Dolly Freed: Die Faultiermethode. Ein Manifest gegen die alltägliche Diktatur des Geldes

Artikelnummer: 978-3-95403-076-7

Klassiker der Aussteiger-Literatur - geschrieben von einem Mädchen, das im Alter von 18 Jahren mit ihrem Vater, den sie "The Old Fool" nennt, auf ein Stückchen Land in Philadelphia zieht

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Seit es sich herumgesprochen hat, dass die fetten Zeiten vorbei sind, werden wir von Büchern bombardiert, die uns beibringen wollen, wie man den Gürtel enger schnallt. Die meisten halten Ratschläge feil, die ihren Namen nicht verdienen. Ja, Radfahren ist billiger als Autofahren, Kartoffelsuppe günstiger als Hummer, und Urlaub braucht nur der, dessen Alltag unbefriedigend ist.

Hier ist nun endlich ein Buch von anderem Kaliber, das man getrost als Klassiker der Aussteiger-Literatur bezeichnen kann. Geschrieben von einem Mädchen, das im Alter von 18 Jahren mit ihrem Vater, den sie "The Old Fool" nennt, auf ein Stückchen Land in Philadelphia zieht und dort ein Leben als Selbstversorger aufbaut.

Ohne jeden ideologischen oder missionarischen Geist, aber mit großem Witz schildert Dolly ihre Tagesaktivitäten und Maximen, die größtenteils der physischen und psychischen Erbauung gewidmet sind. Zum Essen werden Hasen und Hühner gezüchtet, geschlachtet und zubereitet, Fische gefangen und Gemüse eingelegt, zum Trinken und als Medizin gegen fast alle Zipperlein gibt es selbst gebrannten Schnaps.

Wer also glaubt, dass nur Hippies oder abgedrehte Soja-Freaks der alltäglichen Diktatur des Geldes entkommen wollen, sollte sich von diesem Buch inspirieren lassen, das der simplen Überzeugung folgt: Es ist einfacher, auf manche Dinge zu verzichten, die man mit Geld kaufen kann, als das Geld zu verdienen, um sie zu kaufen.

Dolly Freed führt einen eigenen Blog auf ihrer Website www.possumliving.net
Dort finden Sie außerdem Leseproben, Rezepte und Tipps zum Leben als Selbstversorger sowie mehr Informationen über die Autorin.

Leseprobe


Autor*in / Hrsg.: Dolly Freed
Land im Fokus: USA
Weitere Informationen: Übersetzt von: Yamin von Rauch
Umfang: 218 S.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 2 x 21.1 x 13.5 cm
Gewicht: 309 g
Erscheinungsdatum: 01.09.2010

~ LESEPROBE ~

Rezension von Dorothee Kröger auf AVIVA-Berlin:

Erstmals 1978 erschien ihre detaillierte Anleitung für einen subversiven Lebensstil. Die Herstellung von Kaninchenwurst interessiert wohl wenige, doch das zum Klassiker der AussteigerInnenliteratur avancierte Buch trifft auch heute noch einen Nerv: Die Statements der damals 18-jährigen "Diogenianerin" sind Ausdruck tiefgehender Unzufriedenheit gegenüber einer "korrumpierten", kapitalistischen Welt.

Dolly und ihr Vater leben zwar nicht in einem Weinfass, doch die Philosophie Diogenes´, genügsam in Abkehr gesellschaftlicher Konventionen zu leben, stellt das Grundkonzept der Lebensform eines jungen Mädchens und des von ihr "alter Narr" genannten Vaters dar: Sich der Geldwirtschaft entziehen und "wie ein Faultier leben".

"Tja, ich habe es satt, ein heimlicher Faulenzer zu sein. Ich bin faul, und ich bin stolz darauf!"

Was genau ist die "Faultiermethode"? Dolly Freed betont, dass es sich nicht um einen Idealismus handele. Sie lebe weder in einer trostlosen Wildnis, sei kein "Zurück-zur-Natur-Freak" und esse auch nicht ständig Sojabohnen und Joghurt. Ihr Lebenskonzept und das ihres Vaters bestehe darin, keine Grenze zwischen Arbeit und Freizeit ziehen zu müssen und das tun zu können, worauf sie Lust haben.
Auf einem Grundstück 40 Meilen außerhalb von Philadelphia, Pennsylvania, verfeinert die junge Frau über fünf Jahre hinweg eine Lebensform, die sie in Buchform, enthusiastisch und intelligent, einer LeserInnenschaft präsentiert. Ihre Streitschrift enthält detaillierte Beschreibungen, wie beispielsweise ein Kaninchen geschlachtet wird, welches Bodenwissen für den Gartenbau von Nöten ist, sowie Tipps zum Einmachen, Fischen oder Jagen.
Das Bedürfnis nach Anarchie, das der "alte Narr" zusammen mit seiner Tochter umsetzt, steht in einem Kontext anderer nonkonformistischer Protestformen, die in den 1970er-Jahren in den USA entstehen. Friedens- und Antiatomkraftbewegungen weisen auf ein zunehmendes Misstrauen gegenüber der Politik hin. Zwar verstand sich Dolly Freed keineswegs als Teil einer Hippie-Bewegung, doch ihre Schrift beschränkt sich nicht auf das Leben nur zweier Menschen. Im Kontext der anderen Formen des Aufbegehrens, zielte auch sie darauf, zumindest eine Möglichkeit gesellschaftlicher Veränderung aufzuzeigen.

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