Elena Ferrante: Meine geniale Freundin

Artikelnummer: 978-3-518-42553-4

Sie könnten unterschiedlicher kaum sein und sind doch unzertrennlich, Lila und Elena, schon als junge Mädchen beste Freundinnen. Und sie werden es ihr ganzes Leben lang bleiben, über sechs Jahrzehnte hinweg, bis die eine spurlos verschwindet und die andere auf alles Gemeinsame zurückblickt, um hinter das Rätsel dieses Verschwindens zu kommen.

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Sie könnten unterschiedlicher kaum sein und sind doch unzertrennlich, Lila und Elena, schon als junge Mädchen beste Freundinnen. Und sie werden es ihr ganzes Leben lang bleiben, über sechs Jahrzehnte hinweg, bis die eine spurlos verschwindet und die andere auf alles Gemeinsame zurückblickt, um hinter das Rätsel dieses Verschwindens zu kommen.

Im Neapel der fünfziger Jahre wachsen sie auf, in einem armen, überbordenden, volkstümlichen Viertel, derbes Fluchen auf den Straßen, Familien, die sich seit Generationen befehden, das Silvesterfeuerwerk artet in eine Schießerei aus. Hier gehen sie in die Schule, die unangepasste, draufgängerische Schustertochter Lila und die schüchterne, beflissene Elena, Tochter eines Pförtners, beide darum wetteifernd, besser zu sein als die andere. Bis Lilas Vater seine noch junge Tochter zwingt, dauerhaft in der Schusterei mitzuarbeiten, und Elena mit dem bohrenden Verdacht zurückbleibt, eine Gelegenheit zu nutzen, die eigentlich ihrer Freundin zugestanden hätte.

Ihre Wege trennen sich, die eine geht fort und studiert und wird Schriftstellerin, die andere wird Neapel nie verlassen, und trotzdem bleiben Elena und Lila sich nahe, sie begleiten einander durch erste Liebesaffären, Ehen, die Erfahrung von Mutterschaft, durch Jahre der Arbeit und Episoden politischer Bewusstwerdung, zwei eigensinnige, unnachgiebige Frauen, die sich nicht zuletzt gegen die Zumutungen einer brutalen, von Männern beherrschten Welt behaupten müssen.

Sie bleiben einander nahe, aber es ist stets eine zwiespältige Nähe: aus Befremden und Zuneigung, aus Rivalität und Innigkeit, aus Missgunst und etwas, das größer und stiller ist als Lieben. Liegt hier das Geheimnis von Lilas Verschwinden?

Elena Ferrante hat ein literarisches Meisterwerk von unermesslicher Strahlkraft geschrieben, ein von hinreißenden Figuren bevölkertes Sittengemälde und ein zupackend aufrichtiges Epos - über die rettende und zerstörerische, die weltverändernde Kraft einer Freundschaft, die ein ganzes langes Leben währt.


Autor*in / Hrsg.: Elena Ferrante
Belletristik: zeitgenössischer Roman
Details: Neapolitanische Saga 1
Originaltitel: L'amica geniale
Übersetzt von: Karin Krieger
Umfang: 422 S.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 3 x 21.4 x 13.4 cm
Gewicht: 542 g
Erscheinungsdatum: 30.08.2016

~ LESEPROBE ~

Rezension von Paula Bolyos bei Missy Magazine:

Lenù und Lila wachsen in den 1950er-Jahren in einem ärmlichen Viertel Neapels auf. Während Lenù still und angepasst ist, eckt Lila schon im Volksschulalter bei allen an. Sie befreunden sich, auch wenn Lenù ihre hochintelligente Klassenkollegin immer wieder als Bedrohung wahrnimmt. Dennoch: Die Faszination, die von Lila ausgeht, ist stärker. Die beiden Mädchen verbringen jede freie Minute miteinander - bis sie nach der Volksschule voneinander getrennt werden.

Trotz aller Bemühungen der Lehrerin und entgegen Lilas Protesten wird diese gezwungen, in der Schusterwerkstatt des Vaters zu arbeiten. Währenddessen kann die Lehrerin die Eltern von Lenù überreden, die Tochter die Mittelschule und dann sogar das Gymnasium besuchen zu lassen. Lenù erlebt die Verwirrungen der Pubertät, die Unsicherheiten und Verliebtheiten, Lila bleibt in ihren Äußerlichkeiten kindlich - doch ihre Wut und Trauer über die Chancen, die ihr genommen wurden, werden durch ihre zynischen Bemerkungen und ihren plötzlichen Rückzug immer wieder deutlich.

Das Neapel, in dem die beiden Freundinnen leben, ist eines voller Gewalt, Rassismus und Sexismus. Nicht zufällig hat Elena Ferrante einer der Hauptfiguren, vor der sich der gesamte Rione fürchtet, den Namen Achille gegeben - so hieß auch der Bürgermeister der Stadt jener Zeit, der für seine Politik der Korruption und Spekulation berüchtigt war. Lila entwickelt sich sehr früh zu einer jungen Frau, die - vielleicht gerade wegen der vielen Abweisungen, die sie erteilt - zum umschwärmten und gehassten Mittelpunkt des Viertels wird. Selbst Lenù sieht Lila mittlerweile als Konkurrenz und verkennt oftmals die Zuneigung, die Lila ihr entgegenbringt. Noch viel weniger aber erkennt sie die Privilegien der Bildung, die sie im Gegensatz zu ihrer Freundin genießt - stattdessen sieht sie nur die vermeintlichen Vorteile, die Lila durch ihre Schönheit und Unnahbarkeit bei den jungen Männern erlangt.

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