Elsemarie Maletzke: Maud Gonne. Ein Leben für Irland

Artikelnummer: 978-3-458-17674-9

Sie war der Paradiesvogel des irischen Freiheitskampfs: Maud Gonne, sehr groß, sehr glamourös und sehr eigensinnig. Sie wurde 1866 als Tochter eines englischen Offiziers geboren - und so wie sie Irland liebte, so hasste sie das britische Empire.

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Sie war der Paradiesvogel des irischen Freiheitskampfs: Maud Gonne, sehr groß, sehr glamourös und sehr eigensinnig. Sie wurde 1866 als Tochter eines englischen Offiziers geboren - und so wie sie Irland liebte, so hasste sie das britische Empire.

Für die Rechtlosen war sie die 'Frau von den Feen', die Wunder bewirkte, für ihre Feinde eine 'unkontrollierbare Revolutionärin'. Sie kämpfte auf Seiten der Pachtbauern gegen die Truppen der Landlords, stritt für republikanische Häftlinge, saß selbst im Gefängnis und gründete die erste politische Frauenorganisation Irlands. Unübersehbar und unüberhörbar forderte sie die Kolonialmacht heraus und riskierte jederzeit eine Kugel oder einen Schlag mit dem Gewehrkolben.

Sie war die große Liebe des Dichters und Nobelpreisträgers W. B. Yeats - und sie führte ein geheimes Doppelleben in Paris als Geliebte eines rechten Politikers und Mutter einer kapriziösen Tochter. Ihre spätere Ehe mit einem irischen Helden wurde zum Fiasko, aber ihr Kampfgeist blieb ungebrochen.

100 Jahre nach dem Oster-Aufstand, dem Fanal der irischen Unabhängigkeit, ist Maud Gonne noch immer eine Ikone des geistigen und militanten Widerstands. Elsemarie Maletzke erzählt anschaulich und unterhaltsam, wie aus der schönen Offizierstochter eine Revolutionärin und Irlands 'heilige Johanna' wurde.


Autor*in / Hrsg.: Elsemarie Maletzke
Biografien von/über: Aktivistinnen
Land im Fokus: Irland
Zeitepoche: 18. und 19. Jh.
Details: Umfang: 318 S.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 2.5 x 22 x 14.4 cm
Gewicht: 583 g
Erscheinungsdatum: 11.04.2016

Rezension von Wieland Freund auf www.welt.de:

Es war, als hätte Jeanne d'Arc die Schlacht um Orléans verpasst. Als irische Revolutionäre am 24. April 1916, einem Ostermontag, mitten in Dublin Schützengräben aushoben und das Postamt besetzten, um Krieg gegen das britische Empire zu führen, war die Walküre ihres Widerstands in der Normandie, "wo", wie sie dem späteren Literaturnobelpreisträger William Butler Yeats schrieb, "die Vögel singen, die Blumen blühen & es eine Lust ist zu leben". Maud Gonne, der man nicht nachsagen kann, sich im Leben vor viel gefürchtet zu haben, dürfte weniges so sehr bereut haben wie ihr Fehlen beim Dubliner "Opfergang".

Denn der Sieg der irischen Osteraufständler von 1916 konnte nur in einer Niederlage bestehen. Er kostete 500 Menschen das Leben und vollendete sich, als der Schuldirektor Patrick Pearse, einer seiner Anführer, zum Zeichen der Kapitulation seinen Säbel überreichte und in der Todeszelle ein lausiges Heldengedicht an seine Mutter schrieb. Maud Gonne fand die Verse freilich prima und schalt William Butler Yeats für sein ungleich besseres, heute weltberühmtes Gedicht "Ostern, 1916", in dem er vor der "schrecklichen Schönheit" des Terrors erschrak, der die irische Insel von da an auf Jahrzehnte zerreißen sollte.

"Mein lieber Willie", schrieb ihm Maud Gonne, "nein, ich mag Dein Gedicht überhaupt nicht ... nur durch Aufopferung kann sich die Menschheit zu Gott erheben." Der "liebe Willie", muss man wissen, hat Maud Gonne rund 30 Jahre lang Heiratsanträge gemacht, geheiratet aber hatte sie John MacBride, der Ostern 1916 eine Keksfabrik besetzte und wie Patrick Pearse dafür hingerichtet wurde. Dass Maud Gonne den Trinker und Schürzenjäger schon Jahre zuvor in die Wüste geschickt hatte, spielte plötzlich keine Rolle mehr. Als Witwe der Revolution trug sie für den Rest ihres Lebens Schwarz und nannte sich zum ersten Mal überhaupt Mrs. MacBride. Seit der Knilch tot war, ließ sich weit besser mit ihm leben.

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