Esther Lehnert, Heike Radvan: Rechtsextreme Frauen - Analysen und Handlungsempfehlungen für Soziale Arbeit und Pädagogik

Artikelnummer: 978-3-8474-0700-3

Rechtsextreme Frauen werden mit ihren Einstellungen und ihrem Handeln oft übersehen und unterschätzt - auch in der Sozialen Arbeit und Pädagogik. Dies hat Folgen für das demokratische Miteinander, insbesondere aber für Menschen, die von rechter Gewalt betroffen sind. Doch wie kommt es zu diesem Wahrnehmungs- und Interventionsdefizit? Welche Ursachen lassen sich in Geschichte und Gegenwart in der Sozialen Arbeit und Pädagogik erkennen? Wie verlaufen Situationen in verschiedenen Handlungsfeldern und welche Alternativen lassen sich herausarbeiten? Diese und weitere Fragen werden im Buch beantwortet. Die Autor_innen plädieren für eine professionsethische Haltung von (sozial)pädagogischen Fachkräften.

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Rechtsextreme Frauen werden mit ihren Einstellungen und ihrem Handeln oft übersehen und unterschätzt - auch in der Sozialen Arbeit und Pädagogik. Dies hat Folgen für das demokratische Miteinander, insbesondere aber für Menschen, die von rechter Gewalt betroffen sind. Doch wie kommt es zu diesem Wahrnehmungs- und Interventionsdefizit? Welche Ursachen lassen sich in Geschichte und Gegenwart in der Sozialen Arbeit und Pädagogik erkennen? Wie verlaufen Situationen in verschiedenen Handlungsfeldern und welche Alternativen lassen sich herausarbeiten? Diese und weitere Fragen werden im Buch beantwortet. Die Autor_innen plädieren für eine professionsethische Haltung von (sozial)pädagogischen Fachkräften.

Rechtsextreme Frauen werden häufig mit ihrer Ideologie übersehen. Das bekannteste Beispiel hierfür ist die Rechtsterroristin Beate Zschäpe. In der aktuellen Auseinandersetzung wird ihr Handeln durch banalisierende oder sexualisierende Darstellungen entpolitisiert. Hierbei handelt es sich nicht um einen Einzelfall. Fachkräfte der Pädagogik und der Sozialen Arbeit sind verstärkt mit rechtsextremen Erscheinungsformen konfrontiert und herausgefordert, diese zu erkennen und einen Umgang damit zu entwickeln. Esther Lehnert und Heike Radvan fragen nach Ursachen für die Unterschätzung rechtsextremer Frauen in der Gesellschaft. Mit einem Blick in die Geschichte untersuchen sie, welche stereotypen Bilder über Frauen entstanden sind. Zudem setzen sie sich mit der Wahrnehmung engagierter Frauen der extremen Rechten in Ost- und Westdeutschland nach 1945 auseinander, um dann das Engagement von Frauen im aktuellen Rechtsextremismus zu untersuchen. Darauf aufbauend untersuchen die Autorinnen die pädagogische und sozialarbeiterische Praxis in verschiedenen Bereichen: in der frühkindlichen Pädagogik, der Schule, der Jugendarbeit sowie der Vereins - und Verbandsarbeit.

Aus der Beratungspraxis wissen Lehnert und Radvan, dass oft das Prinzip der "doppelten Unsichtbarkeit" greift und rechtsextreme Akteurinnen übersehen werden: als engagierte Mütter, als Erzieherinnen, als Sozialarbeiterinnen oder als Klientel in der Jugendarbeit. Anhand von Beispielen aus der Beratungspraxis stellen die Autorinnen dar, mit welchen Herausforderungen Fachkräfte konfrontiert sind, und entwickeln darauf aufbauend spezifische Handlungsempfehlungen. Hierbei wird vor allem die Ebene der Elternarbeit und das pädagogische Handeln mit Kindern und Jugendlichen thematisiert. Wie können Fachkräfte das Engagement rechtsextremer Eltern wahrnehmen und welche Interventionsmöglichkeiten gibt es? Welche Ansätze gibt es für die Einzel- und Gruppenarbeit mit Kindern, die in rechtsextremen Elternhäusern aufwachsen? Welche Ansätze der primären Prävention gibt es? Anhand vonFallbeispielen werden zudem Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit rechtsextremen KollegInnen vorgestellt.

Inhalt


Autor*in / Hrsg.: Heike Radvan Esther Lehnert
politische Themen: Rechtsextremismus
Details: Einband: Kartoniert
Gewicht: 211 g
Erscheinungsdatum: 07.11.2016

~ INHALT ~

Rezension von Hannah Hanemann auf AVIVA-Berlin:

Die Autorinnen Lehnert und Radvan, beide tätig in der Fachstelle für Gender und Rechtsextremismus der Amadeu-Antonio-Stiftung, beleuchten ein unterschätztes Phänomen und plädieren für eine genderreflektierte Haltung gegenüber Rechtsextremismus, nicht nur im Bereich der sozialen Arbeit und Pädagogik.

Rechtsextremismus durch Frauen wird oft übersehen. So die zentrale These des Buches, welches im November 2016 von den Autorinnen als Reaktion auf ihre jahrelange Berufserfahrung im Bereich "Gender und Rechtsextremismus" und in der Beratungs- und Weiterbildungsarbeit von Fachkräften Sozialer Arbeit veröffentlicht wurde.
Gerichtet ist es vor allem an PädagogInnen, Fachkräfte im Bereich Soziale Arbeit, sowie Studierende und Lehrende im Bereich Geschlechterforschung, Soziale Arbeit und Erziehungswissenschaft. Diesen soll die Lektüre dabei helfen, die diversen Erscheinungsformen von Rechtsextremismus - ob latent oder offen - erkennen und darauf reagieren zu können.
Anhand eingehender Analysen sowie verschiedener Fallbeispiele wird außerdem auf die Notwendigkeit hingewiesen, die Thematik verstärkt ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Analyse historischer und aktueller Aspekte

Das Buch ist in zwei Themenblöcke unterteilt, die zum einen den historischen Blick auf Rechtsextremismus durch Frauen und zum anderen die Wahrnehmung von rechtsextremen Frauen in der Gegenwart thematisieren.
In ihrer Einleitung analysieren Lehnert und Radvan mögliche Gründe für das verzerrte Bild der Frauen als grundsätzlich friedfertig und unpolitisch, das sie unter anderem anhand eines philosophischen Diskurses von der Antike bis ins 20. Jahrhundert nachverfolgen: Die Vorstellung von der Frau als unmündigem und defizitärem Wesen wandelt sich im Laufe der Jahrhunderte zu einem Bild der liebevollen und gütigen Mutter, das zunächst genetisch und dann gesellschaftlich erklärt und gefestigt wird.
In den vier Unterkapiteln des ersten Themenblocks wird der Bereich der sozialen Arbeit als größtenteils mit weiblichen Attributen assoziiertes Feld vorgestellt, sowie die Rolle von Frauen im Nationalsozialismus und nach 1945, sowohl im sozialen als auch politischen Bereich, beleuchtet.
Im zweiten Themenblock verdeutlichen verschiedene Fallbeispiele den praktischen Umgang mit Rechtsextremismus im Arbeitsalltag. Speziell gehen die Autorinnen auf die Bereiche der Frühkindlichen Pädagogik, Jugendarbeit, Familienunterstützenden Hilfe, Pflege und des Schutzes vor häuslicher Gewalt ein. Zu jedem dieser Punkte werden Fallbeispiele präsentiert und Handlungsmöglichkeiten vorgestellt, sowie Erkennungsmerkmale für eine mögliche rechte Gesinnung.
Verhaltenstipps, die sich universal anwenden lassen, sind jedoch auf Grund der Komplexität des Themas jedoch schwer fest zu machen.

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