Franziska Schutzbach: Die Erschöpfung der Frauen. Wider die weibliche Verfügbarkeit

Artikelnummer: 978-3-426-27858-1

Frauen haben heute angeblich so viele Entscheidungsmöglichkeiten wie nie zuvor. Und sind gleichzeitig so erschöpft wie nie zuvor. Denn nach wie vor wird von ihnen verlangt, permanent verfügbar zu sein. Die Geschlechterforscherin Franziska Schutzbach schreibt über ein System, das von Frauen alles erwartet und nichts zurückgibt - und darüber, wie Frauen sich dagegen auflehnen und alles verändern: ihr Leben und die Gesellschaft.

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Frauen haben heute angeblich so viele Entscheidungsmöglichkeiten wie nie zuvor. Und sind gleichzeitig so erschöpft wie nie zuvor. Denn nach wie vor wird von ihnen verlangt, permanent verfügbar zu sein. Die Geschlechterforscherin Franziska Schutzbach schreibt über ein System, das von Frauen alles erwartet und nichts zurückgibt - und darüber, wie Frauen sich dagegen auflehnen und alles verändern: ihr Leben und die Gesellschaft.

In unserer Gesellschaft wird Weiblichkeit gleichgesetzt mit Fürsorglichkeit. Frauen sind, ob in der Familie, in Beziehungen oder im Beruf, zuständig für emotionale Zuwendung, für Harmonie, Trost und Beziehungsarbeit - für Tätigkeiten also, die unsichtbar sind und kaum Anerkennung oder Bezahlung erfahren. Sie "schulden" anderen - der Familie, den Männern, der Öffentlichkeit, dem Arbeitsplatz - ihre Aufmerksamkeit, ihre Liebe, ihre Zuwendung, ihre Attraktivität, ihre Zeit. Und kämpfen jeden Tag gegen emotionale und sexuelle Verfügbarkeitserwartungen.

Es sind diese allgegenwärtigen Ansprüche, die Frauen in die Erschöpfung treiben. Denn - deklariert als "weibliche Natur" - ist die geleistete Sorgearbeit meist wenig anerkannt und bleibt unsichtbar. Sie gilt ökonomisch als irrelevant und ist gerade deshalb ausbeutbar. Das Buch zeigt, dass die Verfügbarkeitsansprüche für unterschiedliche Frauen Unterschiedliches bedeuten: Ob als Mütter oder als Mädchen, ob als schwarze oder weiße Frauen, als Migrantin, Trans- oder non binäre Person, als dicke oder lesbische Frau, ob im Dienstleistungssektor, in Pflegeberufen oder in der digitalen (Selbst)vermarktung, ob als Politikerin oder Künstlerin - die Verausgabung hat unterschiedliche Ausmaße und unterschiedliche Ursachen.

Die Geschlechterforscherin Franziska Schutzbach wendet sich gegen ein misogynes System, das von Frauen alles erwartet und nichts zurückgibt. Und sie zeigt, welch vielfältigen Widerstand Frauen gegen die Ausbeutung ihrer Energie, ihrer Psyche und ihrer Körper leisten. Ein Widerstand, der zu einer treibenden Kraft für neue Arbeits- und Lebensweisen wird und die Welt verändert.

Ein kluger und fundierter Beitrag zu einer anhaltend aktuellen Debatte.

Autor*in / Hrsg.: Franziska Schutzbach
Familienthemen: Familie & Beruf
Details: Einbandart: gebunden
Umfang: 304 S.
Format (T/L/B): 2.6 x 20.4 x 13.2 cm
Gewicht: 366 g
Erscheinungsdatum: 01.10.2021
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5 von 5 Ein must-have in jedem Bücherregal

Franziska Schutzbach, die ich live (online) in einem Vortrag zu diesem Buch erleben durfte, beschreibt die Mechanismen und Strukturen, die Frauen erschöpfen. Wie subtil deren Wirkweise ist, ist vielen nicht bewusst. Die Autorin analysiert und schildert Beispiele aus der Praxis sowie ihrem eigenen Leben, wann die Erschöpfungsfalle zuschnappt. Und einen Weg daraus. Für mich ist dieses Buch ein äußerst wichtiges Buch im Hinblick darauf, das eigene nette Verhalten und die Unterordnung unter den männlichen BLick zu erkennen, zu reflektieren und letztlich zu ändern. Absolute Kaufempfehlung!

., 17.12.2021
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