Dalia Grinkeviciute: Aber der Himmel - grandios

Artikelnummer: 978-3-88221-387-4

Nach der Annektion Litauens 1941 wird Dalia Grinkeviciute zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Bruder von den Sowjets nach Sibirien deportiert. Ihre Jugendjahre verbringt sie in der Verbannung im Altai Gebiet und in der Arktis. 21-jährig gelingt Grinkeviciute die Flucht.

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Nach der Annektion Litauens 1941 wird Dalia Grinkeviciute zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Bruder von den Sowjets nach Sibirien deportiert. Ihre Jugendjahre verbringt sie in der Verbannung im Altai Gebiet und in der Arktis. 21-jährig gelingt Grinkeviciute die Flucht.
Zurück in Litauen schreibt sie ihre Erinnerungen an die Verbannung in großer Eile auf lose Blätter und vergräbt sie aus Angst vor der Entdeckung durch den KGB in einem Einweckglas im Garten. Kurz darauf wird sie vom KGB verhaftet und erneut deportiert. Nach ihrer Entlassung bleiben die Erinnerungen verschollen, erst nach Dalia Grinkeviciutes Tod werden die Aufzeichnungen wie durch ein Wunder 1991 gefunden.

Die lose Blattsammlung ist zu einem der wichtigsten Dokumente der litauischen Geschichte geworden und zeigt mit ungeheurer Sprachgewalt das Schicksal eines 14-jährigen Mädchens in der Verbannung auf.

Autor*in / Hrsg.: Dalia Grinkeviciute
Land im Fokus: Litauen
Zeitepoche: 20. und 21. Jh.
Weitere Informationen: Übersetzt von: Vytene Muschik
Umfang: 200 S.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 2 x 18.6 x 11.6 cm
Gewicht: 251 g
Erscheinungsdatum: 14.03.2014

Rezension von Bärbel Gerdes auf AVIVA-Berlin:

Der erschütternde Bericht der Litauerin Dalia Grinkeviciute ist eines der wenigen Zeugnisse aus den stalinistisch-sowjetischen Gulags. Er zeigt die Härte und Unerbittlichkeit der sowjetischen Diktatur und zugleich eine unglaublich kämpferische junge Frau, die überleben und dabei Mensch bleiben will.

Allein schon die Geschichte des Manuskriptes! 1941 wird die vierzehnjährige Dalia zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Bruder aus Litauen deportiert. Sechs Jahre verbringt sie auf einer Insel in der Arktis und darf dann den Ort mit einem Schiff Richtung Jakutsk verlassen, um eine Ausbildung zu machen. Ihre Mutter, die keine Ausreiseerlaubnis erhält, versteckt sich an Bord des Dampfers und wird entdeckt. Zur Strafe wird ihre Tochter in die Kohlegruben Kangalas verfrachtet. Nach der Rückkehr nach Jakutsk findet sie die geschwächte Mutter wieder, die sich sehnlichst wünscht, vor ihrem Tode noch einmal ihre Heimat zu sehen.

Illegal reisen beide Frauen 1949 nach Litauen, werden aber gesucht, so dass sie bei Bekannten und Verwandten wechselnden Unterschlupf finden müssen. Dalia Grinkeviciute, mittlerweile 22 Jahre alt, beginnt auf losen Blättern mit dem Schreiben ihres Berichtes über die Zeit im Gulag. Als die Mutter 1950 stirbt, begräbt ihre Tochter sie im Betonboden des Kellers ihres Elternhauses. Da sie vermutet, vom KGB beobachtet zu werden, vergräbt sie auch ihr Manuskript - in einem Weckglas im Garten.

Kurze Zeit später wird sie tatsächlich erneut verhaftet und wird, da sie sich weigert mit dem KGB zusammenzuarbeiten, von Gefängnis zu Gefängnis verschoben, bis sie schließlich sechs Jahre später nach Litauen zurückkehren darf.
Bis 1974 arbeitet sie als Ärztin, wird dann entlassen und erhält ein Arbeitsverbot. Sie schreibt ihre Erinnerungen in verkürzter Form erneut auf und verbreitet sie im Untergrund. 1979 gelangen sie nach Moskau, 1988 erscheinen sie in einer litauischen Zeitschrift, was die Verfasserin nicht mehr erlebt, da sie ein Jahr zuvor an Krebs stirbt.
1991 aber, nach der Unabhängigkeit Litauens, wird das Weckglas mit der ersten Manuskriptversion tatsächlich gefunden. Heute gehört dieses Werk zur Pflichtlektüre in litauischen Schulen.

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