Carrie Brownstein: Modern Girl. Mein Leben mit Sleater-Kinney

Artikelnummer: 978-3-7109-0005-1

Mit klarem, offenem Blick erzählt Carrie Brownstein vom Aufwachsen in einer Kleinstadtidylle, deren Fassade früh zu bröckeln beginnt, vom Leben vor, mit und nach einer der bekanntesten Punkbands der USA und von dem Versuch, sich selbst in und außerhalb der Musik zu finden.

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Mit klarem, offenem Blick erzählt Carrie Brownstein vom Aufwachsen in einer Kleinstadtidylle, deren Fassade früh zu bröckeln beginnt, vom Leben vor, mit und nach einer der bekanntesten Punkbands der USA und von dem Versuch, sich selbst in und außerhalb der Musik zu finden.

Autor*in / Hrsg.: Carrie Brownstein
Biografien von/über: Musikerinnen
Zeitepoche: 20. und 21. Jh.
Details: Originaltitel: Hunger Makes Me a Modern Girl
Übersetzt von: Stefanie Jacobs
Umfang: 328 S.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 3.2 x 21.6 x 15.5 cm
Gewicht: 615 g
Erscheinungsdatum: 08.10.2016

Rezension von Christina Mohr bei Missy Magazine:

Leider wurde beim Titel der deutschsprachigen Übersetzung von Carrie Brownsteins Autobiografie "Hunger Makes Me A Modern Girl" der essenzielle Satzteil weggekürzt. Denn "Modern Girl" allein trifft nicht genau, was Brownstein beschreibt: Hunger im Sinne von Sehnsucht ist ihre Triebfeder, Musikerin zu werden, Carries Hunger nach Aufmerksamkeit und Liebe ist die offensichtliche Gegenreaktion auf die buchstäblich verschwindende, an Magersucht leidende Mutter.

Nicht zuletzt spielt Brownstein auch auf eine Songzeile der feministischen Punkrockband Bikini Kill an: "I was taught to always be: hungry", sang Kathleen Hanna 1991 im Song "Feels Blind". Abgesehen davon ist "Modern Girl" eine bewegende, teils schmerzhaft aufrichtige Autobiografie - eine Pflichtlektüre (nicht nur) für Riot-Grrrl-Fans.

Schließlich ist Carrie Brownsteins Geschichte untrennbar mit jener der Rockband Sleater-Kinney verstrickt, die sie 1994 mitgründete. Selbstredend kommt man in den Genuss authentischer Berichte über die Olympia-Washington-Szene der frühen 1990er-Jahre und natürlich über die Karriere von Sleater-Kinney.

Brownstein ist nicht auf narzisstischen Starkult aus: Im Gegensatz zu ihrem extrovertierten Kindheits-Ich wirkt die erwachsene Carrie skeptisch, sie schreibt pointiert, aber nie heroisierend. Dass sie Produzentin der TV-Serie "Portlandia" ist, erfährt man nur aus einem Nebensatz, und dass sie viele Jahre bei Sleater-Kinney Gitarre spielte - neben ihrem Idol und ihrer zeitweiligen Geliebten Corin Tucker -, scheint sie auch in der Rückschau selbst zum Staunen zu bringen. Im Epilog beschreibt Brownstein den hochemotionalen Moment, als sie mit den nach zehn Jahren Pause wiedervereinigten Sleater-Kinney die Bühne betritt: Sie ist angekommen, ihre Familie ist die Band.

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