Aya Cissoko: Ma

Artikelnummer: 978-3-88423-572-0

Ma ist eine berührende Geschichte von Mutter und Tochter, die, hin und hergerissen zwischen Tradition und Modernität, zwischen Afrika und Europa, nach dem Eigenen suchen.

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Ma ist eine berührende Geschichte von Mutter und Tochter, die, hin und hergerissen zwischen Tradition und Modernität, zwischen Afrika und Europa, nach dem Eigenen suchen. Im Zentrum des Romans steht die Mutter, Massiré Dansira, die im Alter von 15 Jahren aus Mali nach Frankreich eingewandert ist und - nach dem Tod ihres Ehemanns - als Alleinerziehende mit den Widrigkeiten des Lebens und vor allem gegen die von Männern beherrschte Welt ihrer Stammesherkunft zu kämpfen hat. Sie bietet alles auf, was sie einmal in Mali gelernt hat, um aus ihren Kindern anständige und aufrechte Menschen zu machen: auf Bambara danbé: Würde, Charakterstärke, Respekt vor Traditionen, Kampfgeist.

Der Roman schöpft viel an Ironie, Humor und auch Lebensweisheit daraus, dass die Tochter und Ich-Erzählerin im ständigen Kampf mit ihrer Mutter lebt. Sie wächst in Paris als modernes Mädchen auf und lebt im Widerspruch zwischen den traditionellen Werten und Anforderungen der familiären Herkunft und denen der französischen Gesellschaft. Als Jugendliche hält die Ich-Erzählerin die Maximen aus Afrika für völlig fehl am Platze. Aus ihr wird eine erfolgreiche Boxerin.

Der Roman vermittelt uns einen Einblick in das Schicksal von Migrantinnen aus Afrika, die sich in Europa durchschlagen, mit welchen alltäglichen Vorurteilen und rassistischen Überheblichkeiten sie konfrontiert sind und wie sie sich gleichzeitig gegen die starren Traditionen der eigenen Herkunft zur Wehr setzen. Die jüngere Generation setzt sich offen mit ihnen auseinander, dadurch wird konkret, was Stereotype und Diskriminierung in Europa bedeuten.

Ma ist die Geschichte einer mutigen Frau, die Liebeserklärung an eine Mutter, die in einer fremden Kultur ihr Leben meistern muss.


Autor*in / Hrsg.: Aya Cissoko
Belletristik: biografische Literatur
Literatur zu: Migration und Exil
Details: Originaltitel: N'BA. Ma mère
Übersetzt von: Beate Thill
Umfang: 180 S.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 2 x 21.3 x 14.1 cm
Gewicht: 338 g
Erscheinungsdatum: 25.08.2017

~ LESEPROBE ~

Rezension von Marion Voigt bei den Bücherfrauen:

Massiré Dansira stammt aus Mali. Ihre erwachsene Tochter Aya erzählt, wie Ma als 15-Jährige verheiratet wurde und zu ihrem Mann nach Frankreich zog, vier Kinder bekam und später als Witwe allein für die Familie sorgte - immer darauf bedacht, die Traditionen ihres Clans zu wahren. Aya lebte in ständigen Konflikten mit Ma und ihren Werten. Sie suchte sich ihren eigenen Weg, wurde erfolgreiche Boxerin, musste ihre Karriere jedoch nach einer schweren Verletzung aufgeben. Doch die Mutter war da, um sie zu pflegen, und Aya erholte sich.

Das Buch beginnt mit Mas Tod und es endet damit. Dazwischen liegt fast ein ganzes Leben. Es wird deutlich, wie die Stammesstrukturen in Mas Heimat funktionieren und nach der Migration weiterwirken. Auch die verschiedenen Stationen der Familie in Paris, die Bedingungen, unter denen sich Integration (nicht) vollziehen kann, zeichnen sich ab. Das ist eindrucksvoll erzählt. Zitate in der westafrikanischen Sprache Bambara durchziehen das Buch, die Mutter hat außerdem ihre eigene Redeweise, knapp, bildhaft, teils roh.

Ist das ein Roman? Ein Memoir? Vielleicht ein Epitaph für einen geliebten Menschen. In jedem Fall aber ein authentisches Beispiel für Frauengeschichten.

» zur Rezension auf buecherfrauen.de


Rezension von Kristina Tencic auf AVIVA-Berlin:

Von der Tochter einer alleinerziehenden Migrantin aus Mali zur Boxweltmeisterin, Politikwissenschaftlerin und zur Schriftstellerin - das ist der beeindruckende Lebensweg Aya Cissokos, die dem Einwanderungsland Frankreich einen Spiegel vorhält, und zeigt, was sich hinter den unscheinbaren Fassaden dunkelhäutiger Frauen für Kulturkämpfe abspielen. Diese schreibend auszufechten, ist Aya Cissoko mit ihrem neuen Roman "Ma" ausgezogen.

"Ma" erzählt autobiografisch von Aya Cissokos Mutter, die nach dem Brandanschlag auf ihre Wohnsiedlung in der Banlieu ihren Mann und eine Tochter verliert und sich entgegen der Tradition, die auch in der neuen Heimat Frankreich alle Lebensbereiche beherrscht, dagegen entschließt, erneut zu heiraten. Alleinerziehend versucht sie, ihrer Tochter auf diesem Drahtseilakt zwischen Tradition und Moderne, alter und neuer Heimat, ihre anerzogenen Werte aus Mali weiterzugeben, die um Würde, Charakterstärke und Respekt vor Alteingesessenem kreisen. Männer kontrollieren auch in Frankreich die Ausführung der Stammesriten, und machen das Leben der Alleinerziehenden und ihrer allzu modernen Tochter keineswegs einfacher. Aya Cissoko verinnerlicht die Wut und den ständigen Kampf und macht ihn zu ihrer Berufung: erst physisch durch den Boxkampf und seit dem Jahr 2000 sehr viel versöhnlicher durch ihr Schreiben von Romanen.

» weiterlesen auf AVIVA-Berlin.de

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