre eigene Unsicherheit mit dem genauen Befolgen von pädagogischen Ratgebern kaschieren. Anstatt einfach mal loszuheilen.

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