Antje Schrupp: Schwangerwerdenkönnen. Essay über Körper, Geschlecht und Politik

Artikelnummer: 978-3-89741-435-8

Der Mann zeugt das Kind, die Frau bekommt es. - Schwanger werden können nur Frauen. - Mütter sind schwanger gewesen. - Vaterschaft kann man testen. Wer so denkt, denkt falsch: Die 'natürlichste Sache der Welt' steht längst im Spannungsfeld medizinisch-technischer Machbarkeit, persönlicher Entscheidbarkeit, politischer Regulierung und globaler Käuflichkeit.

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Der Mann zeugt das Kind, die Frau bekommt es. - Schwanger werden können nur Frauen. - Mütter sind schwanger gewesen. - Vaterschaft kann man testen. Wer so denkt, denkt falsch: Die 'natürlichste Sache der Welt' steht längst im Spannungsfeld medizinisch-technischer Machbarkeit, persönlicher Entscheidbarkeit, politischer Regulierung und globaler Käuflichkeit.
Befruchtung kann auch in Abwesenheit vom Mann, außerhalb der Frau und ohne Sex stattfinden. Im internationalen Kapitalismus verleihen Frauen ihre Gebärmutter, ihren Leib als Dienstleistung für 'Väter' und 'Mütter', die nicht schwanger sein wollen oder können.
Es ist höchste Zeit, Schwangerwerdenkönnen genauer unter die Lupe zu nehmen und es politisch zu betrachten - um Gesetze ebenso zu überdenken wie eingefleischte Überzeugungen.


Autor*in / Hrsg.: Antje Schrupp
Familienthemen: Reproduktionsmedizin Muttersein Schwangerschaft & Geburt Vaterschaft
Körperthemen: Abtreibung
Details: Einbandart: kartoniert
Umfang: 190 S.
Format (T/L/B): 1.6 x 21 x 13.6 cm
Gewicht: 259 g
Erscheinungsdatum: 01.08.2019
Leseprobe:
Rezension von Dorothee Markert auf bzw-weiterdenken:

Als meine Denkfreundin und bzw-weiterdenken-Mitredakteurin Antje Schrupp von ihrem Buchprojekt über das Schwangerwerdenkönnen erzählte, konnte ich ihre Begeisterung für das Thema überhaupt nicht nachvollziehen. Ich verstand nicht, warum ihr dieser Ansatz wichtig war, und wollte es auch gar nicht wissen. Skeptisch war ich auch, weil ich meinte, Antje sei nun vor den Queer-Feministinnen eingeknickt, und das Schwangerwerdenkönnen sei ein weiterer Versuch, von Frauen reden zu können, ohne das Wort "Frau" zu benutzen. Und was ging mich das Schwangerwerdenkönnen an, wo diese Sorge oder Möglichkeit in meinem Leben doch schon Jahrzehnte zurücklag?

So waren es eigentlich fast nur freundschaftliche Gründe, aus denen ich das Buch jetzt doch gelesen habe. Ich las es in einem Rutsch durch, fand es hochspannend und ebenso leicht zu lesen wie meine Krimis, was bei einem so gründlich durchdachten, gründlich recherchierten und belegten Sachbuch schon eine besondere Leistung ist.

Während des Lesens staunte ich immer wieder über meine eigene Beschränktheit und Dummheit, weil ich nicht selbst erkannt hatte, dass das Schwangerwerdenkönnen ein hochpolitisches und zudem sehr dringliches Thema bzw. ein Thema "mit großem Politikbedarf" ist, wie Antje Schrupp fast in jedem Kapitel betont. Dass ich mit meiner fehlenden Bereitschaft, über das Schwangerwerdenkönnen nachzudenken, nicht allein stand, war dabei ein schwacher Trost: In der Einleitung lese ich, dass dieses Thema auf der gesellschaftspolitischen Ebene kaum der Rede wert ist und im Mainstream philosophischer und naturwissenschaftlicher Debatten zu der Frage, was ein Mensch ist, keine Rolle spielt, was Antje nicht erstaunlich findet, da solche Debatten ja immer noch überwiegend von der Sorte Menschen geprägt werden, die nicht schwanger werden können.

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