Friederike Beier, Lisa Yashodhara Haller, Lea Haneberg (Hrsg.): materializing feminism. Positionierungen zu Ökonomie, Staat und Identität

Artikelnummer: 978-3-89771-319-2

'Materialize' bedeutet manifestieren, verstofflichen, gegenständlich machen. Der Sammelband macht daher Kontroversen und aktuelle Herausforderungen feministischer Theorie und Praxis sichtbar.

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'Materialize' bedeutet manifestieren, verstofflichen, gegenständlich machen. Der Sammelband macht daher Kontroversen und aktuelle Herausforderungen feministischer Theorie und Praxis sichtbar.

Feministische Themen sind im Mainstream angekommen: Das Aufbegehren gegen Sexismus wird zunehmend salonfähig, Feminismus verkauft sich nicht nur auf T-Shirts und Frauenförderung und Gleichstellung sind Anliegen staatlicher Politik. Dieser Erfolg ist genauso begrüßenswert wie ambivalent, da soziale Ungleichheit durch die Zurichtungen kapitalistischer Verwertungslogik ausgeblendet oder sogar verschärft wird.

Vor diesem Hintergrund fragen wir nach den Herausforderungen und den Kontroversen emanzipatorischer Politik und Theorie, die sich gegen die Vereinnahmung durch Kapitalismus und Antifeminismus wendet. Die Beiträge behandeln das Geschlechterverhältnis im Kapitalismus, Identitätspolitik, intersektionale Perspektiven und die Vereinnahmung feministischer Themen sowie mögliche Gegenstrategien.

Autor*in / Hrsg.: Lisa Yashodhara Haller Friederike Beier Lea Haneberg
Feminismus: Antikapitalistischer Feminismus
Details: Umfang: 248 S.
Einband: Paperback
Format (T/L/B): 1.8 x 21 x 14 cm
Gewicht: 281 g
Erscheinungsdatum: 04.12.2018
Rezension von Mailin Stangenberg auf kritisch-lesen:

Spätestens seit der Weltwirtschaftskrise 2008 gibt es in den Gender Studies wieder vermehrtes Interesse an den materiellen Grundlagen der Gesellschaft, ganz nach dem Motto "In der Krise liest man Marx". Damit einhergehend stehen postmoderne Ansätze wie die Diskurstheorie und die Performativitätstheorie von Judith Butler in der Kritik. Mit ihrer Sprachfixierung sollen sie die ökonomischen Verhältnisse aus den Augen verloren haben. Worauf marxistische Feministinnen wie Roswitha Scholz oder Frigga Haug schon seit 30 Jahren hinweisen, erfährt in der feministischen Bewegung derzeit wieder eine breite Rezeption. Vermehrt werden Rückbezüge geschaffen zu Feminismen der zweiten Frauenbewegung.

In die Debatte schaltet sich nun der Sammelband "materializing feminism" ein. Die Herausgeberinnen Friederike Beier, Lisa Yashodhara Haller und Lea Haneberg appellieren daran, den Fokus wieder mehr auf die "Bedingtheit der historischen und gesellschaftlichen Materialitäten" (S. 11) zu setzen und versammeln dazu elf Beiträge, die sich mit der Verbindung von Geschlecht zu Staat, Kapital und Kolonialismus befassen. Sie schaffen es dabei, nicht in öde Gegenüberstellungen von poststrukturalistischen und marxistischen Theorien oder Klassen- und Identitätspolitik zu verfallen. Vielmehr werden die theoretischen Differenzen produktiv gemacht.

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