Brigitte Reimann, Christa Wolf: Sei gegrüßt und lebe. Eine Freundschaft in Briefen und Tagebüchern 1963-1973

Artikelnummer: 978-3-351-03636-2

Der berührende Dialog zweier großer Autorinnen

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Der berührende Dialog zweier großer Autorinnen

In diesen Briefen und Notizen findet sich jede Nuance, die intensives Leben ausmacht. Zwei kreative, engagierte Frauen ermutigen einander, Konflikte durchzustehen und den eigenen Weg zu verfolgen. Dabei entfaltet sich ein authentisches Porträt des DDR-Alltags voller Schwierigkeiten, Hoffnungen und Illusionen.

Die Neuausgabe wird durch zum Teil unveröffentlichte Tagebuchauszüge wie der ergreifenden Schilderung Christa Wolfs von ihren letzten Besuchen bei der todkranken Freundin ergänzt.

'Eine Ankunft im Alltag zweier großer Schriftstellerinnen.' FAZ


Autor*in / Hrsg.: Brigitte Reimann Christa Wolf
Zeitepoche: 20. und 21. Jh.
Biografien von/über: Schriftstellerinnen
Details: Hrsg.: Angela Drescher
Umfang: 270 S.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 2.5 x 22 x 13.5 cm
Gewicht: 408 g
Erscheinungsdatum: 14.03.2016

Rezension von Yvonne de Andrés auf AVIVA-Berlin:

Brigitte Reimann und Christa Wolf lernen sich erst 1963 persönlich richtig kennen, auf einer Delegationsreise nach Moskau. Anlässlich des 85. Geburtstags von Christa Wolf ist der Band in erweiterter Neuausgabe erschienen.

Brigitte Reimann bezeichnet Christa Wolf in ihrem ersten Tagebucheintrag vom 12.02.1960 als "meine beste Feindin". Diese Ehrenbezeichnung geht darauf zurück, dass Christa Wolf als Teil des DDR-Literaturbetriebes und Mitglied der Jury "Zur Förderung des lit. Gegenwartsschaffens" den Literaturpreis in jenem Jahr an Irmgard Morgner mit verlieh. Auch ein bereits zugesicherter Vorabdruck in der Neue Deutsche Literatur (NDL) wurde nach Brigitte Reimanns Aufzeichnungen von Christa Wolf 1960 intrigant verhindert.

In Moskau begegnen sich Brigitte Reimann und Christa Wolf auf der Tagung des Deutschen Schriftstellerverbandes 1963. Beide halten diesen Moment in ihren Tagebüchern fest. Bei Brigitte Reimann hat mittlerweile ein Auffassungswechsel stattgefunden. Brigitte Reimann am 8.10.1963: "Aber Christa Wolf ist eine gute Reisegefährtin, freundlich und gelassen und erfahren und sehr viel erwachsener als ich." Und am 11.10.1963 vertraut sie dem Tagebuch an: "[?] nachts, im Dunkeln, in einer fremden Stadt - man erzählt Dinge, die man tagsüber nicht erzählen würde, und Christa ist so ein Mensch, dem man alles sagen kann, und man weiß es bewahrt. [...] Ich glaube, wir verstehen uns jetzt gut (sie ist eine von den "Guten" nach meiner Kindereinteilung), ich mag sie sehr leiden."

Christa Wolf hält diese Begegnung in einer gänzlich anderen Tonalität am 21.10.1963 in ihrem Tagebuch fest. "[...] Brigitte Reimann. Ein Kapitel für sich. Teilt die Menschen in "gute" und "schlechte" ein. Ich hatte viel damit zu tun, ihr solche unhistorischen Gesichtspunkte fragwürdig zu machen. Kam mit ziemlichen Bilderbuchvorstellungen nach Moskau (hier helfen sich alle Menschen gegenseitig, hier sagen junge Leute immerzu Gedichte auf, hier tanzen Bauern auf dem Bahnhof Hopak usw.). War dann von manchem arg enttäuscht, bis ... sich Verehrer fanden."

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