Anna Galkina: Das kalte Licht der fernen Sterne

Artikelnummer: 978-3-627-00224-4

Eine Jugend im Russland der späten 1980er Jahre, ein Roman über Liebe und Enttäuschung, Abschied und Aufbruch.

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Eine Jugend im Russland der späten 1980er Jahre, ein Roman über Liebe und Enttäuschung, Abschied und Aufbruch. 

Die matronenhafte Bibliotheksdirektorin Tamara, die mit dem kränklichen Wiktor ihren zweiten Frühling erlebt. Sergej mit den Kunstledersandalen, dessen Scheune begehrter Treffpunkt der Jugendlichen ist. Die drei "Schlampen": Lena mit dem Oberlippenbart, Dina mit dem Vater im Knast und Oksana, Expertin für Schwangerschaftsabbrüche. Nastja beobachtet sie, seit sie ein kleines Mädchen ist. Zusammen mit ihrer Mutter und Großmutter lebt sie in einem Städtchen unweit von Moskau, das bessere Tage gesehen hat. Die Bewohner hausen zwischen Eimern und Einweckgläsern, zwischen Plumpsklo und Gemüsegarten, trinken bitteres Bier und selbstgebrannten Schnaps, beschimpfen und vergnügen, lieben und schlagen sich. Zunächst scheint Nastja als Erzählerin wie über dem Geschehen zu schweben, dann jedoch zieht es sie mitten hinein in das Pop-up-Panorama der russischen Provinz. Sie erlebt Geschichten voller Poesie und Gewalt, Tragik und Humor, Episoden mit ungewissem Ausgang. Bis Nastja sich in den jungen Soldaten Dima verliebt und es so aussieht, als würde ihr Leben eine unvorhergesehene Wendung nehmen. 

Anna Galkinas Blick kennt keine Scheu und kein Erbarmen, durchbohrt die Härte des sowjetischen Alltags, trifft mitten ins Herz. "Das kalte Licht der fernen Sterne" erzählt unerbittlich und doch unbeschwert, mit viel Humor und großer Warmherzigkeit, von Schicksalen, die lange nachhallen.

Autor*in / Hrsg.: Anna Galkina
Belletristik: zeitgenössischer Roman
Land im Fokus: Russland
Details: Debütromane in der FVA
Umfang: 217 S.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 2 x 21 x 13.5 cm
Gewicht: 359 g
Erscheinungsdatum: 15.02.2016

Der Ort meiner Kindheit ist ein Städtchen unweit von Moskau. Zwanzig Jahre sind seitdem vergangen. Ich bin wieder hier.

Unser Haus brannte bald nach unserem Wegzug ab. Der alte Lindenbaum im Garten, vermutlich der älteste Baum im Ort, stürzte ein Jahr später um.

Auf dem Grundstück steht ein neues Haus. Die verkohlten Fensterrahmen liegen immer noch daneben. Das Haus ist neu, aber der Zaun ist alt. Damals hat ihn die Großmutter jedes Jahr vor dem proletarischen 1. Mai-Fest neu lackiert. Jetzt haben Regen und Schnee die Farbe fast vollständig abgewaschen.

Vom Garten aus kann man die Eisenbahnlinie sehen, auf der anderen Seite die alte Brotfabrik. Als Kind saß ich abends oft hinter dem großen Wohnzimmerfenster und schaute der Sonne beim Untergehen zu. Das weiße Fabrikgebäude zog für eine kurze Zeit ein neues Farbkleid an. Dann verblassten die Farben allmählich, und die glühende orangerote Kugel verschwand langsam hinter dem Mauerwerk.

Aus dem Fabrikgebäude ist ein prächtiger Kirchenkomplex geworden. Einige Kuppeln sind vergoldet, andere himmelblau und mit Sternen verziert. Das Gold glänzt, die Sterne leuchten, der Schein trügt.

Ich drücke auf den Auslöser.

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