Dagrun Hintze: Ballbesitz. Frauen, Männer und Fußball

Artikelnummer: 978-3-938539-45-3

Fußballsachverstand bei Frauen leistet einen Beitrag zur Emanzipation - davon ist Dagrun Hintze überzeugt. Geschlechtsgenossinnen, die sich bislang nicht für Fußball interessieren, fordert sie nachdrücklich dazu auf, das Spiel der Spiele nicht auf '22 Typen, die einem Ball hinterherrennen' zu reduzieren (oder, noch schlimmer: Mats Hummels einfach nur 'süß' zu finden), sondern es als Kulturtechnik zu begreifen

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'Es gibt unter all meinen Freundinnen nur eine einzige, mit der ich ernsthaft über Fußball reden kann.'

Fußballsachverstand bei Frauen leistet einen Beitrag zur Emanzipation - davon ist Dagrun Hintze überzeugt. Geschlechtsgenossinnen, die sich bislang nicht für Fußball interessieren, fordert sie nachdrücklich dazu auf, das Spiel der Spiele nicht auf '22 Typen, die einem Ball hinterherrennen' zu reduzieren (oder, noch schlimmer: Mats Hummels einfach nur 'süß' zu finden), sondern es als Kulturtechnik zu begreifen: 'Die Feststellung, dass Fußball eine größere Nähe zu den Dionysien der griechischen Antike aufweist als die meisten Theateraufführungen, die ich besuche, mag eine Plattitüde sein, zutreffend ist sie dennoch. An der Ekstase teilhaben zu können, setzt allerdings zwei Dinge voraus: Wissen und Berührtsein.'

Hintze erzählt von ihrer eigenen Liebe zum Fußball, von Männern, die in Borussia-Dortmund-Bettwäsche schlafen, und von intensiven Begegnungen, wie sie nur zwischen Anpfiff und Abpfiff möglich sind. Sie untersucht männliche und weibliche role models im Fußball und zieht immer wieder Parallelen zum Theater, zur Literatur und zur bildenden Kunst.


Autor*in / Hrsg.: Dagrun Hintze
Details: mairisch mono
Umfang: 104 S.
Einband: Kartoniert
Format (T/L/B): 1 x 18 x 11 cm
Gewicht: 117 g
Erscheinungsdatum: 15.03.2017

~ LESEPROBE ~

Rezension von Elke von Berkholz bei den Bücherfrauen:

Am 16. Juli beginnt die EM! Im Frauenfußball. In Dagrun Hintzes Liebeserklärung an den Fußball geht es aber nur am Rande um den von Frauen betriebenen Sport. Warum das so ist, erklärt sie knapp und präzise: Im Frauenfußball, der objektiv mittlerweile ganz ansehnlich ist, fehlt genau das, was die männliche Variante ausmacht: die Stimmung im Stadion, die hemmungslosen Begeisterungsstürme, die extremen emotionalen Wechselbäder. Fans der weiblichen Variante bleiben immer zu rational und ironisch distanziert. Vor allem sind es aber zu wenige.

Wenn 22 Männer hinter dem Ball herjagen, ist das, wie von der spät berufenen Enthusiastin mitreißend beschrieben, ganz großes Theater. Auf der grünen Bühne ereignen sich, konzentriert auf meist etwas über 90 Minuten, Dramen, Tragödien, Heldenepen und mehr kathartische Momente als im gesamten traditionellen Theaterbetrieb. Es gibt echte Charakterdarsteller, schillernde Stars, wichtige Nebenrollen und kommentierende Chöre, Obwohl Elfriede Jelinek gegenteiliger Meinung ist: Fußball kann mehr zur Völkerverständigung beitragen als sämtliche Außenministergipfeltreffen.

»Weil du schlauer über Fußball quatschst als ?n Mann«, hat ein Freund zu Dagrun Hintze gesagt und damit ihr Buch angestoßen. Ballbesitz ist so charmant, weil es kein verkopftes oder kumpelhaftes Gelaber ist, sondern außerordentlich gewitzt, bodenständig, direkt und persönlich. »Frauen müssen gar nicht schlauer über Fußball quatschen. Sie müssen nur was vom Fußball verstehen. Und Fußball lieben. Und alles, alles wird gut sein«, schließt Hintze. Vielleicht sogar eines Tages der Frauenfußball.

» zur Rezension auf buecherfrauen.de

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