Caroline Fourest: Generation Beleidigt. Von der Sprachpolizei zur Gedankenpolizei

Artikelnummer: 978-3-89320-266-9

Die feministische Publizistin Caroline Fourest setzt sich anhand konkreter Vorkommnisse und Debatten mit einer gefährlich irrationalistischen Strömung der Identitätspolitik auseinander, die inzwischen auch an europäischen Unis die Hegemonie zu erlangen versucht.

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"Generation Beleidigt" von Caroline Fourest auf Platz 1 der Sachbuch-Bestenliste für März

Die feministische Publizistin Caroline Fourest setzt sich anhand konkreter Vorkommnisse und Debatten mit einer gefährlich irrationalistischen Strömung der Identitätspolitik auseinander, die inzwischen auch an europäischen Unis die Hegemonie zu erlangen versucht.

"Dies ist die Geschichte einer kleinen gemeinen Lynchjustiz, die in unser Privatleben eindringt, uns Identitäten zuschreibt und unseren demokratischen Austausch zensiert. Eine Plage der Sensibilität. Jeden Tag eine Gruppe, eine Minderheit, ein zum Stellvertreter einer Sache sich aufspielendes Individuum, das fordert, droht und uns auf die Nerven geht. In Kanada fordern Studenten die Streichung eines Yogakurses, um sich nicht dem Risiko der indischen Kultur auszusetzen. In den Vereinigten Staaten würde man am liebsten asiatische Menüs in den Kantinen verbieten und die als anstößig und normativ verurteilten großen klassischen Werke von Flaubert bis Dostojewski aus dem Unterrichtsplan streichen. Studenten bezeichnen den geringsten Widerspruch als »Mikroaggression« und klagen »safe spaces« ein. In Wirklichkeit aber lernt man nur, Debatten zu meiden. Aufgrund geographischer oder sozialer Herkunft, Geschlecht, Hautfarbe und der persönlichen Geschichte versucht man, die Hegemonie über die öffentliche Rede zu erreichen. Eine Einschüchterung, die bis zur Entlassung von Professoren geht." (Caroline Fourest)

Autor*in / Hrsg.: Caroline Fourest
Perspektiven: lesbisch jüdisch
politische Themen: politische Kämpfe Politik und Demokratie
Details: Critica Diabolis 284
Übersetzt von: Alexander Carstiuc/Mark Feldon/Christoph Hesse
Einbandart: Paperback
Umfang: 145 S.
Format (T/L/B): 1.2 x 21 x 12.5 cm
Gewicht: 185 g
Erscheinungsdatum: 13.10.2020
»Stündlich aktueller. Es ist das Buch zum Verständnis einer Debatte, die aus dem Ruder gelaufen ist. Doch wem nützt es, stets auf die ethnische Zugehörigkeit von Menschen zu verweisen, um darüber zu bestimmen, wer im öffentlichen Diskurs die Stimme erheben darf? Wie sinnvoll ist das? Und wohin führt es?« (Johanna Adorján, Süddeutsche Zeitung)

»Eine treffendere Analyse wird man so schnell nicht finden.« (Hannah Bethke, FAZ)

»Über den identitätspolitischen Aktivismus an US-Universitäten ist schon viel geschrieben worden. Die Autorin Caroline Fourest erklärt, wie es so weit kommen konnte. Und plädiert aus linker Perspektive für die freie Rede.« (Deutschlandfunk Kultur)

»Es ist nicht allein Fourests Verve, die beeindruckt, sondern die analytische Klarheit, mit der sie den Beispielen aus ihrem kulturellen Umfeld zu Leibe ru¨ckt.« (Harry Nutt, Berliner Zeitung)

»Eine scharfe Provokateurin, das macht sie auch sprachlich interessant.« (Bayern2)

»Caroline Fourest schreibt mit erstaunlicher Klarheit und Eleganz. Ihr Buch präsentiert überraschende Zusammenhänge.« (Karl Pfeifer, jungle world)

»Caroline Fourest war Mitarbeiterin auch von "Charlie Hebdo", sie publiziert und lehrt zu Fragen des Multikulturalismus und universellen Menschenrechten. An zahllosen konkreten, oft selbst erlebten Fällen in Europa und Nordamerika schildert sie, wie Wissenschaftler und Autoren jeden Geschlechts ebenso wie Künstlerinnen und Künstler und ihre Werke bedrängt und abgecancelt werden: weil es für reale oder vermeintliche "Opfergruppen" verletzend sei, wenn sich andere zu deren Themen äußern und sie sich so gleichsam neokolonial "anverwandeln". Versuche der Inklusion werden so im Gestus offensiver Exklusion abgewiesen. Muslimische Studentinnen zum Beispiel verweigerten Caroline Fourest, weiß, lesbisch, jüdisch, das Recht, mit ihnen über politischen Islamismus zu sprechen.« (Peter von Becker, Tagesspiegel)

»In ihrem Buch analysiert die Französin, wie sich ein Teil der Linken zum Steigbügelhalter des politischen Islam macht, gestützt von einer naiven Universitätselite. Den Kampf um die Freiheit gibt sie dennoch nicht verloren.« (Ute Cohen, Die literarische Welt)

»Das Unbehagen wächst, und es wächst allenthalben. Man muss längst nicht mehr die politische Seite wechseln, um die inquisitorischen Praktiken der kulturellen Linken als selbstgerechte Inszenierung zu erleben. Zornige Feministinnen wie die Pariser Publizistin und Filmemacherin Caroline Fourest hadern mit einer "Generation Beleidigt", die universalistische Forderungen nach Gleichstellung und Gerechtigkeit an Geschlecht und Hautfarbe derjenigen knüpfen, die sie vortragen. Und sie rauft sich die Haare über die "neue Gotteslästerung", derer sich noch die harmloseste Form "kultureller Aneignung" bezichtigen lassen muss.« (Gregor Dotzauer, Tagesspiegel)
Rezension von Alexander Jungkunz auf nordbayern.de:

Darf eine weiße Frau Dreadlocks tragen? Oder darf eine Heterosexuelle einen Trans-Mann spielen? Manche sagen: Nein. Das wäre für sie eine heikle kulturelle Aneignung. Da startet eine Debatte, die gefährliche Tendenzen aufweist - eine andere Art der Ausgrenzung, die da von der neuen Sprachpolizei betrieben wird.

Darf ich diesen Text überhaupt schreiben? Als älterer weißer Mann? Kann ich mich da äußern über die Gefühle und Befindlichkeiten von Menschen mit anderer Hautfarbe und Herkunft?

Die Frage ist durchaus berechtigt. Erinnern Sie sich an die kürzlich erst sehr erbittert geführte Debatte darüber, ob weiße Autorinnen die Gedichte von Amanda Gorman übersetzen dürfen, jener jungen schwarzen Poetin, die bei der Inaugurationsfeier von Joe Biden viele begeistert hatte? Nein, das geht nicht, wurde da befunden.

Und es gibt viele weitere Beispiele dafür, was nicht geht - weil Moralwächterinnen und -wächter dies sehr vehement einfordern.

Die französische Autorin Caroline Fourest, bekennende Linke und lesbisch, liefert jede Menge Fälle davon in einem Buch, das auch durch ihren sehr emotionalen Furor Furore macht. "Generation Beleidigt" heißt das Werk (Edition Tiamat, 144 Seiten, 18 Euro), Untertitel: "Von der Sprachpolizei zur Gedankenpolizei. Über den wachsenden Einfluss linker Identitärer."

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