Birgit Seemann: "Mit den Besiegten" Hedwig Lachmann (1865-1918). Deutsch-jüdische Schriftstellerin und Antimilitaristin

Artikelnummer: 978-3-86841-073-0

Die Schriftstellerin, Lyrikerin, Übersetzerin und Antimilitaristin Hedwig Lachmann (1865?1918) war lange vergessen. Das Buch zeichnet ihre geistige und künstlerische Entwicklung nach: das jüdische Elternhaus und die Beziehung zum Vater, dem Kantor und Musikgelehrten Isaak Lachmann...

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Im Interview (2008) bekannte der US-amerikanische Filmregisseur Mike Nichols: "Ich bin vorbelastet. Meine Großmutter Hedwig Lachmann schrieb das Libretto zu "Salome". Sie übersetzte Oscar Wilde (...) ins Deutsche und arbeitete mit Richard Strauss am Libretto".

Die Schriftstellerin, Lyrikerin, Übersetzerin und Antimilitaristin Hedwig Lachmann (1865?1918) war lange vergessen. Das Buch zeichnet ihre geistige und künstlerische Entwicklung nach: das jüdische Elternhaus und die Beziehung zum Vater, dem Kantor und Musikgelehrten Isaak Lachmann, die kulturellen Erfahrungen in England und Ungarn, der Kreis um den 'Dichterfürsten' Richard Dehmel, das Engagement gegen den Ersten Weltkrieg.

Über Hedwig Lachmanns ehelichen "Bund" mit dem anarchistischen Kulturphilosophen Gustav Landauer, schrieb Hermann Sinsheimer: "Sie waren zwei Menschen wie auf Flügeln, und sie waren zusammen eine Einheit (...)."

Autor*in / Hrsg.: Birgit Seemann
Biografien von/über: Aktivistinnen Schriftstellerinnen
Zeitepoche: 20. und 21. Jh. 18. und 19. Jh.
weitere Themen: jüdische Frauen
Weitere Informationen: Gustav Landauer: Ausgewählte Schriften, Bd. 9
Widerständige Frauen, Bd. 14
Hrsg. von: Siegbert Wolf
Umfang: 170 S., Illustr. v. Uwe Rausch
Einband: Kartoniert
Gewicht: 311 g
Format: 207 x 137 x 41
Erscheinungsdatum: 07.09.2012

Rezension von Antje Schrupp:

Hedwig Lachmann: Weit lieber doch besiegt sein, als verführt von eitlem Glanz...

Die letzten Tage habe ich eine Biografie über Hedwig Lachmann (1865-1918) gelesen, eine Dichterin und Übersetzerin - übersetzt hat sie zum Beispiel Edgar Allan Poe, Oscar Wilde und Honoré de Balzac. Bekannt geworden ist sie aber vor allem (naja, so mittelmäßig bekannt wenigstens), weil sie die Lebensgefährtin von Gustav Landauer war, mit dem sie auch zwei Töchter hatte.

Ich interessiere mich bei Biografien ja weniger für die Lebensgeschichten, als vielmehr für die politischen Ideen, und in dieser Hinsicht lässt mich das Buch noch etwas ratlos. Was weniger an dem Buch liegt, als vielmehr daran, dass Hedwig Lachmann eben vor allem Gedichte geschrieben hat, und Gedichte gehen irgendwie nicht so an mich.

Dabei wäre sicher viel Interessantes zu heben, zumal Lachmann ihre Freiheitsliebe explizit nicht an das Streben nach Gleichheit mit den Männern knüpfte, sondern solche Ansinnen klar zurück wies. Zum Beispiel schreibt sie an einen Freund, der eines ihrer Werke kritisch kommentiert hatte:

Das mit der "Frauenlogik" will ich mir aber doch nicht gefallen lassen. Denn die ist's nicht, wenn etwas nicht so gelingt, wie ich's gern möchte. Dann ist es eben meine Stümperhaftigkeit, die ich mit tausend Männern gemein habe. Vielleicht streife ich sie mit der Zeit etwas ab, meine Frauenlogik will ich gar nicht abstreifen, ich will gar nicht anders schreiben, wie eine Frau. (S. 29)

Doch leider wird dieser Aspekt in dem Buch nicht genauer behandelt, zumal die inhaltlichen Debatten, die geschildert werden, Hedwig Lachmann vor allem im Vergleich mit den Männern ihrer Umgebung zeigen, nicht in der Auseinandersetzung mit anderen Frauen. Was aber vermutlich auch der Quellenlage geschuldet ist.

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