Anouk Markovits: Ich bin verboten

Artikelnummer: 978-3-8135-0497-2

Als die kleine Mila nach einem Pogrom ihre Eltern verliert, wird sie von der strenggläubigen Familie Stern adoptiert. Zusammen mit der ältesten Tochter Atara wächst sie in der religiösen Gemeinschaft orthodoxer Juden auf. Atara genügt diese enge Welt nicht; Mila jedoch willigt in eine arrangierte Heirat ein...

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Zwei Frauen zwischen Tradition und Rebellion - ein Plädoyer für Toleranz und Freiheit

Als die kleine Mila nach einem Pogrom ihre Eltern verliert, wird sie von der strenggläubigen Familie Stern adoptiert. Zusammen mit der ältesten Tochter Atara wächst sie in der religiösen Gemeinschaft orthodoxer Juden auf. Atara genügt diese enge Welt nicht; Mila jedoch willigt in eine arrangierte Heirat ein. Doch als ihre Ehe kinderlos bleibt, trifft sie eine Entscheidung, an der viele Jahre später ihre Familie zu zerbrechen droht.

Anouk Markovits folgt in ihrem hoch gelobten Roman den Spuren einer chassidischen Familie durch das 20. Jahrhundert. Gekonnt spannt sie den Bogen von Siebenbürgen über Paris bis ins heutige Brooklyn, ermöglicht einen Einblick in diese geschlossene Gemeinschaft und zeigt eindrücklich, wie Menschen an religiöser Engstirnigkeit zerbrechen können.


Autor*in / Hrsg.: Anouk Markovits
Belletristik: zeitgenössischer Roman
weitere Themen: jüdische Frauen
Weitere Informationen: Originaltitel: I am forbidden
Übersetzt von: Anne Rademacher
Umfang: 288 S.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 2.7 x 20.5 x 13.4
Gewicht: 416 g
Erscheinungsdatum: 02.09.2013

~ LESEPROBE ~

Rezension von Judith Kessler auf AVIVA-Berlin:

1939. Eine chassidische Gemeinde des Szatmarer Rebben in Siebenbürgen. Der 5jährige Josef Lichtenstein sieht, unter dem Küchentisch sitzend, zu, wie seine Mutter und seine kleine Schwester von einem Anhänger der rumänischen Eisernen Garde gemeuchelt werden. Florina, das rumänische Dienstmädchen, nimmt ihn zu sich, schneidet ihm die Schläfenlocken ab, nennt ihn Anghel und gibt ihn als ihren Sohn aus. Er lernt beten wie die Christen, Ochsen vor den Pflug zu spannen, den Acker zu pflügen und seine neue Mutter zu lieben ...

Fünf Jahre später beobachtet er ein jüdisches Paar mit Kind, die offenbar auf der Flucht sind. Ein Zug fährt vorbei. Die Frau glaubt den Rebben zu erkennen, der an der offenen Tür des Viehwaggons sitzt und liest ohne aufzuschauen. Sie rennt auf den Zug zu - und wird von Pfeilkreuzlern erschossen, die kurz darauf auch den Mann ermorden. Ihre kleine Tochter Mila läuft Anghel in die Arme, der sie zu Zalman Stern bringt, dem Studienfreund ihres Vaters. Dass sie im Zug den Rebbe gesehen hat, glaubt Mila niemand - Viehwaggons mit Juden haben keine offenen Türen...

Als der Krieg vorbei ist, holt Zalman Stern den Jungen Anghel zu sich, nimmt ihn Florina weg. Sieben Jahre war er bei ihr, war ihr Sohn, ihr ein und alles und sie das seine. Anghel, der jetzt wieder Josef heißt, wehrt sich, erfolglos. Zalman Stern weiß sich im Recht, er bringt Josef seinem Volk zurück, wie es der Rebbe verlangt hat, der inzwischen in Amerika ist, wenngleich er immer gepredigt hatte: Ihr dürft nicht weggehen, nicht Thoraland für trejfene medine aufgeben. Josef sieht Mila wieder, wird aber bald nach Amerika zum Rebben verschifft.

1947 verlassen auch die Sterns Siebenbürgen, aus Angst vor den neuen kommunistischen Machthabern gehen sie nach Paris. Zalmans Tochter Atara und die adoptierte Mila kommen in eine jüdische Schule. Es ist die Zeit vor der Staatsgründung Israels. Während in der Schule gefeiert wird, lernen die Mädchen zuhause, dass die Zionisten "Marionetten des Satans" sind, von denen man sich fernhalten muss. Das Gelobte Land darf nicht aus eigener Kraft erschaffen werden, sondern die Befreiung wird durch ein Wunder geschehen.

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