Esther Göbel: Die falsche Wahl. Wenn Frauen ihre Entscheidung für Kinder bereuen

Artikelnummer: 978-3-426-27680-8

Eine Frau, die sich dazu bekennt, ihre Mutterschaft zu bereuen. Die sich heute gegen ein Kind entscheiden würde, könnte sie die Zeit zurückdrehen. Eine Frau, die so empfindet, schweigt. Weil sie fürchtet, von anderen verurteilt zu werden.

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Eine Frau, die sich dazu bekennt, ihre Mutterschaft zu bereuen. Die sich heute gegen ein Kind entscheiden würde, könnte sie die Zeit zurückdrehen. Eine Frau, die so empfindet, schweigt. Weil sie fürchtet, von anderen verurteilt zu werden. Eine israelische Studie hat das Phänomen der bereuenden Mütter erstmals untersucht. Die Journalistin Esther Göbel hat mit ihrem Artikel über diese Studie eine internationale Debatte ausgelöst und Frauen befragt, die sich dazu bekennen, ihre Mutterschaft zu bereuen. Ihr Buch beleuchtet die tieferliegenden gesellschaftlichen Hintergründe des Phänomens und geht der Frage nach, welche Rolle überzogene Ansprüche an Mütter und antiquierte Rollenbilder dabei spielen.


Autor*in / Hrsg.: Esther Göbel
Familienthemen: Muttersein Regretting Motherhood
Details: Umfang: 224 S.
Einband: Kartoniert
Format (T/L/B): 1.6 x 20.5 x 12.5 cm
Gewicht: 254 g
Erscheinungsdatum: 01.03.2016

~ LESEPROBE ~

Rezension von Lisa Harmann in der Berliner Zeitung:

"Mein Kind? Ein Arschloch." Die australische Bloggerin Constance Hall begrüßte ihre Fans bei Facebook kürzlich mit einem Foto ihres Sohnes und schrieb dazu, dass sie keine Lust mehr habe, sich dauernd für sein Verhalten zu entschuldigen. Kein "Entschuldigung, er ist heute müde" mehr, kein "Er hatte halt einen harten Tag". Nein, sie wolle ab jetzt ehrlich sein: Er sei eben aktuell ein "Arschloch".

Was dürfen Mütter - und was nicht?

Darf eine Mutter so etwas sagen? Die Fans der Bloggerin jubeln und liken ihren Beitrag. Endlich ist da mal Eine ehrlich und äußert, was viele sich nur hinter vorgehaltener Hand zu sagen trauen. Das Kind nervt. Würde sich eine deutsche Mutter das trauen? So über ihren Nachwuchs zu reden? Öffentlich? Auch wenn es witzig gemeint ist? "Es geht doch um die Kinder!", werden die selbst ernannten Kritiker und Moralwächter jetzt rufen. Da verstehen wir Deutschen keinen Spaß. Mütter sollen gefälligst unfehlbar sein und ihre wahren Emotionen hinter dem Berg halten. Unsere Gesellschaft ist da streng.

"Die Mutterschaft in Deutschland ist eine ernste Angelegenheit", sagt auch Sabrina Sailer, eine der zwei Autorinnen des Vereinbarkeitsblogs. Nachdem im letzten Jahr die Diskussion um bereuende Mütter hoch kochte, hat sie sich die Mühe gemacht, so gut wie alle Texte aus dem Netz in einer kommentierten Liste zusammenzufassen, die sich bis heute mit dem Phänomen #regrettingmotherhood auseinandergesetzt haben. Ihr Fazit: Es gibt kein schwarz oder weiß, keine einfachen Lösungen.

Das erkennt auch Esther Göbel in ihrem in dieser Woche erschienenen Buch "Die falsche Wahl - Wenn Frauen ihre Entscheidung für Kinder bereuen". Die Autorin, selbst kinderlos, hatte im vergangenen Jahr mit einem Artikel in der Süddeutschen Zeitung die Debatte angestoßen. Darin berichtete sie als Erste über die Studie der israelischen Wissenschaftlerin Orna Donath, die 23 Mütter zwischen 20 und 70 Jahren interviewt hatte, die sagten: Wenn sie die Zeit zurückdrehen könnten, würden sie keine Kinder mehr bekommen.

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