Claudia Emmert, Manfred Metzner, Frank-Torsten Moll: Ré Soupault. Das Auge der Avantgarde

Artikelnummer: 978-3-88423-511-9

Ré Soupault (1901 - 1996, geb. als Meta Erna Niemeyer) studierte von 1921 bis 1925 am Bauhaus in Weimar. Ihre Lehrer waren Johannes Itten, Paul Klee, Oskar Schlemmer, Georg Muche, Wassili Kandinsky. 1923 nahm sie an der ersten großen Bauhaus-Ausstellung mit zahlreichen Arbeiten teil.

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Ré Soupault (1901 - 1996, geb. als Meta Erna Niemeyer) studierte von 1921 bis 1925 am Bauhaus in Weimar. Ihre Lehrer waren Johannes Itten, Paul Klee, Oskar Schlemmer, Georg Muche, Wassili Kandinsky. 1923 nahm sie an der ersten großen Bauhaus-Ausstellung mit zahlreichen Arbeiten teil. Über Werner Graeff lernte sie in Berlin den Avantgarde-Filmer Viking Eggeling kennen, für den sie von 1923-1924 den Film "Diagonal Symphonie" fertigstellte, eine filmische Synthese aus Rhythmus, abstrakten Bildern, Bewegung und Musik. In erster Ehe (1926) mit dem Dadaisten Hans Richter in Berlin verheiratet, fand sie Zugang zur russischen Avantgarde, zu Man Ray und Fernand Léger. Sie arbeitete als Mode-Journalistin (Scherl-Verlag), Mode-Macherin (Studio "Ré-Sport", Paris), Übersetzerin, Schriftstellerin und Fotografin. Seit 1929 lebte sie in Paris und war dort mit dem Mit-Initiator der Surrealismus-Bewegung Philippe Soupault verheiratet. Ihr fotografisches Werk ist zwischen 1934 und 1942 entstanden und wurde erst 1988 entdeckt. Weltberühmt wurden ihre Fotografien, als sie 1994 zum "Mois de la Photo" in Paris, der weltweit wichtigsten Foto-Biennale, eingeladen und dort als "die Entdeckung" gefeiert wurde. Ré Soupaults fotografische Arbeiten zählen heute zu den bedeutendsten Beiträgen zur Geschichte der Fotografie des 20. Jahrhunderts. Durch ihr Studium am Bauhaus geriet die Künstlerin ins Zentrum neuer zeitgenössischer geistiger und künstlerischer Strömungen, lernte die Prinzipien des Neuen Sehens und Denkens kennen und setzte diese gekonnt in ihren Fotografien um. Im Fokus ihrer Momentaufnahmen des alltäglichen Lebens steht das Verhältnis zwischen Individuum und Masse. Ré Soupaults humanistischer fotografischer Ansatz verbindet sich mit einem überzeugenden Gespür für Proportionen und geometrische Grundformen. In der bislang größten Retrospektive ihres fotografischen Werks zeigt das Zeppelin Museum zahlreiche Aufnahmen, die noch nie ausgestellt wurden.

Mit Textbeiträgen von Claudia Emmert, Carolin Gennermann, Manfred Metzner, Frank-Thorsten Moll. Diese Publikation erscheint anlässlich der Ausstellung "Ré Soupault - Das Auge der Avantgarde" im Zeppelin Museum Friedrichshafen - Technik und Kunst, 24. Juli bis 4. Oktober 2015.

Fotograf*in: Ré Soupault
Kunst: Fotografie
Weitere Informationen: Umfang: 192 S.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 2.2 x 24.6 x 17.9 cm
Gewicht: 757 g
Erscheinungsdatum: 23.07.2015

~ LESEPROBE ~

Rezension von Sharon Adler auf Aviva-Berlin:

Sie war Experimental-Filmerin, Fotografin, Modedesignerin, Journalistin, Übersetzerin, Radioessayistin und Hörspielautorin. Die Publikation erschien anlässlich der bislang größten Retrospektive im Zeppelin Museum Friedrichshafen, die vom 24. Juli bis 4. Oktober 2015 zahlreiche Aufnahmen ihres fotografischen Werks zeigte, die noch nie ausgestellt wurden.

Der gleichnamige Katalog erschien im Verlag Das Wunderhorn, der sich seit Anbeginn an der Veröffentlichung des Werk der Avantgarde-Künstlerin gewidmet hat. Bereits im Jahr 1988 erschien "Eine Frau allein gehört allen. Fotos aus dem "Quartier résérve" in Tunis" und neben vielen weiteren Veröffentlichungen gab der Verleger Manfred Metzner anlässlich der Ausstellung im Martin-Gropius-Bau, Berlin die Werkschau "Ré Soupault (1901-1996). Die Fotografin der magischen Sekunde" im Jahr 2007 heraus.

Purismus und experimentelle Kunst - (k)ein Gegensatz für die Künstlerin Ré Soupault

Ré Soupault (1901-1996) war in vielen Künsten zuhause und bediente sich dabei sowohl allen Spielarten des Surrealismus, des Realismus, als auch die des Bauhauses. Zum Oeuvre von Ré Soupault zählen sowohl Avantgardefilme und künstlerische Selbstportraits als auch Fotoreportagen aus dem Pariser Alltag und Frauenportraits. Vor allem ihre Fotoserie über Prostituierte in Tunis aus dem Jahr 1939 im "Quartier Reservé" zeigt Ré Soupaults Forderung nach Authentizität und dem Wunsch, die Realität ungeschönt abzubilden: Kein Foto war gestellt, "alles kam direkt aus dem Leben".
Als erste hat Ré Soupault - allerdings unter polizeilicher Aufsicht - in dem Viertel fotografiert, in das alleinstehende Frauen abgeschoben, und gezwungen wurden, unter ärmlichsten Bedingungen als Prostituierte zu arbeiten.

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