Elisabeth Hartlieb, Stefanie Schäfer-Bossert: Feministische Theologie - Politische Theologie: Entwicklungen und Perspektiven

Artikelnummer: 978-3-89741-341-2

Was ist das Politische in der Feministischen Theologie? In großer thematischer Breite stellen die renommierten Autorinnen dieses Bandes kritische Fragen an theologische und gesellschaftliche, aber auch an feministische Traditionen.

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Was ist das Politische in der Feministischen Theologie? In großer thematischer Breite stellen die renommierten Autorinnen dieses Bandes kritische Fragen an theologische und gesellschaftliche, aber auch an feministische Traditionen.

Sie nehmen geschlechterpolitische, postkoloniale, interkulturelle, interreligiöse, interdisziplinäre sowie biblische und spirituelle Themen und Aspekte auf und lassen Positionen aus Afrika, Brasilien, USA und Europa wie auch aus der Ökologiebewegung und den Disability-Studies zu Wort kommen.

Zu den Beiträgerinnen zählen Ulrike Auga, Brigitte Becker, Andrea Bieler, Klara Butting, Amlélé Ekué, Andrea Günter, Elisabeth Hartlieb, Claudia Janssen, Helga Kuhlmann, Sandra Lassak, Aurica Nutt, Annette Mehlhorn, Sabine Plonz, Stefanie Schäfer-Bossert, Marie Theres Wacker und Eske Wollrad.

Autor*in / Hrsg.: Elisabeth Hartlieb Stefanie Schäfer-Bossert
Wissenschaft: Theologie
Weitere Informationen: Umfang: 251 S.
Einband: Kartoniert
Format (T/L/B): 2.1 x 21 x 14.1
Gewicht (incl. Verpackung): 361 g
Erscheinungsdatum: 06.09.2012

Rezension von Antje Schrupp auf beziehungsweise-weiterdenken:

Was passiert derzeit in der feministischen Theologie? Ist da noch was mit Politik? Gibt es neue Themen? In welchem Verhältnis steht sie zu den Gender Studies oder feministischen Erkenntnissen in anderen Fachrichtungen?

Mit solchen Fragen beschäftigt sich ein neuer Sammelband, der auf die Beiträge einer Tagung der deutschen Sektion der "European Society of Women in Theological Research" (ESWTR) Ende 2010 zurückgeht. Nach einigen rückblickenden Texten, die an die Entstehung einer explizit "politischen Theologie" (im Sinne einer engagierten, weltverändernden, "linken" Theologie) in den 1960er Jahren sowie grundlegenden Überlegungen zum Thema unter anderem von Andrea Günter folgt ein Abschnitt über biblische und spirituelle Perspektiven und einer über "Anfragen und Lernfelder". Diesen letzten Teil fand ich besonders spannend, weil es darin genau um den Dialog zwischen Theologie und aktuellen politischen Themen geht - Diskriminierung und Islamfeindlichkeit, Körpernormen, Biomacht, Ökologie, das Verhältnis von Menschen und Tieren.

Was ich beim Lesen vor allem frappierend fand, ist die breite Kluft, die zwischen den Forschungen dieser Theologinnen und der gewöhnlichen öffentlichen Wahrnehmung von Kirche und Theologie klafft. Elisabeth Hartlieb zum Beispiel erinnert an Dorothee Sölle, die ja ganz maßgeblich eine "politische Theologie" vertreten hat, und schon damals "a-theistisch" war: Sie "entkleidet Gott nicht nur aller Allmacht und zieht Gott radikal in die Immanenz der Mitmenschlichkeit hinein. Zugleich denkt sie die Menschen aus der Perspektive Gottes: Der Ohnmacht Gottes ... entspricht die Ermächtigung der Menschen als Gottes Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter". Wieso, frage ich mich da, wird gesellschaftlich eigentlich immer noch darüber diskutiert, ob Gott existiert oder nicht? Wenn der "Theismus" in der feministischen Theologie (ich jedenfalls stimme Sölle da hundertprozentig zu) doch längst überholt ist? Wäre es nicht sinnvoller, mit Sölle eine "radikale Immanenz" stark zu machen - und sie mit ihr von "platter Diesseitigkeit" kritisch abzugrenzen? Denn das wäre angesichts der "platten Diesseitigkeit" des Neoliberalismus zum Beispiel heute dringend notwendig.

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