Cornelia Koppetsch, Sarah Speck: Wenn der Mann kein Ernährer mehr ist. Geschlechterkonflikte in Krisenzeiten

Artikelnummer: 978-3-518-12701-8

Seit den siebziger Jahren haben sich weitreichende Veränderungen in den Geschlechterverhältnissen vollzogen: Frauen sind heute autonomer, besser ausgebildet, häufiger erwerbstätig und sie erobern immer mehr Führungspositionen. Umgekehrt möchten viele Männer engagierte Väter sein, und es wird für sie wichtiger, "weiche" Seiten unter Beweis zu stellen - im Beruf und im Privatleben.

18,00 €

inkl. 7% USt. , zzgl. Versand

Lieferzeit: 6 - 10 Werktage



"Wie gehen Paare mit Umbrüchen in der männlichen Identität und mit prekärer Beschäftigung um?"

Seit den siebziger Jahren haben sich weitreichende Veränderungen in den Geschlechterverhältnissen vollzogen: Frauen sind heute autonomer, besser ausgebildet, häufiger erwerbstätig und sie erobern immer mehr Führungspositionen. Umgekehrt möchten viele Männer engagierte Väter sein, und es wird für sie wichtiger, "weiche" Seiten unter Beweis zu stellen - im Beruf und im Privatleben.
Aus diesen Fortschritten ergeben sich neue Konflikte, schließlich passen Realität und tradierte Rollenbilder in vielen Familien nicht mehr zusammen: Macht er die Hausarbeit, wenn sie die Miete zahlt? In ihrer groß angelegten Studie untersuchen die Autorinnen, wie Paare aus unterschiedlichen sozialen Milieus damit umgehen, wenn der Mann kein Ernährer mehr ist.


Autor*in / Hrsg.: Sarah Speck Cornelia Koppetsch
Details: edition suhrkamp 2701
Umfang: 297 S.
Einband: Kartoniert
Format (T/L/B): 1.7 x 17.7 x 10.8 cm
Gewicht: 182 g
Erscheinungsdatum: 24.10.2015

~ LESEPROBE ~

Über das Buch und die zugrunde liegende Studie von Sarah Speck bei analyse & kritik:

»Unterschiedliche Sauberkeitsstandards« - Wie heterosexuelle Paare sich über die ungleich verteilte Hausarbeit belügen

»Wir haben da unterschiedliche Vorstellungen.« »Mir ist das einfach wichtig, dass es sauber ist, und dann wisch ich eben schnell rüber.« »Ich überreagiere da wahrscheinlich leicht.« Vertraute Sätze? So klingt das oft in heterosexuellen Paarbeziehungen, wenn über die ungleich verteilte Hausarbeit gesprochen wird. Linke Paare sind da keine Ausnahme.

Verschleierungsmechanismen, die dafür sorgen, dass die Reproduktionsverhältnisse stabil bleiben, waren bereits ein Thema der marxistischen Feministinnen der Zweiten Frauenbewegung. Unter dem Stichwort »Arbeit aus Liebe« kritisierten sie, dass die Sorgearbeit in der bürgerlichen Ernährerehe unsichtbar wurde. Obgleich diese Lebensform mit der dazugehörigen »klassischen« Hausfrau seltener geworden ist, greifen solche Mechanismen auch heute noch in Paar- und Intimbeziehungen - auch in solchen, in denen die Beteiligten klassische Geschlechterrollen ablehnen. Vor allem heterosexuelle Paare aus den großstädtischen gebildeten Milieus mit alternativem Lebensstil betonen gern, dass sie »alles 50:50 machen«. Dabei ist es in nahezu allen Haushalten, in denen Frauen leben, so, dass sie den größeren Anteil der Haus- und Sorgearbeit stemmen. Das gilt auch für linke WGs und Paarbeziehungen.

Im Rahmen einer breit angelegten Studie haben Cornelia Koppetsch und ich uns mit Paaren aus unterschiedlichen Sozialmilieus beschäftigt, in denen die Frau das Haupteinkommen verdient. (1) Dabei ging es um die Frage, ob die klassische, auf dem männlichen Ernährermodell gründende heterosexuelle Ordnung brüchig wird. Antwort: Einerseits ja - es gibt diese Ernährerehe immer weniger. Gehälter sind so schlecht und auch männliche Arbeitswelten inzwischen so prekarisiert, dass die Zahl der Beziehungen, in denen die Frau die Familie ernährt, steigt. Doch zeigen unsere Ergebnisse andererseits, wie stabil die Geschlechterordnung, das heißt Männlichkeits- und Weiblichkeitsvorstellungen und die entsprechende Arbeitsteilung, in den Ökonomien des Alltags ist.

» weiterlesen auf akweb.de

Durchschnittliche Artikelbewertung

Geben Sie die erste Bewertung für diesen Artikel ab und helfen Sie Anderen bei der Kaufenscheidung: