Franz Gmainer-Pranzl, Ingrid Schmutzhart, Anna Steinpatz (Hrsg.): Verändern Gender Studies die Gesellschaft. Zum transformativen Potential eines interdisziplinären Diskurses

Artikelnummer: 978-3-631-65603-7

Gender Studies haben sich in den vergangenen Jahrzehnten als kulturwissenschaftlicher, interdisziplinärer und gesellschaftskritischer Diskurs etabliert. Sie analysieren die soziale und kulturelle Konstruktion von Geschlecht, kritisieren etablierte (meist unsichtbare) Machtstrukturen, die Diskriminierung und Ausschließungen produzieren, und beleuchten die Intersektionalität der Dimension Gender mit ethnischen, sozialen, politischen, ökonomischen und religiösen Lebensbereichen.

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Gender Studies haben sich in den vergangenen Jahrzehnten als kulturwissenschaftlicher, interdisziplinärer und gesellschaftskritischer Diskurs etabliert. Sie analysieren die soziale und kulturelle Konstruktion von Geschlecht, kritisieren etablierte (meist unsichtbare) Machtstrukturen, die Diskriminierung und Ausschließungen produzieren, und beleuchten die Intersektionalität der Dimension Gender mit ethnischen, sozialen, politischen, ökonomischen und religiösen Lebensbereichen. Trotz hoher theoretischer Standards und eines differenzierten Problembewusstseins stellen sich den Gender Studies allerdings durch eingefahrene gesellschaftliche Spielregeln, ökonomische Vorgaben und diskursive Identitätskonstruktionen wirkmächtige Widerstände entgegen.
Lassen sich kulturelle Logiken, die repressive und exkludierende Strukturen als natürlich ausgeben, überwinden? Verändern also Gender Studies die Gesellschaft?

Eine interdisziplinäre Tagung an der Universität Salzburg setzte sich im November 2013 mit dieser Frage auseinander und zeigte aus der Perspektive unterschiedlicher Wissenschaften das gesellschaftsverändernde Potential der Gender Studies auf.

Autor*in / Hrsg.: Anna Steinpatz Franz Gmainer-Pranzl Ingrid Schmutzhart
Wissenschaft: Theologie
Details:

Reihe: Salzburger interdisziplinäre Diskurse - Band 5
Umfang: 452 S.
Einband: Gebunden
Gewicht: 680 g
Erscheinungsdatum: 15.12.2014

Inhalt:

Nikita Dhawan: Doing and Undoing Gender: Die Zukunft der Geschlechterforschung

Silvia Arzt: Feminismus - Gender - Vielfalt. Geschlechterdiskurse in der Religionspädagogik und Religionsbuchforschung

Norbert Christian Wolf: Am Beispiel Musils: Zur gesellschaftlichen Funktion gendertheoretisch orientierter Textanalysen in der Literaturwissenschaft

Anna Wildt: Gender Studies in der Praxis: Entwicklungen der Rechtsprechung im Bereich der geschlechtsspezifischen Verfolgung

Tuulia Ortner: Gender, Geschlecht und Stereotype in der kognitiven Leistungsdiagnostik

Birgit Breninger: Der Zwiespalt zwischen Geschlecht und Kultur - Neue Visibilität und Empowerment mit Hilfe von Interkulturellen Perspektiven

Eneida Jacobsen: Argumentieren, Exkludieren? Zum habermasschen Öffentlichkeitsbegriff und seiner Kritik durch Iris Young

Martina Schmidhuber: Zum Ertrag der Gender Studies für die Philosophische Anthropologie am Beispiel personaler Identitätsbildung 

Bernhard Schwaiger: Können Gender Studies das Individuum auf der Ebene der Vernunft, der Affekte und des Unbewussten erreichen?

Cornelia Brunnauer/Isabella Fritz: Genderkompetenz im pädagogischen Handlungsfeld Lehre - eine kritische Herangehensweise

Ingrid Schmutzhart: Von der Frauenforschung zur Genderforschung. Gender Studies an der Universität Salzburg

Siegrid Schmidt: Sichtbar und hörbar. Interdependenzen und Veränderungspotential von Frauenforschung, Frauenförderung und Frauenpräsenz an Universitäten

Christiane Bahr: GenderGeragogik - ein Zukunftsfeld! ? Judith Wiesinger: Migrantinnen sichtbar machen - Feminisierung der Migration

Teresa Leonhardmair: Leibliche Aufführungs-Orte. Relevanz und Potenzial der Performance Kunst von Frauen im Kontext der Gender Studies

Theresia Heimerl: Vom Exotismus zu den Abgründen der political correctness: Wie Gender Studies die Religionswissenschaft verändert haben

Lisa Schweiger-Gensluckner: Kirche und Sportplatz als Arenen der Männlichkeit? Institutionalisierte Geschlechterrollen in Sport und Religion im Vergleich

Julia Kernecker: Ikonen religiöser Weiblichkeit. Bildperformanz am Beispiel von Devotionalienbildern und Videoclips

Anna Steinpatz: KATHARINAfeier: Ver-Ortung eines Anliegens. Errungenschaften, Potentiale und Herausforderungen einer feministisch-theologischen Veranstaltung an der Universität Salzburg

Anita Schwantner: «Der Apfel» - fruchtbringendes Andersdenken. Über das Gestaltungspotential einer feministisch-theologischen Zeitschrift made in Austria 

Sandra Lassak: Leben durchkreuzen. Gesellschaftsveränderung und der Beitrag feministischer Theologie(n)

Franz Gmainer-Pranzl: Theologie Interkulturell und Intersektionalität. race/class/gender als Analysekategorien theologischer Diskurse 

Rose Uchem: Gender Studies und Kontextuelle Theologie. Neue Möglichkeiten gesellschaftlichen Wandels in Nigeria am Beispiel von Ifendu for women's Development

Andrea Kraller: Koreanische Frauen als Grenzgängerinnen zwischen Tradition und Postmoderne, zwischen Patriarchat und Emanzipation. Choon-Ho You-Martin als Vertreterin der Frauenbewegung und Frauentheologie in Südkorea 

Bernardeth Carmen Caero Bustillos: «Warum habe ich Gunst in deinen Augen gefunden, dass du mich ansiehst?» Die Gestalt von Frau und Mann in der Bibel im Zusammenhang mit der Teología India

Maria Hera : Ma soeur cent têtes.
Rezension von Wolfgang Denzler auf pw-portal.de:

"Können Gender Studies als diskursives und kritisches Konzept tief sitzende Geschlechterstereotypen, 'selbstverständliche' Gewaltstrukturen und sexuelle Normen verändern, die in unterschiedlichen Gesellschaften immer wieder dazu führen, dass Frauen benachteiligt und ausgegrenzt [...] werden [...]?" (9) Die Herausgeber_innen bejahen diese Frage und präsentieren die gesellschaftsverändernden Potenziale der Disziplin anhand von 25 Sammelbandbeiträgen. Diese sind zum Teil Resultat einer Tagung, die an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Salzburg im November 2013 stattfand. Nikita Dhawan erinnert in ihrem Text daran, dass die Einführung feministischer Theorien in die Hochschullehrpläne einst als politischer und emanzipativer Akt gegen eine "androzentrische Wissensproduktion" (13) galt. Als einen der wichtigsten Beiträge dieser Theorien sieht sie die Erweiterung des Gewaltbegriffs von körperlicher Bedrohung oder Verletzung auf epistemische, diskursive und strukturelle Formen. Wichtig sei aber auch, die Biologisierung von Gewalt zu kritisieren; Frauen seien nicht "von Natur aus 'gewaltfrei'" (14), sondern könnten auch Täterinnen sein. Bernhard Schwaiger diskutiert in seinem Beitrag, ob Gender Studies prinzipiell geeignet sind, "eine Veränderung in den Köpfen der Menschen und in ihrem konkreten Handeln hinsichtlich der Geschlechtsverhältnisse herbeizuführen" (158). Er stützt sich dabei auf moralpsychologische Theorien und kommt zu einem eingeschränkt positiven Ergebnis: Es könne durchaus möglich sein, mit rationalen Mitteln gewisse individuelle Veränderung im Bereich geschlechtsspezifischer Affekte zu erreichen.

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