Charlotte Erlih: Bacha Posh

Artikelnummer: 978-3-902866-25-7

Farrukhzad lebt wie ein Junge, kleidet sich wie ein Junge und geht bei allen als Junge durch. Von allen Farrukh genannt, ist sie ein Bacha Posh, eines jener Mädchen, die in afghanischen Familien ohne männliche Nachkommen als Söhne erzogen werden. Eines Tages geht Farrukhs größter Traum in Erfüllung: Seine Rudermannschaft - die einzige in Afghanistan - erhält ein professionelles Boot und versucht sich für die Olympischen Spiele zu qualifizieren. Doch Farrukh kommt in die Pubertät, soll sich wieder in eine Frau zurückverwandeln und zu Hause bleiben. Aber wie soll jemand, der Freiheit und Selbstbestimmung kennt, je wieder darauf verzichten können?

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Farrukhzad lebt wie ein Junge, kleidet sich wie ein Junge und geht bei allen als Junge durch. Von allen Farrukh genannt, ist sie ein Bacha Posh, eines jener Mädchen, die in afghanischen Familien ohne männliche Nachkommen als Söhne erzogen werden. Eines Tages geht Farrukhs größter Traum in Erfüllung: Seine Rudermannschaft - die einzige in Afghanistan - erhält ein professionelles Boot und versucht sich für die Olympischen Spiele zu qualifizieren. Doch Farrukh kommt in die Pubertät, soll sich wieder in eine Frau zurückverwandeln und zu Hause bleiben. Aber wie soll jemand, der Freiheit und Selbstbestimmung kennt, je wieder darauf verzichten können?
Ein berührendes Buch über den Kampf einer jungen Frau um das Recht ihre Träume zu verwirklichen.

Autor*in / Hrsg.: Charlotte Erlih
Jugendbuch zu: aus aller Welt Geschlechtsidentitäten
Land im Fokus: Afghanistan
Details: Übersetzt von Doris Eibl
Umfang: 192 S.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 1.9 x 21 x 13.2 cm
Gewicht: 310 g 
Lesealter: 14+
Erscheinungsdatum: 12.02.2015

Rezension auf lesebar.uni-koeln.de:

Endlich einmal ein Roman über das Phänomen der Bacha Posh, das den Gegenstand mit genau der Haltung behandelt, wie er es verdient: schonungslos und ohne dabei auf ein etwaiges LeserInnenbedürfnis nach einem Happy End zu achten! Bei den Bacha Posh handelt es sich um meist afghanische Mädchen, die von ihren Eltern bis zum Einsetzen der Pubertät als Jungen großgezogen werden (Welche Konsequenzen das in der außerliterarischen Welt für die Kinder hat, lässt sich in Jenny Nordbergs vor kurzem erschienenen Studie "Afghanistans verborgene Töchter: Wenn Mädchen als Söhne aufwachsen" nachlesen).

Die literarische Verarbeitung dieser in Afghanistan, Pakistan und einigen anderen Ländern gesellschaftlich akzeptierten Praxis eines erzwungenen, tief in die Identität der Betroffenen einschneidenden Crossdressings hat sich bisher recht dürftig ausgenommen: Meist diente die in den Jugendromanen der letzten Jahre thematisierte weibliche Maskerade pragmatischen Zwecken, etwa Besorgungen der Protagonistinnen auf dem Markt, und war stets über sehr kurze Erzählzeiträume zu finden (So zum Beispiel in Deborah Ellis' Roman Die Sonne im Gesicht). Dass eine schwere Identitätskrise thematisiert würde, die in der 'Realität' von den Bacha Posh bewältigt werden muss, ist allenfalls in Siba Shakibs Roman Samira und Samir dargestellt worden - aber auch dort findet sich ein (an den Haaren herbeigezogenes) Happy End. 

Charlotte Erlih ist diesbezüglich ehrlicher zu ihren LeserInnen - und das ist gut so. Ihr Roman, der 2013 mit dem "Prix NRP de litérature de jeunesse" und 2014 mit dem "Prix Sésame" ausgezeichnet worden ist, beginnt zunächst als fröhlich anmutende Sportgeschichte einiger afghanischer Jugendlicher: Sport verbindet, lässt die adoleszenten Figuren über sich hinaus wachsen, das zunächst als unwahrscheinlich markierte sportliche Ziel (hier: die Ruder-Auswahl zu den Olympischen Spielen) wird zum Ende, nach einigen Hindernissen, natürlich erreicht.

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