Franco Supino: Wasserstadt

Artikelnummer: 978-3-906183-11-4

Ani, Elson und Züsi erzählen aus ihrer jeweiligen Sicht von den un gewöhnlichen Umständen ihres Aufeinander treffens, ihren gemeinsamen Veränderungen in diesem Sommer und den getrennten Wegen im Herbst. Sie kämpfen mit unterschiedlichen Problemen und Strategien. Sie können sich gegenseitig helfen und doch bleiben sie allein bei sich selbst.
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Ani, Elson und Züsi erzählen aus ihrer jeweiligen Sicht von den un gewöhnlichen Umständen ihres Aufeinander treffens, ihren gemeinsamen Veränderungen in diesem Sommer und den getrennten Wegen im Herbst. Sie kämpfen mit unterschiedlichen Problemen und Strategien. Sie können sich gegenseitig helfen und doch bleiben sie allein bei sich selbst. Dass Geld dabei eine Rolle spielt, dass aus einer Mülldeponie eine Goldgrube entstehen soll, merken sie erst, als ihnen das Gold quasi vor die Füße fällt und nicht mehr wichtig ist.

Was bin ich bereit, für Geld zu tun? Was hat welchen Wert und zu welchem Zeitpunkt? Werden mich die anderen noch mögen, überhaupt erkennen, wenn ich mich verändere?

Das erste Jugendbuch des bekannten Romanciers Franco Supino ist ein packender Entwicklungsroman. In inneren Mono­­logen wird so neugierig wie ängstlich der eigene Weg überdacht und nebenbei von Gewalt, Facebookparty, schwierigen Eltern und der Idee der Wasserstadt erzählt.

Gedruckt auf FSC-Recyclingpapier - der Umwelt zuliebe

Autor*in / Hrsg.: Franco Supino
Weitere Informationen: Titelbild: Laura Jurt
Umfang: 320 S.
Einband: Gebunden
Gewicht: 770g
Lesealter: 14+
Erscheinungsdatum: 05.09.2013

Habe das nicht gewollt. Niemand von uns Kindern hat das gewollt. Paps hat gesagt, er zieht aus, Mam hat gemeint, das traust du dich nie, und ich hab gesagt, wenn Paps geht, gehe ich mit. Reibe mir die Augen, blinzle. Wo bin ich hier? An der Wand gegenüber ein Quadrat. Darin zwei Punkte, wo mal Nägel eingeschlagen waren. In der Ecke eine Schmutzspur bis hoch zur Decke. Der Putz blättert. Schließe die Augen wieder. Von der Küche her höre ich Männerstimmen sich zuprosten. Spüre den Muskelkater in den Armen und Beinen zwicken. Was für ein Tag! Um acht Uhr früh habe ich die erste Kiste gepackt. Die Gitarre umgehängt. Paps, eine Schachtel auf dem Arm und einen Bürostuhl vor sich herschiebend, ging vor mir. Mam stellte sich ihm trotzig in den Weg, als er über die Hausschwelle treten wollte. Geh doch bitte mit den Kleinen in die Stadt , hat er sie an geschrien. Paps ist wild entschlossen. Seit Wochen. Jo und Trix standen auf dem Vorplatz. Irgendwie verschüchtert. Wie nach langer Gefangenschaft ausgesetzte Tiere. Gut , sagte Mam. Packte Trix und Jo. Zog sie ins Haus. Trix schaute sich um. Aber nicht nach Paps. Nach mir. Bin er schrocken. Die Gitarre, die um meinen Hals hing, rutschte nach hinten. Der Gürtel würgte. Versuchte Trix zuzulächeln. Kurz darauf fuhr das elektrische Garagentor nach oben. Die Nase des Autos rollte auf den Vorplatz. Jo und Trix saßen auf dem Rücksitz. Jo liefen Tränen über die Wangen. Trix hatte ihre Arme um ihn gelegt. Was machst du mit meinem Wagen?, schrie Paps. Dein Wagen? Mam, am offenen Fenster, schüttelte den Kopf. Gab Gas. Paps musste ausweichen. Die Schachtel, die er in der Hand hielt, fiel krachend zu Boden. Das Auto berührte den Bürostuhl. Paps lief dem Stuhl hinterher. Als er ihn zu fassen kriegte, hob er ihn stöhnend über den Kopf. Als wolle er ihn dem davonbrausenden Auto nachwerfen. Wie soll ich denn am Montag zur Arbeit fahren?, seufzte er. Setzte sich auf den Bürostuhl. Die Ellbogen auf die Lehne gestützt hielt er den Kopf in beiden Händen. Sah auf. Sah mich an. Mit Tränen in den Augen.

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