Claudia Breitsprecher: Hinter dem Schein die Wahrheit

Artikelnummer: 978-3-95917-007-9

Seit ihrer Kindheit verbindet sie eine enge Freundschaft: die eigenwillige Annette Vogl, die in Konventionen gefangene Karin Schmitz und den Außenseiter Holger Baumgartner. Annette entdeckt ihre Liebe zu Frauen, Karin strebt eine Karriere beim Ballett an und Holger möchte Pfarrer werden, aber die strengen Regeln der katholischen Provinz legen ihnen Hindernisse in den Weg, die sie in ihrer Jugend nicht überwinden können.

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Seit ihrer Kindheit verbindet sie eine enge Freundschaft: die eigenwillige Annette Vogl, die in Konventionen gefangene Karin Schmitz und den Außenseiter Holger Baumgartner. Annette entdeckt ihre Liebe zu Frauen, Karin strebt eine Karriere beim Ballett an und Holger möchte Pfarrer werden, aber die strengen Regeln der katholischen Provinz legen ihnen Hindernisse in den Weg, die sie in ihrer Jugend nicht überwinden können.

Als viele Jahre später Karins 17-jähriger Sohn Jacob von Gleichaltrigen verprügelt wird und fürchtet, dass die Schläger ihn als schwul outen, taucht er unter, ohne eine Nachricht zu hinterlassen. Karin ruft Annette und Holger zu Hilfe, und die Suche nach dem Jungen wird für alle drei zum Anlass, sich den Schatten der Vergangenheit zu stellen. Was lange verborgen blieb, drängt ans Licht und ruft Erinnerungen wach an verlorene Liebe, vergebene Chancen und die Suche nach einem Platz in der Welt. Die Gefühle wirbeln durcheinander, und mit jeder Stunde, die Jacob verschwunden bleibt, spitzt sich die Lage zu.


Autor*in / Hrsg.: Claudia Breitsprecher
Belletristik: zeitgenössischer Roman
Details: Umfang: 302 S.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 2.5 x 18.5 x 11.6 cm
Gewicht: 288 g
Erscheinungsdatum: 01.03.2017

~ LESEPROBE ~

Rezension von Ahima Beerlage auf Aviva-Berlin:

In ihrem dritten Roman schaut die Berliner Autorin in die Abgründe dörflicher Moral, die über Generationen Freundschaften belastet und ein Coming-Out zu einer schmerzhaften Erfahrung macht.

(...)

Liebe braucht Respekt

Jakob ist schwul und hat es noch niemandem gesagt - nicht seiner zwanghaften Mutter Karin, nicht seinem weit von der Familie lebenden Vater Pavel, nicht seiner lesbischen Patentante Annette und auch nicht dem gutmütigen Holger, dem guten Freund seiner Mutter Karin. Seine Angst, sich zu outen, wird von seiner Angst vor seinem tyrannischen Opa und seiner strengen Oma überlagert. Auch weiß er nicht, wie sein Outing in dem kleinen Dorf ankommen würde, in dem er mit seiner Mutter lebt. Seine heimliche Liebe ist der Torwart Philipp, ein rücksichtloser Alpha-Junge. Als dieser mitbekommt, dass der nerdige Jakob auf ihn steht, lockt er ihn mit zwei Kumpel in die Falle und verprügelt ihn. Schwer verletzt an Körper und Seele verkriecht sich Jakob. Während seine Mutter am Anfang noch versucht, sein Verschwinden vor der Dorfgemeinschaft geheim zu halten, um ihr sorgfältig gepflegtes Bild von der perfekten Mutter und Ehefrau aufrecht zu erhalten, wird sie zunehmend panischer und ruft ihre beiden Freund_innen zur Hilfe: Holger, der einst Priester werden wollte, nach schlimmen Wahrheiten aber aus der Bahn flog, auf der Straße landete und jetzt den belächelten Platzwart auf dem Sportplatz gibt, und Annette, die in der Schulzeit in Karin heimlich verliebt war und nach ihrem Outing mit wehenden Fahnen das Dorf verlassen hat. Während die Suche nach Jakob immer bedrohlichere Indizien dafür liefert, dass ihm etwas Schlimmes passiert ist und Jakob immer heftiger unter seinen Verletzungen leidet, wird im Rückblick erzählt, was dem eingeschworenen Freund_innen-Trio Karin, Holger und Annette in der Vergangenheit in diesem Dorf passiert ist. Sich ihren Wahrheiten zu stellen, scheint für alle Beteiligten der Preis dafür zu sein, Jakob wiederfinden zu können.

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