Brigitte Röder (Hg.) im Auftrag des Archäologischen Museums Colombischlössle: Ich Mann. Du Frau. Feste Rollen seit Urzeiten?

Artikelnummer: 978-3-79305-114-5

Die Ausstellung 'Ich Mann. Du Frau. - Feste Rollen seit Urzeiten?' und dieses Begleitbuch gehen der Frage nach, was wir über Geschlechterverhältnisse in der Frühzeit wissen und wie die Archäologie zu diesen Erkenntnissen kommt.

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Das Thema Geschlechterrollen ist heute in aller Munde. Häufig werden aktuelle Verhaltensmuster mit der angeblichen Arbeitsteilung in der Steinzeit in Verbindung gebracht. Die Ausstellung 'Ich Mann. Du Frau. - Feste Rollen seit Urzeiten?' und dieses Begleitbuch gehen der Frage nach, was wir über Geschlechterverhältnisse in der Frühzeit wissen und wie die Archäologie zu diesen Erkenntnissen kommt. Zudem vermittelt das Buch Informationen zu den in der Ausstellung präsentierten Fallbeispielen aus der Ur- und Frühgeschichte und gibt Einblicke in die Arbeitsweise der Archäologie, speziell der archäologischen Geschlechterforschung. Thematisiert werden auch moderne Geschlechterbilder, ihre gesellschaftliche Relevanz und ihre Entstehung.

Ausstellung und Begleitband sollen anregen, über moderne Rollenklischees - oft auf die Vergangenheit projiziert und so legitimiert - zu reflektieren, und auf diese Weise für die kulturelle Vielfalt der Bedeutung von ' Geschlecht ' in Vergangenheit und Gegenwart sensibilisieren.


Autor*in / Hrsg.: Brigitte Röder
Zeitepoche(n): Ur- und Frühzeit
Weitere Informationen: Begleitbuch zur Ausstellung im Colombischlössle, 16. Oktober 2014 - 15. März 2015
Hrsg.: Archäologisches Museum Colombischlössle Freiburg im Breisgau
Umfang: 240 S.
Einband: Kartoniert
Format (T/L/B): 1.7 x 23.5 x 16.5 cm
Gewicht: 732 g
Erscheinungsdatum: 15.10.2014

Rezension von Gera Kessler auf beziehungsweise-weiterdenken:

Endlich ist wieder eine leicht zugängliche Zusammenstellung von geschlechterkritischen Forschungsansätzen in der Archäologie verfügbar. Sie erschien als Begleitbuch zu der kleinen Ausstellung des Archäologischen Museums Colombischlössle in Freiburg/Breisgau vom 16. Oktober 2014 bis 17. Mai 2015. In dieser Ausstellung wurden u.a. verschiedene Interpretationsmöglichkeiten eines einzigen Fundzusammenhanges durch mehrere unterschiedliche Installationen bildhaft dargestellt. Dass eine solche Ausstellung notwendig und zudem so einmalig ist, zeigt, welche Defizite in Bezug auf die geschlechterkritische Deutung von archäologischen Funden und zugehörigen Hypothesen noch bestehen.

Das Begleitbuch ist eine Sammlung von Beiträgen verschiedener AutorInnen und bietet eine Fülle von Überlegungen, die geeignet sind, Bilder fester Rollenzuschreibungen in der Urgeschichte aufzulösen. Die Beiträge sind Einzelerörterungen aus dem riesigen Zeitraum der gesamten Urgeschichte, deren Darstellung in besonderer Weise auf Interpretationen angewiesen ist, u.a. deswegen, weil schriftliche Zeugnisse nicht vorhanden sind. In ihrer unterschiedlichen Angehensweise (vgl. den Beitrag von Sigrid Schmitz: "Das Gehirn von Jägern und Sammlerinnen -Evolutionäre Mythen für die Gegenwart") und dem jeweils anderen Zeithorizont der Beiträge sind sie ein Abbild für das Forschungsgeschehen in der Archäologie und ihren angrenzenden Wissenschaften, das eine Unmenge an Puzzleteilchen zusammenträgt und nur manchmal die verschiedenen Teile zu einer Erkenntnis zusammenführen kann.

Jeder einzelne dieser Beiträge ist lesens- und wissenswert, wenn eine oder einer sich nicht nur für Urgeschichte interessiert, sondern sich darüber hinaus auch bewusst ist, dass die bisher auf unserem patriarchalen Blick beruhenden Aussagen über "Menschen" nicht immer das darstellen, was es über Frauen in der Geschichte zu wissen gibt.

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