Franziska Seyboldt: Müslimädchen. Mein Trauma vom gesunden Leben

Artikelnummer: 978-3-7857-6092-5

Franziska Seyboldt wuchs in einer Öko-Familie auf und beneidete ihre Mitschüler brennend um Fernseher, Fertigpizza und coolen Plastikschmuck - 'Teufelszeug' sagte ihre Mutter nur. Als sie nach dem Abi von zu Hause fortgeht, lechzt sie danach, all den ungesunden Konsum nachzuholen.

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Franziska Seyboldt wuchs in einer Öko-Familie auf und beneidete ihre Mitschüler brennend um Fernseher, Fertigpizza und coolen Plastikschmuck - 'Teufelszeug' sagte ihre Mutter nur. Als sie nach dem Abi von zu Hause fortgeht, lechzt sie danach, all den ungesunden Konsum nachzuholen.

Doch inzwischen ist Öko schick - und sie schon wieder die Außenseiterin. Franziska ist misstrauisch, was das vermeintlich neue Lebensgefühl der Bionade-Bohème angeht. Ist die wirklich besonders aufgeklärt? Oder mit ihrer scheinheiligen Political Correctness einfach nur spießig?


Autor*in / Hrsg.: Franziska Seyboldt
Weitere Informationen: Umfang: 192 S.
Einband: Kartoniert
Format (T/L/B): 1.7 x 21.5 x 13.8
Gewicht: 279 g
Erscheinungsdatum: 19.04.2013

~ LESEPROBE ~

Rezension von Britta Rotsch auf AVIVA-Berlin:

Aufgewachsen in einer Ökofamilie der 1990er Jahre, jenseits von Fernsehen, Fast Food und Markenkleidung, wirft die heutige Taz-Redakteurin und ehemalige Kolumnistin einen Blick zurück auf ihre birchermüslihaltige Kindheit. Im Studium angekommen, will sie nun endlich den "Konsumspaß" ausleben, nach dem sie sich in ihrer Jugend immer so sehnte. Doch ihr Timing ist schlecht und schnell wird ihr klar: ein ungesunder Lebensstil ist mittlerweile out.

Bio ist nun schick und schon bewegt sich die Studentin erneut in die Rolle der "Außenseiterin", in der sie sich fragt, ob das gesundheitsbewusste Verhalten ihrer Mitmenschen tatsächlich politisch korrekt ist, oder mehr Schein als Sein und einfach nur spießig.

Franziska Seyboldt geht in ihrem autobiographischen Roman, in dem immer wieder der Wunsch deutlich wird, ein "Schlüsselkind" zu sein, diesen Fragen nach. Erstmals festgehalten hat sie in "Müslimädchen" die prägendsten Erlebnisse aus ihrer "tausche-Pausenbrot-gegen-Schokocroissant-Ökokindheit":

"In meiner Vorstellung machten Schlüsselkinder ihre Hausaufgaben vor dem Fernseher, während der Disney Club lief. Abends fuhren sie mit ihren Eltern zu Aldi, um Stracciatella-Joghurt und Eistee in riesigen Mengen zu kaufen".

Nicht aber sie.

"Ökos trugen selbstgestrickte Pullis, Birkenstock-Sandalen und Jutetaschen, aus denen verschrumpelte Möhren herausragten. Sie machten Urlaub auf dem Campingplatz, lebten nach der Lehre von Rudolf Steiner und schickten ihre Kinder auf die Waldorfschule. Das war zumindest das Klischee."

Erneut wird ihr die Außenseiterinnenrolle bewusst: wenn in der Grundschule alle über das aktuelle Fernsehprogramm sprechen und Franziska nur die Tagesschau und die Sendung mit der Maus kennt, während die anderen bereits von Brenda aus Beverly Hills 90210 schwärmen. Wenn ihr jahrelang eingeschärft wird, dass Fast Food böse ist und McDonald`s der Teufel, mensch jedoch FreundInnen nicht ins Reformhaus einladen kann, um dazuzugehören. Wenn die aktuelle Markenmode verwehrt wird, weil Buffalo-Schuhe und Levis zu teuer sind, ihr die Eltern aber den grandiosen Vorschlag machen, ihr Taschengeld zu sparen und sich die ersehnten Klamotten in einem Jahr zu kaufen, kann sich Franziska nur noch über die ökologische Korrektheit auslassen:

"Vollkornärsche. Ein Jahr! Das sind, in Teenagerzeit gerechnet, mindestens fünf."

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