Eva Fels: Auf der Suche nach dem dritten Geschlecht. Bericht über eine Reise nach Indien und über die Grenzen der Geschlechter

Artikelnummer: 978-3-85371-233-7

Geschlechtsmigration ist mehr als persönliche Betroffenheit und Erfahrung Einzelner. Das dritte Geschlecht hat, wie könnte es anders sein, eine Geschichte. Diese aufzuspüren, machte sich Eva Fels nach Indien auf, um das Leben und die Mythen von Transgender-Gemeinschaften einzufangen.

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Geschlechtsmigration ist mehr als persönliche Betroffenheit und Erfahrung Einzelner. Das dritte Geschlecht hat, wie könnte es anders sein, eine Geschichte. Diese aufzuspüren, machte sich Eva Fels nach Indien auf, um das Leben und die Mythen von Transgender-Gemeinschaften einzufangen und für interessierte Lesende aufzubereiten. Geworden ist daraus ein Buch über das dritte Geschlecht, gesehen mit den Augen einer Betroffenen und konfrontiert mit der Aussagekraft indischer Mythologie.

Die Suche nach dem dritten Geschlecht ist das Tagebuch einer Forschungsreisenden. Sie findet sich nicht selten in grotesken Situationen wieder. Schließlich muss die Autorin auch ihre eigene - zwangsläufig uneindeutige - Geschlechtsposition auf einem fremden Raster immer wieder neu definieren. Schon bald führt die Reise ins Zentrum der Hijra-Kultur. Hijras sind sowohl Heilige, deren Segen oft erbeten wird, als auch vulgäre Bettler und Prostituierte, deren Kontakt der indische Bürger mit Schrecken scheut. Die ethnologische Feldarbeit deckt bislang ungesehene Beziehungen innerhalb der Gemeinschaft auf und dokumentiert die Vernetzung mit anderen Subkulturen, Strukturen die hierzulande nur als Queer-Communities verstanden werden könnten.

Die Autorin beschränkt sich nicht auf die Analyse der Hijras-Gesellschaft und deren Einbettung in die indische Kultur. Sie stellt diesen auch andere TransGender-Modelle, insbesondere jenes der nord-amerikanischen Indianer, gegenüber. Darüber hinaus legt sie ihre eigene Geschichte offen, die mit einer westlich-pathologischen Ideologie zu kämpfen hat, welche abweichende Geschlechtsperformance als ein psychiatrisches Phänomen behandelt. Mit ihrer Reise zu den Hijras eröffnet Eva Fels auch hier in Europa einen Freiraum zum Überschreiten von Geschlechtsgrenzen.

Die Hijras:
In Indien werden Geschichten über Menschen aus den Zeiten des Ramayana-Epos erzählt, die weder mit Männern noch mit Frauen identifiziert werden. Sie sollen von Gott Rama ausdrücklich gesegnet worden sein. Mit dieser außergewöhnlichen Gemeinschaft der so genannten Hijras befasst sich dieses Buch. Die Hijras werden oft als das "dritte Geschlecht" Indiens bezeichnet. Sie sind entweder Hermaphroditen oder Männer, die sich mit einer männlichen Geschlechtsposition nicht identifizieren können. Sie präsentieren sich weiblich, tragen Saris und nehmen Frauennamen an. Von vielen Außenstehenden, und in jedem Fall von anderen Hijras, werden sie mit weiblichen Vornamen angesprochen. Ehen zwischen Hijras und Männern sind sozial akzeptiert, sexuelle Beziehungen zu Frauen dagegen sind verpönt.


Autor*in / Hrsg.: Eva Fels
Reisebuchtyp: Reisebericht
Reiseregion(en): Asien
Weitere Informationen: Umfang: 272 S.
Einband: Kartoniert
Format: 21,0 x 15,0 cm 
Gewicht: 407 g
Erscheinungsdatum: 18.03.2005

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