Eva Demski: Scheintod

Artikelnummer: 978-3-458-17593-3

Scheintod ist der Roman einer Liebe zu Zeiten großer politischer Unruhen. Eva Demski erzählt unsentimental, doch mit feinem Gespür von einer Frau, die vor die Herausforderung gestellt wird, ein Leben im Tod zu ergründen und dabei Erinnerungen und Zweifel, Trauer ...

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Neuausgabe des wichtigsten Romans der Autorin

Frankfurt am Main 1974. Ein Anwalt wird tot in seiner Kanzlei aufgefunden. Die Umstände seines Todes sind ungeklärt. Die Polizei ermittelt: Er war Anwalt der linken Szene, zu seiner Klientel gehörten RAF-Mitglieder, Rocker, Junkies und Strichjungen. Seine Frau, die seit drei Jahren von ihm getrennt lebt, beginnt, sich noch einmal mit ihm auseinanderzusetzen: mit seiner Arbeit, seinem Leben - und ihrer Liebe. Was weiß sie eigentlich von diesem Mann, den sie einmal geliebt hat, der ihr so vertraut war?

Bald gerät die Witwe selbst ins Visier der polizeilichen Ermittlungen, wird der Mitwisserschaft an politischen Aktivitäten verdächtigt, während sie verschlüsselte Botschaften aus dem politischen Untergrund erhält. Um zu begreifen, sucht sie seine Kollegen auf, Mandanten aus der Halbwelt, Genossen und ehemalige Revolutionäre und kehrt in dunklen Spelunken ein. Immer tiefer wird sie in ein verborgenes Leben des Toten hineingezogen, der ihr gleichzeitig immer fremder wird.

Scheintod ist der Roman einer Liebe zu Zeiten großer politischer Unruhen. Eva Demski erzählt unsentimental, doch mit feinem Gespür von einer Frau, die vor die Herausforderung gestellt wird, ein Leben im Tod zu ergründen und dabei Erinnerungen und Zweifel, Trauer und Verlust zu bewältigen.


Autor*in / Hrsg.: Eva Demski
Belletristik: zeitgenössischer Roman
Weitere Informationen: Umfang: 400 S.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 3.4 x 20.6 x 13.1 cm
Gewicht: 511 g
Erscheinungsdatum: 14.04.2014

~ LESEPROBE ~

Rezension von Philippa Schindler auf AVIVA-Berlin:

Ein Anwalt der linken Szene wird tot in seiner Wohnung gefunden, seine Witwe begibt sich auf Spurensuche. Nach dreißig Jahren wurde der Politroman der preisgekrönten Schriftstellerin neu aufgelegt.

1974. Helmut Schmidt wird deutscher Bundeskanzler. Der RAF-Gefangene Holger Meins stirbt im Hungerstreik. Ulrike Meinhof wird wegen Mordversuches bei der Befreiung von Andreas Baader zu acht Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Und in Frankfurt am Main stirbt der Anwalt von Gudrun Ensslin in seiner Wohnung. Es ist Reiner Demski.

Todesumstände: ungeklärt

"Wem sonst als Dir" ist der Roman gewidmet, den die Schriftstellerin Eva Demski ein ganzes Jahrzehnt später im Carl Hanser Verlag veröffentlicht. "Scheintod" erscheint erstmals 1984, es ist ein Tagebuch des Abschieds und die Chronik einer aufreibenden Suche. Wer war dieser Mensch, wer war Reiner Demski? Zwischen Aktenseiten und Erinnerungsfragmenten, in schmuddeligen Bahnhofskneipen und den verrauchten Wohnungen von GenossInnen entsteht das kluge und nicht widerspruchsfreie Psychogramm eines Mannes ? ein Anarchojurist, egozentrischer Ehemann und Revolutionstheoretiker. In der Frankfurter Schwulenszene nannte man ihn auch "die Gräfin".

Nachforschungen einer Namenlosen

Anlässlich des siebzigsten Geburtstages von Eva Demski legte der Suhrkamp / Insel Verlag das Werk der vielfach ausgezeichneten Autorin erneut auf. Im Frühjahr 2014 kam "Scheintod" in gebundener Fassung heraus, auf dem Umschlag die verblasste Schwarz-Weiß-Fotografie des jungen Paares. Von der ersten bis zur letzten Seite werden zwölf Tage vergehen. Zwölf Tage zwischen Sterben und Beisetzung, in denen die namenlose Protagonistin die innere Zerrissenheit des Toten zu enträtseln versucht - und dabei selbst in die unruhigen Wogen von Staatsschutz und politischem Untergrund-Kampf gerät.

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