Asal Dardan: Betrachtungen einer Barbarin

Artikelnummer: 978-3-455-01099-2

Als Kind iranischer Eltern ist Asal Dardan in Deutschland aufgewachsen, die Erfahrung des Exils hat sie geprägt. In einer erhellenden Auseinandersetzung mit der deutschen Gesellschaft begibt sie sich auf die Suche nach einer gemeinsamen Sprache, nach der Überbrückung des ewigen Gegensatzes von "Wir" und den "Anderen".

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"Asal Dardan traut sich, von den Zwischenorten zu erzählen, von der immerwährenden Suche nach Verortung, und sie stellt damit die dringenden Fragen an unsere Gesellschaft." Lena Gorelik

Als Kind iranischer Eltern ist Asal Dardan in Deutschland aufgewachsen, die Erfahrung des Exils hat sie geprägt. In einer erhellenden Auseinandersetzung mit der deutschen Gesellschaft begibt sie sich auf die Suche nach einer gemeinsamen Sprache, nach der Überbrückung des ewigen Gegensatzes von "Wir" und den "Anderen".

Sprachlich brillant und stilistisch elegant schlägt die Autorin Bögen von der ganz persönlichen Erfahrung zum gesellschaftlich-politisch Brisanten und zeigt auf, dass Zusammenleben bedeutet, Differenz anzunehmen.

»[...] reflektiert, analytisch, formal stilsicher


Autor*in / Hrsg.: Asal Dardan
Details: Einbandart: gebunden
Umfang: 192 S.
Format (T/L/B): 2 x 21 x 13 cm
Gewicht: 302 g
Erscheinungsdatum: 02.02.2021
Buchvorstellung und Leseprobe bei Edition F:

In ihrem Buch "Betrachtungen einer Barbarin" taucht Asal Dardan in Erinnerungen und gesellschaftspolitische Diskurse über Identität, Heimat und Traditionen ein. Nebenbei zeigt sie uns, wie wir Differenzen im Zusammenleben aushalten können.

"Zivilisationen, Kulturen, Nationen entstehen nicht getrennt, sie werden nur getrennt voneinander erzählt", schreibt Asal Dardan. Kaum etwas bestimmt die aktuellen Debatten um Identitäten so sehr wie die Nicht-Orte Herkunft oder Heimat. Nicht zuletzt, weil beide die Identität eines Menschen prägen können und auch Einfluss darauf haben können, welchen Widrigkeiten man im Leben begegnet und welche Chancen einem zugestanden werden. Asal Dardan beschreibt in ihrem Essayband "Betrachtungen einer Barbarin" das Gefühl der Fremde und die Suche nach Zugehörigkeit und erzählt von den Orten, die irgendwo dazwischen liegen. Sie begibt sich auf die Suche nach einer gemeinsamen Sprache, nach der Überbrückung des Gegensatzes von "Wir" und den "Anderen".

Als Kind iranischer Eltern ist Asal Dardan in Deutschland aufgewachsen. Ihr Vater arbeitete unter dem Schah für den iranischen Geheimdienst, nach der Revolution flüchtete die Familie nach Deutschland. Asal Dardan war damals ein Jahr alt. Die Erfahrung des Exils hat sie geprägt: "Meine Flucht ist eine Erzählung, keine Erfahrung", schreibt sie, "Ich selbst habe kein Zuhause verloren, dennoch fällt es mir schwer, mich zugehörig zu fühlen."

Immer wieder lässt Asal Dardan biografische Schnipsel wie diese mit gesellschaftlich-politischen Themen verschmelzen. In zehn dichten Kapiteln zeigt Asal Dardan eines ganz deutlich: Zusammenleben bedeutet, Differenzen auszuhalten.

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Rezension von Helga Egetenmeier auf AVIVA-Berlin:

Wer bin ich denn, fragt sich Kulturwissenschaftlerin Asal Dardan zu Beginn ihres Buches. Denn als sie ein Jahr alt ist, fliehen ihre Eltern mit ihr aus dem Iran nach Deutschland. Entlang ihrer Biographie beschreibt sie, wie sie mit ihren Vorstellungen von Zugehörigkeit kämpfen musste, um sich als Person zu finden. In diesem Kontext diskutiert sie, wie vereinfachende Zuschreibungen Ausgrenzung erst möglich machen und damit dem Menschen nicht gerecht werden.

Die Erkenntnis, keine Heimat zu haben, sei ihr nicht leicht gefallen, schreibt Asal Dardan. Sie fühle sich weder als Iranerin, noch als Deutsche und sei doch beides. Deshalb sei Zugehörigkeit für sie keine Frage der Loyalität zu einem Territorium, sondern ein Prozess. Wohin sie gehört, darüber möchte sie keine grundsätzliche Aussage treffen. Damit wählt sie den entgegengesetzten Ansatz, den Naika Foroutan und Jana Hensel in ihrem Gesprächsband "Die Gesellschaft der Anderen" in den Mittelpunkt stellen. Denn Dardan konstruiert kein vereinnahmendes Wir, sondern bricht in ihren Essays vereinheitlichende Identitätskonstruktionen auf, indem sie diese anhand ihres eigenen Lebenslaufes hinterfragt.

Die Konstruktion der "Barbarin" und der Wert der Begegnung

Wie machtvoll Ausgrenzungen durch politisch forcierte Identitätszuschreibungen sein können, erklärt die Autorin mit einem ihrer Lieblingsbücher. Sie zieht dazu das 1980 erschienene "Warten auf die Barbaren" des südafrikanischen Schriftstellers J. M. Coetzee heran, das sie auch zu ihrem Buchtitel inspirierte. Coetzee beschreibt darin, wie aus Menschen zweier Gesellschaften, die sich noch nie begegnet sind, Feind*innen werden. Die Bewohner*innen eines Staates, in dem ein Klima der Angst herrscht, sind sich sicher, "dass die barbarischen Nomaden angreifen werden", die außerhalb ihrer Grenze leben. Um der vermeintlichen Bedrohung zu entgehen, greifen sie die Fremden an und nehmen einige gefangen. Erstaunt stellen sie fest, dass diese Menschen nicht bedrohlich wirken. Doch sie glauben, dass die/der "Barbar*in" in ihnen steckt und wollen sie durch Foltern sichtbar machen.

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