Claudia Brunner: Epistemische Gewalt. Wissen und Herrschaft in der kolonialen Moderne

Artikelnummer: 978-3-8376-5131-7

Gewalt ist nicht nur Ereignis, sondern auch Prozess und Verhältnis. Sie zerstört Ordnung nicht nur, sondern begründet sie auch und hält sie aufrecht. Der Dimension des Wissens wird in den meisten Gewaltdebatten nur wenig Bedeutung beigemessen, gilt sie doch als Gegenteil von oder als Gegenmittel zu Gewalt.

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Gewalt ist nicht nur Ereignis, sondern auch Prozess und Verhältnis. Sie zerstört Ordnung nicht nur, sondern begründet sie auch und hält sie aufrecht. Der Dimension des Wissens wird in den meisten Gewaltdebatten nur wenig Bedeutung beigemessen, gilt sie doch als Gegenteil von oder als Gegenmittel zu Gewalt. Mit dem Begriff der »epistemischen Gewalt« rückt Claudia Brunner den konstitutiven Zusammenhang von Wissen, Herrschaft und Gewalt in der kolonialen Moderne, unserer Gegenwart, in den Fokus. Ausgehend von feministischer, post- und dekolonialer Theorie entwickelt sie in Auseinandersetzung mit struktureller, kultureller, symbolischer und normativer Gewalt ein transdisziplinäres Konzept epistemischer Gewalt.

Autor*in / Hrsg.: Claudia Brunner
Wissenschaft: postcolonial studies
Details: Edition Politik 96
Einbandart: kartoniert
Umfang: 336 S., Klebebindung
Maße (L/B/H): 22,6/15,4/2,7 cm
Gewicht: 583 g
Erscheinungsdatum: 15.04.2020
Rezension von Dr. Dr. Daniele Daude auf kritisch-lesen.de:

Gewalt umfasst mehr als rohe körperliche Übergriffe. Auch Wissen ist Macht und kann gewaltsame Folgen haben.

Ob in Wissenschaft, Politik oder Popkultur: Wer sich heute mit dem Thema Gewalt auseinandersetzt, ist mit einer Fülle an Theorien, Methoden und Materialien konfrontiert. Die Autorin Claudia Brunner nähert sich dieser in Tiefe und Breite weit fortgeschrittenen Diskussion aus einer Doppelperspektive, nämlich der Konflikt- und Friedensforschung einerseits und den Gender- und Postkolonialen Studien andererseits. In dieser Synthese steckt eine Erweiterung vor allem des ersteren Felds um einen Gewaltbegriff, der ideologische, kulturelle und ideengeschichtliche Traditionen miteinbezieht. Ihr Hauptanliegen ist es, die Zusammenhänge zwischen Gewalt und Wissen zu ergründen: "Was ist epistemische Gewalt und wie wirkt sie?" (S. 10) fragt sich Brunner in ihrer Abhandlung "Epistemische Gewalt. Wissen und Herrschaft in der kolonialen Moderne".

Auffassung von Gewalt und ihren Folgen

Brunners Thematisierung von "Gewalt" im Zusammenhang mit "Wissen" ist sicherlich nicht neu. Bereits seit den 1960er Jahren setzen sich postkoloniale, intersektionelle, queerfeministische und poststrukturalistische Autor*innen mit sprachlichen und diskursiven Gewaltpraktiken auseinander. Hegemoniale Machtstrukturen wurden dabei auf ihre Normen, Erzählweisen, Mythen, Ausschluss- und Widerstandsmechanismen untersucht. Was macht also Brunners Ansatz besonders? Die Qualität liegt weniger in dem Anschluss an die lange machtkritische Tradition in den Geisteswissenschaften, als vielmehr in dem Versuch, deren Erkenntnisse für die internationale Friedens- und Konfliktforschung fruchtbar zu machen.

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