Franziska Koblitz: Die Frauen von Lampersari. In einem japanischen Frauenlager auf Java

Artikelnummer: 978-3-7076-0566-2

Ein japanisches Frauenlager in Java 1942 bis 1945: Unter den Bedingungen von Krieg, Vertreibung und Internierung musste Franziska Koblitz, auf sich allein gestellt, für ihre beiden Kinder und sich das Überleben sichern. Ihre menschliche, unprätentiöse und ehrliche Darstellung der Ereignisse ist ein einzigartiges Zeitzeugnis.

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Ein japanisches Frauenlager in Java 1942 bis 1945: Unter den Bedingungen von Krieg, Vertreibung und Internierung musste Franziska Koblitz, auf sich allein gestellt, für ihre beiden Kinder und sich das Überleben sichern. Ihre menschliche, unprätentiöse und ehrliche Darstellung der Ereignisse ist ein einzigartiges Zeitzeugnis.

Zahlreiche erschreckende Berichte sind aus europäischen Konzentrationslagern überliefert. Was sich in anderen Teilen der Welt während des Zweiten Weltkriegs abgespielt hat, ist bei uns weitgehend unbekannt. Franziska Koblitz und ihr Mann hatten seit Anfang der 1930er-Jahre gemeinsam im damals niederländischen Java gelebt. Da sie die niederländische Staatsbürgerschaft angenommen hatten, blieben sie verschont, als Deutschland 1940 die neutralen Niederlande überfiel. Nach der japanischen Invasion 1942 wurde Koblitz' Mann interniert - er überlebte die Haft nicht -, die zweifache Mutter wurde mit ihren Kindern drei Jahre lang in einem japanischen Frauenlager interniert.

Ihre beeindruckende und erschütternde Geschichte dieser Zeit schrieb sie viele Jahre später auf. Sie berichtet von dem ständigen Hunger, den katastrophalen hygienischen Bedingungen, ihren Sorgen um die Kinder, aber auch von Solidarität unter den Frauen und der heilenden Wirkung eines heimatlichen Weihnachtsliedes.


politische Themen: Nationalsozialismus
Autor*in / Hrsg.: Franziska Koblitz
Zeitepoche(n): 20. und 21. Jh.
Land im Fokus: Indonesien Japan
Details: Umfang: 128 S.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 1.5 x 22 x 14.2 cm
Gewicht: 270 g
Erscheinungsdatum: 11.03.2016

Rezension von Tanja Paar in dieStandard.at:

Die japanischen Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg werden erst langsam aufgearbeitet. Das neuaufgelegte Buch mit Erinnerungen von Franziska Koblitz liefert einen wertvollen Beitrag.

Sie hat überlebt. Franziska Koblitz hatte seit Anfang der 1930er-Jahre im damals niederländischen Java gelebt, als die japanische Armee das Land 1942 überfiel. Die junge österreichische Adelige war ihrem Mann zu einem kolonialen Leben auf einer Zuckerrohrfabrik gefolgt. Nach seiner Verhaftung stand sie plötzlich mit zwei kleinen Kindern allein da, wurde interniert und überlebte drei lange Jahre großteils im Frauenlager Lampersari. Ihren Mann sah sie nie wieder.

Den sehr persönlichen Erinnerungen von Franziska Koblitz ist ein Vorwort der Journalistin und Japan-Expertin Judith Brandner vorangestellt. Es hilft bei der historischen Einordnung eines Kapitels der Geschichte des Zweiten Weltkrieges, das in Europa noch immer weitgehend unbekannt ist: der imperialistische Feldzug Japans in Asien, der 1931 mit einem Anschlag in der Mandschurei begann - gefolgt von japanischen Invasionen in Indochina, auf den Philippinen, in Niederländisch-Ostindien, Borneo, Thailand, Burma, um nur einige zu nennen - und erst nach dem Atombombenabwurf auf Nagasaki mit der japanischen Kapitulation im August 1945 endete.

Blick auf Ungerechtigkeiten

Franziska Koblitz wollte ihre Erinnerungen bereits in den 1960er-Jahren veröffentlichen, fand aber damals keinen Verlag dafür. Erst ihr Neffe, Hubertus Czernin, ermöglichte als Verleger die Erstveröffentlichung im Jahr 2000. Und das zu Recht: Denn das Buch weist über die familiengeschichtliche Bedeutung sowohl geschichtlich als auch literarisch hinaus. Es ist beeindruckend, wie unwehleidig Franziska Koblitz die lebensbedrohlichen Ereignisse schildert. Sie findet treffende Worte nicht nur für das "verwöhnte" Leben in einem tropischen Paradies, wie sie selbst sagt, sondern auch für all das Schreckliche, das danach geschah. Dass sie das niederländische Kolonialsystem auf Java verteidigt, ist wohl ihrer Sozialisation geschuldet, verstellt ihr aber nicht den Blick auf gesellschaftliche Ungerechtigkeiten und kulturelle Differenzen.

» zur Rezension auf diestandard.at

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