Daniella Carmi: Lucy im Himmel

Artikelnummer: 978-3-8270-1074-2

Eine neue, ungewohnt mutige Stimme aus Israel: Lucy im Himmel erzählt die Geschichte einer jungen israelischen Araberin, die sich nicht der herrschenden Logik ihres Landes unterwirft, sondern allein ihrem eigenen Kompass folgt. Als Nadja und Salim kinderlos bleiben, entschließen sie sich zur Adoption...

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Eine neue, ungewohnt mutige Stimme aus Israel: Lucy im Himmel erzählt die Geschichte einer jungen israelischen Araberin, die sich nicht der herrschenden Logik ihres Landes unterwirft, sondern allein ihrem eigenen Kompass folgt. Als Nadja und Salim kinderlos bleiben, entschließen sie sich zur Adoption. Sie warten lange, bis man Nadja eines Tages auf dem Amt ein Kind anbietet, das könne sie gleich mitnehmen. Doch kein wohlriechendes, zartes Etwas wird ihr in den Arm gedrückt Netanel steht da, dreizehn Jahre alt, geht schweigend neben ihr her, sitzt stumm im Bus. Ein bleicher verschlossener Junge, der nicht isst und nicht spricht und sich am liebsten in der Krone des Feigenbaums versteckt. Bis Nadja ihn unter der Dusche von strawberry fields singen hört und ihm Erdbeeren gibt. Die isst er, und unter dem alten Anhänger im Hof singt er ein Lied vom yellow submarine

Daniella Carmis Roman wohnt ein seltener Zauber inne. Sie erzählt eine Geschichte, die in der arabischen Welt Israels angesiedelt ist, eine Geschichte der anderen, der Träumer und der Schweigsamen. Eines der schrägsten, unkonventionellsten Bücher aus Israel, ein Buch, dessen Humor und entwaffnende menschliche Wärme zu Herzen gehen.


Autor*in / Hrsg.: Daniella Carmi
Belletristik: zeitgenössischer Roman
Weitere Informationen: Originaltitel: Mishpachat Yassin Ve-Lusi Ba-Shamaim
Übersetzt von: Anne Birkenhauer 
Umfang: 144 S.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 1.8 x 21 x 13.3 cm
Gewicht: 274 g 
Erscheinungsdatum: 27.08.2013

~ LESEPROBE ~

Rezension von Claire Horst auf AVIVA-Berlin:

Das quietschbunte Cover und der Titel lassen auf einen unbeschwerten Poproman schließen. So ganz trifft diese Beschreibung nicht zu, und doch passt die Verpackung. Denn die Songs der Beatles spielen eine tragende Rolle in diesem Buch der israelischen Autorin.

Nur mit ihnen kann Nadja, die Ich-Erzählerin, ihren Pflegesohn Netanel erreichen, der sich ansonsten vollkommen in seine Innenwelt zurückzieht. Ein Jugendlicher im heutigen Israel, der ein verrückter Beatles-Fan ist? Nicht nur in dieser Hinsicht ist Netanel ungewöhnlich - und passt damit sehr gut in seine Pflegefamilie.

Denn Nadja ist Christin und lebt mit ihrem muslimischen Mann in einem kleinen arabischen Dorf. Von ihrer Begabung zur Sozialarbeiterin ist sie nicht besonders überzeugt und berichtet in einer Mischung aus Verzweiflung und komischer Lakonie von ihrer Chefin, die ihr kaum jemals mehr als das Verfassen von Absageschreiben zutraut. Auch Nadjas Ehemann Salim entspricht keinem Klischee: Der ehemalige Anwalt hat seine Praxis aufgegeben und lebt jetzt von Autoreparaturen.

Eigentlich wollen Nadja und Salim ein Baby adoptieren, weil sie selbst keine Kidner bekommen können. Stattdessen erhalten sie nach langer Wartezeit einen Jugendlichen zur Pflege, den verschlossenen Netanel. Obwohl sie zunächst keinen Kontakt zu ihm finden und auch miteinander kaum noch ins Gespräch kommen können, verliert Nadjas Sprache nie ihren liebevollen Ton und leisen Humor. Selbst die tragischsten Momente beschreibt sie mit einer Ruhe, die verdeutlicht, zu welcher tiefen Liebe sie und Salim in der Lage sind. So grast Nadja die ganze Umgebung ab, um Marshmallows für ein Pie zu finden. Schließlich geht es darum in einem der Beatles-Texte, die sie selbst kaum versteht.

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