Cinzia Arruzza, Tithi Bhattacharya, Nancy Fraser: Feminismus für die 99%. Ein Manifest

Artikelnummer: 978-3-95757-786-3

Gerechte Lebens- und Arbeitsbedingungen für alle Frauen - nicht nur für einige wenige gut ausgebildete Karrierefrauen. Das ist der Kampf, zu dem die Autorinnen dieses leidenschaftlichen Manifests aufrufen, in knappen Thesen und in einer klaren Sprache, die keine Missverständnisse zulässt.

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Gerechte Lebens- und Arbeitsbedingungen für alle Frauen - nicht nur für einige wenige gut ausgebildete Karrierefrauen. Das ist der Kampf, zu dem die Autorinnen dieses leidenschaftlichen Manifests aufrufen, in knappen Thesen und in einer klaren Sprache, die keine Missverständnisse zulässt.

Die strukturelle Benachteiligung von Frauen steht in direktem Zusammenhang mit allen Formen von Ungleichheit. Feminismus für die 99% ist der zeitgemäße Aufruf zur Abschaffung des Kapitalismus. Der Arbeiter produziert Waren. Wer aber produziert den Arbeiter? Die Antwort liegt auf der Hand: die Arbeiterin. Denn der Kapitalismus ist nicht nur eine Wirtschaftsform, sondern greift unmittelbar in unser aller Privatleben ein, definiert, wie wir Beziehungen organisieren, und führt zu Ausbeutung in allen Bereichen. Sexismus und Rassismus sind darin keine Nebeneffekte, sondern Teil dieser Strukturen von Macht und Dominanz, die den Kapitalismus erst ermöglichen und hervorbringen.

In elf anschaulichen und scharfen Thesen, die zum Nach- und Weiterdenken anregen, die zum Diskutieren und Widersprechen einladen, fordern die Autorinnen eine neue Form der Solidarität: Ihre Vision ist ein feministischer, ökosozialistischer und antiimperialistischer Internationalismus, dessen Ziel nicht das Vorankommen Einzelner ist, sondern das Wohlergehen aller.

"Die Zeit ist reif für eine neue feministische Bewegung." - Cinzia Arruzza


Autor*in / Hrsg.: Cinzia Arruzza Nancy Fraser Tithi Bhattacharya
Feminismus: Antikapitalistischer Feminismus US-Amerikanischer Feminismus
politische Themen: Rassismus & kulturelle Hegemonie Reproduktion & Care Arbeit Umwelt, Klima & Landwirtschaft Globalisierung
Details: Originaltitel: Feminism for the 99%
Übersetzt von: Max Henninger
Einbandart: Englische Broschur
Umfang: 120 S.
Format (T/L/B): 0.9 x 20.7 x 12.2 cm
Gewicht: 156 g
Erscheinungsdatum: 02.08.2019
Rezension von Kim Lucht auf kritisch-lesen.de:

Cinzia Arruzza, Tithi Bhattacharya und Nancy Fraser nehmen sich viel vor: Sie wollen einen feministischen Kurs aufzeigen, der uns in eine gerechte Welt leiten wird - eine, in der Wohlstand für alle, die gerechte Aufteilung natürlicher Ressourcen sowie Gleichheit und Freiheit "nicht Ziel, sondern Ausgangspunkt sind." (S. 11) Den liberalen Feminismus erklären sie spätestens mit der Niederlage Hillary Clintons für gescheitert. Doch gerade mit diesem Scheitern werde ein antikapitalistischer Feminismus erneut denkbar. Dieser ist radikal, transformativ und wendet sich unmittelbar an die arbeitende Klasse. Mithilfe des Frauenstreiks und durch Bündnisse mit antikapitalistischen Bewegungen soll sich eine große Bewegung des Feminismus für die 99% formieren und den Kapitalismus überwinden.

Anhand von elf Thesen formulieren und analysieren die Autorinnen die Dringlichkeit und das Potenzial einer solchen Bewegung, indem sie sich am gegenwärtigen Zustand der Frauenbewegung abarbeiten und eine Kapitalismusanalyse liefern, um anschließend Anforderungen an den Feminismus für die 99% zu formulieren. Etwa bei den globalen Frauenstreiks erkennen sie bereits Teile einer solchen Bewegung. Diese werden zum Ausgangspunkt theoretischer Reflexionen genommen, um einen Feminismus für die 99% vorzuschlagen, der sowohl (geschlechts-)spezifische Ungerechtigkeits- und Ausbeutungserfahrungen als auch deren Verknüpfung mit dem Kapitalismus anprangert.

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Rezension von Doris Hermanns auf AVIVA-Berlin:

Wollen wir weiterhin einen liberalen Feminismus, in dem es darum geht, dass einzelne Frauen auf der Karriereleiter weiterkommen oder wollen wir einen radikalen Feminismus, der Verbesserungen und ein gutes Leben für alle anstrebt? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Manifest des Feminismus für die 99 %.

Die drei Autorinnen gehen davon aus, dass wir heute an einer Weggabelung stehen: Wollen wir einen liberalen Feminismus, mit seiner auf "Chancengleichheit beruhenden Herrschaft" oder setzen wir uns für einen radikalen Feminismus ein, um "dem Kapitalismus ein Ende zu setzen". Der liberale Weg, in der es um das Weiterkommen einzelner Frauen (das eine Prozent) und deren Herrschaft geht, führt - wie wir täglich erleben - "zu einem verbrannten Planeten, wo menschliches Leben bis zur Unkenntlichkeit verelendet, wenn es überhaupt möglich bleibt." Die Alternative, die sie aufzeigen steht für einen Weg in "eine gerechte Welt, in der Wohlstand und natürliche Ressourcen von allen geteilt werden und in der Gleichheit und Freiheit nicht Ziel, sondern Ausgangspunkt sind" - also ein Feminismus, der nicht nur vereinzelte Frauen in Machtpositionen verhilft, sondern um die Verbesserung der Lebensbedingungen von 99 % der Menschheit.

Anhand der aktuellen optimistisch stimmenden weltweiten Streikbewegungen von Frauen als Reaktion auf die Krise epochalen Ausmaßes zeigen sie auf, dass derzeit vor allem Frauen diejenigen sind, die sich nicht nur für bessere Löhne und Arbeitszeiten einsetzen, sondern auch gleichzeitig gegen sexuelle Belästigungen und Übergriffe zur Wehr setzen und neue Streikformen entwickeln. Von dieser Streikwelle, die aus dem Schmelztiegel praktischer Erfahrungen hervorgeht, wurden die Autorinnen zum "Feminismus für die 99 %" inspiriert, der die Sache aller vertritt, "die ausgebeutet, beherrscht und unterdrückt werden, und hofft, eine Hoffnungsquelle für die gesamte Menschheit zu sein."

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