Antje Schmelcher: Feindbild Mutterglück. Warum Muttersein und Emanzipation kein Widerspruch ist

Artikelnummer: 978-3-280-05520-5

Höchste Zeit, dass der scheinbar unauflösliche Konflikt zwischen Erziehung und Karriere nicht allein den Frauen aufgebürdet wird. Höchste Zeit für einen neuen Feminismus, der auch Mütter als seine Klientel begreift.

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Wer Kanzlerin Merkel kränken will, nennt sie "Mutti". Kein Zweifel: An Müttern scheiden sich die Geister. Ganz besonders an der "Mutter an Heim und Herd" (Peer Steinbrück) oder an der "Sklavin" (Alice Schwarzer). Ständig werden Mütter bewertet: Sie sind entweder zu jung oder zu alt, zu ehrgeizig oder asozial, haben zu viele oder zu wenig Kinder. Muttersein ist ein Makel, der so schnell wie möglich ausgeglichen werden muss.

Höchste Zeit, dass der scheinbar unauflösliche Konflikt zwischen Erziehung und Karriere nicht allein den Frauen aufgebürdet wird. Höchste Zeit für einen neuen Feminismus, der auch Mütter als seine Klientel begreift.


Autor*in / Hrsg.: Antje Schmelcher
Familienthemen: Muttersein
Weitere Informationen: Umfang: 208 S.
Einband: Kartoniert
Format (T/L/B): 1.7 x 21.5 x 13.5 cm
Gewicht: 305 g
Erscheinungsdatum: 14.03.2014

~ LESEPROBE ~

Rezension von Mira Sigel auf dem Blog Störenfriedas:

Hat der Feminismus die Mütter vergessen? Warum sind Mütter in den Augen vieler Queer-Feministinnen voller Privilegien, wegen derer man sie kritisieren muss? Und ist es wirklich so verwerflich, so unemanzipiert, wenn eine Frau einfach Mutter sein möchte? Antje Schmelcher beschreibt in Feindbild Mutterglück - warum Muttersein und Emanzipation kein Widerspruch ist, wie Frauen als Mütter heute einer Vielzahl von Diskriminierungen und unerfüllbaren Leistungsansprüchen betroffen sind.

"Mütter werden ständig bewertet. Sie sind entweder zu jung oder zu alt, zu ehrgeizig oder asozial. Sie haben zu viele oder zu wenig Kinder. Als hysterisch, chronisch überfordert und manipulierbar gelten sie auch noch, kaum in der Lage, den eigenen Nachwuchs zu erziehen. Die Gentrifizierung wird an ihren Kinderwagen abgelesen, ebenso die Höhe der Sozialhilfe. Die Vollzeitmutter gilt als Luxusmodell oder als prekär."

Tatsächlich versucht sich Deutschland seit einigen Jahren in einer "aktiven Bevölkerungspolitik". Gut ausgebildete Akademikerinnen werden mit dem Elterngeld belohnt, sollen aber auch möglichst nach einem Jahr zurück in den Job. Alle anderen, die Alleinerziehenden, die schlecht ausgebildeten und alle die, die ihre Kinder länger selbst betreuen wollen, werden schon durch die staatlichen Leistungen diskriminiert.

Mutterschaft ist für den Feminismus etwas Verdächtiges, weil sie Frauen schwächt, abhängig macht und auf ihre Biologie reduziert, sie daran hindert, sich selbst zu verwirklichen und ein eigenständiges Individuum zu sein. Als Allheilmittel werden dafür oft die gute Ausbildung und der Vollzeitjob von Frauen beschrieben - nur das macht sie unabhängig und gleichberechtigt. Antje Schmelcher bricht ein Tabu, wenn sie dagegen beschreibt, dass es für keine Mutter leicht ist, nach nur einem Jahr intensiver Zeit mit ihrem Kind dieses auf einmal in eine Ganztagsbetreuung zu geben, deren Qualitäten oft mehr als zweifelhaft sind, um sich wieder in den Job zu stürzen, aber dass Frauen heute nicht nur das Gefühl haben, das würde als moderne Frau und Mutter von ihnen verlangt, sie werden dank der Familienpolitik sogar dazu gezwungen.

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