Eva Rieger: Friedelind Wagner. Die rebellische Enkelin Richard Wagners

Artikelnummer: 978-3-492-30412-2

Reichskanzler Adolf Hitler ist in Bayreuth alljährlich ein umjubelter Gast: Mit Winifred, der Herrin des Hügels, verbindet ihn eine enge Freundschaft. Für ihre Kinder spielt er den Ersatzvater. Nur eine schert aus dem braunen Pakt aus: Friedelind.

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Reichskanzler Adolf Hitler ist in Bayreuth alljährlich ein umjubelter Gast: Mit Winifred, der Herrin des Hügels, verbindet ihn eine enge Freundschaft. Für ihre Kinder spielt er den Ersatzvater. Nur eine schert aus dem braunen Pakt aus: Friedelind. Die aufmüpfige Tochter entschließt sich zum offenen Widerstand gegen ihre Familie und gegen das Nazi-Regime. Sie emigriert nach England und opfert so ihren Lebenstraum, an der begehrten Festspielleitung mitzuwirken. Doch nach dem Krieg scheint Friedelinds große Stunde zu schlagen: Wer, wenn nicht sie, könnte jetzt die Leitung der Bayreuther Festspiele übernehmen? Schließlich ist sie die Einzige der vier Geschwister, die von der Vergangenheit unbelastet ist. Aber die Familie steht der Emigrantin feindlich gegenüber und tut alles, um die "Verräterin" auszubooten.

Sie galt als "das schwarze Schaf der Familie", doch unbeirrt ging Friedelind Wagner ihren eigenen Weg: Eva Rieger schreibt die erste Biografie der Enkelin Richard Wagners, die sich als Einzige des Bayreuther Clans zum Widerstand entschloss gegen ihre Familie und gegen das Nazi-Regime. Sie emigrierte nach England und opferte so ihren Lebenstraum, an der begehrten Festspielleitung mitzuwirken. Selbst nach dem Krieg bekam die "Verräterin" noch den Zorn und die Feindseligkeit ihrer Familie zu spüren.



Autor*in / Hrsg.: Eva Rieger
Biografien von/über: Frauen an der Seite berühmter Männer
Weitere Informationen: SERIE PIPER Bd. 30412
Umfang: 503 S.
Einband: Kartoniert
Format (T/L/B): 3.2 x 19.1 x 12
Gewicht: 385 g
Erscheinungsdatum: 15.10.2013

~ LESEPROBE ~

Rezension zur Ausgabe 2012 auf fembio:

Die Bayreuther Festspiele sind eine einzigartige Kulturinstitution und erfreuen sich seit fast 150 Jahren weltweiter Beliebtheit. Sogar die deutsche Kanzlerin ist eine begeisterte Wagnerianerin und besucht jedes Jahr mit ihrem Mann die Festspiele.

Friedelind Wagner (1918-1991), deren Biografie nun erstmals vorliegt, war die älteste Tochter von Winifred und Siegfried Wagner, Richards einzigem Sohn und "Thronerben". Friedelinds Brüder Wieland und Wolfgang prägten nach dem zweiten Weltkrieg die aus dem Nazisumpf wiedererstandenen Festspiele. Wie die beiden ihre hochbegabte, eigenwillige, einsatzbereite und als Erbin gleichberechtigte Schwester Friedelind dabei ausbooteten und mit Hilfe Winifreds und der braunen, finanzstarken "Gesellschaft der Freunde Bayreuths" austricksten, das ist einer der spannendsten Erzählstränge des Buchs.

Friedelind war zu Zeiten der Nazidiktatur die Einzige des Wagner-Clans, die Hitler, den Wagner-Fan, Freund Winifreds und Förderer der Festspiele, noch rechtzeitig durchschaute. Sie ging ins Exil und nutzte dort ihren berühmten Namen (ähnlich wie Thomas, Klaus und Erika Mann), um Widerstand gegen Hitlerdeutschland zu leisten. Nach dem Krieg war sie somit die Einzige, die politisch unbelastet war und schien deshalb prädestiniert, die Leitung der kompromittierten Festspiele zu übernehmen. Ihre beiden Brüder aber waren entschlossen, endlich Schluss zu machen mit der Bayreuther "Weiberherrschaft": Nach Richards Tod hatte seine Witwe Cosima die Festspiele jahrzehntelang geleitet, und nach Siegfrieds Tod stand seine Witwe Winifred 15 Jahre an der Spitze des Familienunternehmens. Cosima wie auch Winifred fanden pikanterweise jedoch eine männliche Leitung der Festspiele angemessener und bedienten sich ethisch mehr als fragwürdiger Methoden, um ihren Töchtern und deren Nachkommen ihr Recht vorzuenthalten.

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