Barbara Beuys: Die neuen Frauen - Revolution im Kaiserreich: 1900-1914

Artikelnummer: 978-3-458-36119-0

Sexismus und Emanzipation - die Wurzeln der heutigen Diskussion liegen in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Im deutschen Kaiserreich gewinnen die Frauen an Einfluss und werden allmählich zu einem wichtigen Teil des öffentlichen Lebens.

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Sexismus und Emanzipation, Frauenquote und Vereinbarkeit von Familie und Beruf - die Wurzeln der heutigen Diskussion liegen in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg.
Im deutschen Kaiserreich gewinnen die Frauen an Einfluss und werden allmählich zu einem wichtigen Teil des öffentlichen Lebens. Sie sind erstmals berufstätig, sind Ärztinnen und Künstlerinnen, arbeiten in Büros und Postämtern und setzen sich für das Wahlrecht ein. Frauenvereine bringen selbstbewusst Themen wie Sexualität und Scheidung an die Öffentlichkeit.

Barbara Beuys schildert eine Geschichte der Emanzipation, die so noch nie erzählt wurde. In einem breiten Panorama aus Lebensbildern - von Clara Zetkin bis Else Lasker-Schüler, von Helene Lange bis Karen Horney und Asta Nielsen - zeigt Barbara Beuys, wie eng der Kampf um Emanzipation und die Politik im Kaiserreich miteinander verwoben sind.

Leseprobe


Autor*in / Hrsg.: Barbara Beuys
Zeitepoche(n): 20. und 21. Jh.
weitere Themen: Sexismus
Details: insel taschenbuch 4419
Umfang: 380 S.
Einband: Kartoniert
Format (T/L/B): 2.3 x 19 x 11.8 cm
Gewicht: 356 g
Erscheinungsdatum: 04.11.2015

~ LESEPROBE ~

weitere Ausgaben: Gebunden

Rezension von Jutta Pivecka auf bzw-weiterdenken.de:

Barbara Beuys gibt in "Die neuen Frauen - Revolution im Kaiserreich 1900 - 1914" einen Überblick über die Frauenbewegungen und die bewegten Frauen dieser Umbruchsepoche. Sie erinnert in der "Vorgeschichte" an die Namen mutiger Frauen wie Louise Otto-Peters, Auguste Schmidt oder Henriette Goldschmidt, die schon in der Mitte des 19. Jahrhunderts als Publizistinnen eine Revolution der Geschlechterverhältnisse herbeizuschreiben versuchten: "Dem Reich der Freiheit werb' ich Bürgerinnen" ist das Motto ihrer Zeitschrift, die 1849 erstmals erscheint.

Im 2. Kapitel geht es um jene Frauen, denen um die Jahrhundertwende ein Studium in Deutschland noch versagt blieb, die sich aber jenseits der Grenze in der Schweiz ihren Traum von einer vertieften Bildung oder ihren Berufswunsch (viele als Ärztin) erfüllten. Die Studienkolleginnen Franziska Tiburtius und Emilie Lehmus gründen schließlich gemeinsam die erste Poliklinik für Frauen in Berlin. Interessant ist hierbei zu lesen, wie absurd bis heute gewürdigte Größen der Medizin ihre Abwehr weiblicher Kolleginnen begründeten. So zum Beispiel Professor Virchow, den Beuys zitiert: "Das Weib ist eben nur Weib durch seine Generationsdrüse; alle Eigentümlichkeiten seines Körpers und Geistes oder seiner Ernährung und Nerventätigkeit: die süße Zartheit und Rundung der Glieder?jener schöne Schmuck der Kopfhaare...diese Tiefe des Gefühls?diese Sanfmut, Hingebung, Treue - kurz alles, was wir an dem Weibe Weibliches bewundern und verehren, ist nur eine Dependenz des Eierstockes."

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Rezension von Julia Lorenz auf AVIVA-Berlin:

Während Kaiser Wilhelm Deutschland auf den Weltkrieg einschwor, probten Frauen den Aufstand gegen Sexismus und Unterdrückung. Historikerin Barbara Beuys zeichnet nun die Geschichte der ersten Welle des Feminismus nach.

Mit dem neunzehnten Jahrhundert, so schien es, verabschiedete sich auch ein Teil der alten Weltordnung. Die Industrialisierung hatte Städte zu Metropolen werden lassen, die Eisenbahn überbrückte räumliche Distanzen und neue Strömungen und Denkschulen stellten die Deutungshoheit der Kirche in Frage. Das Europa der Männerbünde war in die Jahre gekommen. Schon seit der Märzrevolution 1848 hatten Frauen begonnen, immer vehementer ihre Rechte einzufordern, doch erst mit dem Jahrhundertwechsel schien der gesellschaftliche Aufbruch in Gang zu kommen: Frauen wie Alice Salomon und die Publizistin Hedwig Dohm hievten Missstände von der Privatsphäre ins öffentliche Bewusstsein.

Die Historikerin Barbara Beuys portraitiert in ihrem Werk "Die neuen Frauen - Revolution im Kaiserreich 1900-1914" nun die Protagonistinnen der frühen Frauenbewegung. Schon mit Biografien über Sophie Scholl, die Malerin Paula Modersohn-Becker und Annette von Droste-Hülshoff hat sich Beuys als Chronistin der Frauengeschichte verdient gemacht.

Der Titel ihres neuen Werks scheint zunächst irreführend: Nicht 1900, sondern bereits 1849 setzt Beuys an, und zwar mit der Gründung der ersten gesamtdeutschen Frauenzeitung durch Louise Otto. "Dem Reich der Freiheit werb´ ich Bürgerinnen!" verkündete die sächsische Schriftstellerin selbstbewusst - und stieß damit auf heftigsten Widerstand. Obwohl die Zensurbehörde ihre Publikation mit Hausdurchsuchungen und Druckverboten torpedierte und 1853 schließlich ganz verbot, folgte Otto kampflustig ihrem Credo, "wenigstens mit den Ketten zu klirren, die man nicht lösen kann": Nach dem Ende ihrer Frauen-Zeitung setzte sie sich als Schriftstellerin weiterhin für Emanzipation und Gleichberechtigung ein.

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