Frauke Mahrt-Thomsen: Bona Peiser - Die erste deutsche Bibliothekarin

Artikelnummer: 978-3-936960-56-3

Bona Peiser, geboren 1864, ist die erste deutsche Bibliothekarin - sie trifft diese Berufswahl sehr bewußt, sieht sie doch darin dringende gesellschaftliche Notwendigkeit: für die hauptberufliche Tätigkeit und fachliche Weiterentwicklung von öffentlichen Bücher- und ...

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Wegbereiterin der Bücher- und Lesehallen-Bewegung und der Frauenarbeit in Bibliotheken

Im Zentrum der vorliegenden Biographie steht eine Frau, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in einem jüdisch-bürgerlichen Umfeld zur Gründerzeit in Berlin aufwächst. Die Stadt ist geprägt von der sprunghaften Entwicklung in Industrie, Technik und Wissenschaft, geprägt aber ebenso von massiven Klassengegensätzen, autoritären Strukturen sowie der anhaltenden Unterdrückung der arbeitenden Bevölkerung und der Frauen.

Bona Peiser, geboren 1864, ist die erste deutsche Bibliothekarin - sie trifft diese Berufswahl sehr bewußt, sieht sie doch darin dringende gesellschaftliche Notwendigkeit: für die hauptberufliche Tätigkeit und fachliche Weiterentwicklung von öffentlichen Bücher- und Lesehallen in Deutschland und für die Frauenarbeit in Bibliotheken. Nicht nur in der Lesehalle der 'Deutschen Gesellschaft für Ethische Kultur', sondern auch in der Bibliothek des 'Kaufmännischen Verbandes für weibliche Angestellte' (VWA) wurde Bona Peiser zur Ausbilderin einer ganzen Generation bibliothekarisch arbeitender Frauen.

Die Entwicklung der von ihr aufgebauten und jahrzehntelang geleiteten Bibliotheken und die Darstellung ihrer fachlichen Leistungen bilden den Schwerpunkt dieser eindrucksvollen Publikation.

Inhalt


Autor*in / Hrsg.: Frauke Mahrt-Thomsen
Biografien von/über: Feministinnen
Zeitepoche: 18. und 19. Jh.
weitere Themen: jüdische Frauen
Weitere Informationen: Umfang: 273 S. m. 22 Abb.
Format: 21 cm
Gewicht: 411g
Erscheinungsdatum: 25.11.2012

~ INHALT ~

Rezension von Ulrike Koch auf querelles-net:

Bona Peiser (1864?1929), die erste Bibliothekarin Deutschlands, hat nicht nur ein neues Ausleihsystem für Bibliotheken entwickelt, sie hat sich auch intensiv mit Fragen zur Ausbildung von Bibliothekarinnen und allgemeiner mit Frauen im Beruf beschäftigt. Welche große Rolle ihr dabei bei der Entstehung der Lesehallen in Deutschland zuzuschreiben ist, dem geht Frauke Mahrt-Thomsen in der vorliegenden Biographie nach und liefert damit, neben einem Einblick in Bona Peisers Arbeiten und Wirken, eine fundierte Übersicht in die Entstehung des Bibliothekswesen in Deutschland.

Obwohl der Bibliotheksberuf an sich sehr stark weiblich konnotiert ist, sind Darstellungen der Bibliotheksgeschichte überwiegend androzentristisch ausgerichtet, fokussieren also auf die Leistungen von Männern, und das sowohl im Hinblick auf die Berufsgeschichte als auch auf deren Errungenschaften für die Bibliothek. Leistungen, die hingegen von Frauen erbracht worden sind, wurden und werden zum Teil weiterhin ausgeklammert oder nur in wenigen Zeilen abgehandelt. Neben einigen Einzelarbeiten ist vor allem seit den 1990er Jahren ein verstärktes Interesse an dem Themenfeld Frau und Bibliothek zu beobachten, das stark durch Dagmar Janks Arbeiten geprägt ist. Ausschlaggebend für eine intensivere Beschäftigung ist jedoch der von Helga Lüdtke herausgegebene Reader Leidenschaft und Bildung. Zur Geschichte der Frauenarbeit in Bibliotheken (1992), in dem sie sich ausführlich mit Frauen im Bibliothekdienst auseinandersetzt und über die hier im Zentrum stehende Bibliothekarin Bona Peiser berichtet sowie Originaltexte von ihr abdruckt. Bereits hier sind auch erste Anmerkungen zu deren Leben und Wirken zu finden, die nun von Frauke Mahrt-Thomsen ausführlich aufgearbeitet wurden.

Die Bibliothekarin Mahrt-Thomsen verfolgt dabei einen historisch-biographischen Zugang, erarbeitet also sowohl die persönliche Lebensgeschichte von Bona Peiser, die von 1864 bis 1929 in Berlin lebte, als auch die Entwicklung der Bücher- und Lesehallenbewegung in Deutschland ab 1895. Die biographische (Re-)Konstruktion ist dabei als ein Beitrag zur Aufarbeitung der Ersten Frauenbewegung zu klassifizieren, wobei sowohl die Forderung nach Bildung und Berufstätigkeit von Frauen betrachtet als auch die damit einhergehende Organisation in Form von Vereinen in den Blick genommen werden - alles Bereiche, in denen auch Peiser aktiv mitgewirkt hat. Primäres Anliegen dabei ist, deutlich zu machen, wie sehr Frauen am Aufbau und der Entwicklung von Bibliotheken beteiligt waren und für deren öffentliche Sichtbarmachung einzutreten bereit waren. Zur Verdeutlichung von Peisers Bedeutung seien hier zwei Beispiele herausgegriffen: erstens das von ihr entwickelte Ausleihsystem und zweitens ihr Engagement bei der Nachwuchsförderung.

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